Chile - atemberaubende Landschaften.

 

Reisezeit: 04.01.2020 - 19.02.2020.

Visum: Für Deutsche 90 Tage an der Grenze.

Carnet de Passages: Man bekommt ein landeseigenes TIP.

Währung: Chilenischer Peso.  850 Pesos = 1 €.

Diesel: 664 - 727 Pesos/l.

Benzin: 960 Pesos/l für 95 Oktan; 1000 Pesos/l für 97 Oktan.

Bargeld: Max. 200000 Pesos am ATM, allerdings mit bis zu 6,50 € Gebühr pro Vorgang. 

Kreditkarten: Große Akzeptanz.

Fahrzeugversicherung: Wir haben eine für die Mercosur-Staaten abgeschlossen. Siehe unter der Rubrik Infos.

Straßengebühr: Auf Feuerland uns bis zum Torres del Paine Nationalpark wird keine Straßengebühr verlangt.

 

Am 04.01.2020 wechseln wir mal wieder die Grenze von Argentinien über den Paso Roballos nach Chile. Ein einziges Holzhüttchen mit einem Schlagbaum zeugt davon, dass sich hier ein Grenzübergang befindet. Irgendwie fühlt man sich am Arsch der Welt, jedoch in atemberaubender, landschaftlicher Kulisse. Hinter uns liegen wunderschöne, malerische Lagunen und vor uns schneebedeckte Berge. Die zahlreichen Bäche, die aus den Bergen herunter gestürzt kommen, führen glasklares Wasser mit sich, welches ich sofort bedenkenlos trinken würde. Die Piste lässt zum Teil zu wünschen übrig, denn sie ist sehr hart und gerade in den Senken mit unzähligen Löchern versehen, was einem häufig den Schwung nimmt. Erst als ich die Luft auf 3,5 Bar ablasse wird es angenehmer. Nach wenigen Kilometern erreichen wir die

Carretera Austral, der wir nach Norden hin folgen. Die Landschaft ist, ohne zu übertreiben, eine der Schönsten, die ich bislang gesehen habe. Der Kontrast der hohen, schneebedeckten Berge, die glasklaren Flüsse, goldgelb blühender Ginster, riesige lila Lupinenfelder im Wechsel mit saftig grünen Kuhweiden, lassen einen aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Wieder einmal fahren wir von Chaitén aus in den Parque Pumalín. Wir wollen allerdings diesmal hier nicht wandern gehen, sondern die Carretera Austral bis zum Ende fahren, da sie ab hier kurzzeitig durch Fjorde und Berge, die zu bewältigen sind, unterbrochen ist. Die Fähre von Leptepu über den Fiordo Largo nach Hornopiren ist allerdings für heute ausgebucht, also beschließen wir eine Nacht im Park zu übernachten. Die Campingplätze, in der Saison von Mitte Dezember bis Ende Februar, sind kostenpflichtig, in der restlichen Zeit umsonst. Wir richten uns schon darauf ein, dass gleich einer der Parkranger kommt, um uns zur Kasse zu bitten. Er kommt zwar, aber nur um uns zu sagen, dass die Benutzung der Campingplätze im Moment umsonst ist, da ihnen die Tickets ausgegangen seien und ohne diese Tickets dürfe man kein Geld verlangen. Okay…….. Willkommen in Südamerika, uns soll‘s recht sein!!!!

Am nächsten Tag nehmen wir die fünfstündige Fahrt über den Fiordo Largo nach Hornopiren. Bei herrlichem Sonnenschein stechen wir in See. Die Ufer sind gesäumt von unberührten Wäldern, teilweise schneebedeckten Bergspitzen sowie unzähligen Wasserfällen. Im weiteren Verlauf begleiten uns zu beiden Seiten zahlreiche Fischzuchtfarmen, die mit großen, roten Bojen eingegrenzt sind, auf denen sich Seelöwen sonnen.

Ab Hornopiren geht die Carretera Austral dann wieder weiter. Unser Ziel ist der Vulkan Osorno. Die schneebedeckte Kuppe sticht einem schon von Weitem ins Auge, bis man allerdings den Fuß des Vulkans erreicht, vergehen noch etliche Kilometer. Marion hat herausgefunden, dass eine Straße fast bis zur Schneegrenze des Vulkans führt und oben angekommen auf einem Parkplatz auch noch umsonst übernachtet werden kann. Halleluja, was geht das hier steil rauf. Goliath schnauft wie eine tibetanische Bergziege. Mehr als eine ½ Stunde kraxeln wir im 3.-4. Gang die asphaltierte Straße bis zum Parkplatz rauf. Und dann kommt wieder dieses „Wow, was für eine grandiose Aussicht“. Nicht nur, dass man direkt am schlafenden Vulkan steht, sondern, weil die umliegende Gebirgslandschaft einen fast aus den Latschen haut. Und später kommt dann auch gleich der Gedanke, oh man, wir müssen auch hier wieder runter! Das wird eine Quälerei für Motorbremse und Bremsen! Aber erst einmal sind wir hier oben und genießen die Aussicht. Als die Dämmerung über uns hereinbricht, sind wir mit einem chilenischen Paar, die im Dachzelt ihres Autos übernachten, allein. Als der nächste Tag anbricht, sitze ich wie immer mit einer Tasse Kaffee draußen. Es ist arschkalt, dafür werde ich mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Das Tal, in das ich gestern noch mindestens 80-100 Kilometer weit schauen konnte, liegt nun unter einer dicken Wolkendecke, die sich erst im Laufe des Tages verflüchtigt und die gewohnte Fernsicht wieder freigibt. Goliath schlottern schon die Reifen, denn auch er weiß, dass es gleich ans Eingemachte geht. Wo man raufkraxelt muss man zwangsläufig auch wieder runter! Der erste Kilometer ist der Schlimmste. Erster Gang, nur Schnecken sind langsamer, danach 3. bis 4. Gang, die Motorbremse ächzt und stöhnt, bis wir das Tal wieder erreichen.  Von hieraus ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Argentinien. Wir wollen mal wieder nach Mendoza, unsere Freunde Gabi und Fabián besuchen.    

 

 

Bis dahin. Die 2.