Wieder in Deutschland - 05.09.2020.

 

Nachdem wir unsere kleine Quarantänestation, die uns Insa und Ollie zur Verfügung gestellt haben, verlassen dürfen, ziehen wir direkt nach Esens um. Auch diese Wohnung bekommen wir von ihnen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, dass ihr uns aufgenommen habt. Eure Geste hat uns sehr gerührt! Und als wäre es nicht genug, werden unsere Gaumen gleich kulinarisch mit Köstlichkeiten verwöhnt. 

Viel zu tun haben wir nicht, aber ob wir in Chile oder in Deutschland herumsitzen, ist wohl egal. Vielleicht wäre das warme Wetter in Chile ein Aspekt dort geblieben zu sein, aber ich habe mich die letzten Wochen in Chile einfach nicht mehr wohl gefühlt. Dieses "Festsitzen", nicht mehr reisen zu dürfen wie wir es gewohnt waren, hat mich zermürbt. Zwar konnten wir problemlos einkaufen, fahrradfahren oder wandern, aber für mich waren diese durch Corona bestimmten Veränderungen nicht mehr akzeptabel.

An der Nordseeküste kann man sehr gut Fahrrad fahren, alles ist flach; nur wenn der Wind bläst, dann kann es zu einem Beinmuskel zehrenden Kraftakt werden. Selbst ich merke wie ich mehr und mehr Übung bekomme. Bei gutem Wetter macht das Radeln ja auch Spaß.

In der Zwischenzeit dürfen wir den Pössl von unseren Freunden nutzen und fahren in unsere alte Heimat nach Warstein. Hier besuchen wir meine Mutter und Freunde. Natürlich stehen wir wieder bei unserem "Hotel Kruse" und verbringen hier schöne Tage. Danke an euch alle, wir freuen uns immer wieder euch zu sehen und es tut gut, dass ihr noch an uns denkt.

 

Auf dem Rückweg zur Nordseeküste, besuchen wir noch Andrea und Harald in Krefeld und Doro und Jupp in Kevelaer. Die Zeit vergeht wie im Fluge und schon sind wir wieder an der Nordseeküste. 

 

Wir steuern auf Weihnachten zu und wir sind bereits 2 1/2 Monate in Deutschland. Das Laub hat sich mittlerweile herbstlich gelb, rot und braun verfärbt, fällt von den Bäumen ab und kündigt den kommenden Winter an. Spaziergänge durch das unter den Füßen raschelnde Laub machen Freude, die frische Waldluft lässt mich durchatmen und so langsam bemerke ich, dass der Druck von mir abfällt. Ich genieße die Ruhe und das Zusammensein mit Freunden.

Unsere Gastgeber genießen derweil einen 14-tägigen Urlaub und wir passen auf das Haus auf. Jetzt kann ich mich mal richtig austoben. Ich möchte mich irgendwie für die Gastfreundschaft erkenntlich zeigen und betätige mich mal wieder körperlich. Ich wasche Wäsche, reinige die Wohnung unserer Gastgeber, putze die vielen und großen Fenster und habe sofort am nächsten Tag einen Muskelkater im rechten Arm. Ich habe ja an unserem Reisegefährt nur drei kleine Fenster zu wischen und die von der Fahrerkabine putzt meistens Walter. Draußen harke ich das Laub vom Gehweg und vom Rasen auf. Kann sich vielleicht niemand vorstellen, aber ich habe Freude daran.

Neben all diesen Dingen beobachte ich regelmäßig wie sich Corona in Deutschland und Chile entwickelt. Während Chile sich recht gut hält, die Zahlen der Infizierten zwar sehr langsam, aber dennoch kontinuierlich sinken, steigt die Zahl in Deutschland wieder drastisch an und man spricht von über 20000 Infizierten pro Tag. Ich kann die Meldungen aus Radio und Fernsehen nicht mehr ertragen. Es gibt nichts anderes als Corona, Corona und nochmals Corona. Kann denn niemand mal etwas Schönes berichten? Müssen es immer nur Schreckensnachrichten sein? Was ich persönlich von all dem halte, werde ich hier nicht breittreten. Nur soviel sei gesagt, sollte die Meldung, internationale Touristen dürfen ab dem 23.11.2020 ausschließlich über den Luftweg wieder nach Chile einreisen, stimmen, dann buchen Walter und ich sofort Flüge zum Internationalen Flughafen nach Santiago de Chile, wo Inés und Holger schon auf uns warten. 

 

 

Die Corona-Maßnahmen in Deutschland werden weiter verschärft und werfen unsere Pläne etwas durcheinander. Wir müssen Weihnachten und Silvester neu koordinieren und kommen zum Glück zu einem guten Ergebnis. In der Zwischenzeit tragen wir gezwungenermaßen den Schnutenpulli und versuchen das Beste aus dieser Situation zu machen. 

 

 

Wir freuen uns riesig nach Chile zurückkehren zu dürfen. 

 

Die 2