Argentinien - ein traumhaft schönes Land.

 

Reisezeit: 19.02.2020 – 09.03.2020

Visum: Deutsche Reisende erhalten 90 Tage an der Grenze.

Carnet de Passages: Man erhält ein landeseigenes TIP (Zolleinfuhrdokument für das Fahrzeug).

Währung: Argentinischer Peso.  1 € = 68,42 Pesos.

Diesel: 43-66 Pesos/l.  

Benzin: 54 Pesos/l.

Bargeld: An vielen ATM, aber nur bis zu 50 € max. pro Abhebung mit mindestens 10 % Gebühr.  Günstiger ist es Euro oder US$ bei den Banken in bar zu tauschen.  Die Banken haben allerdings nur vormittags geöffnet. 

Kreditkarten: Große Akzeptanz.

Fahrzeugversicherung: Wir haben eine für die Mercosur-Staaten abgeschlossen, siehe unter der Rubrik Infos.

Straßengebühr: Für diesen bereisten Teil Argentiniens haben wir keine Straßengebühr bezahlen müssen.

 

Bei den Einreisebestimmungen hat sich seit dem letzten Mal natürlich nichts geändert. Außer, dass sich das Preisniveau vom Treibstoff zumindest auf dieser Seite Argentiniens an das der Chilenen mehr oder weniger angenähert hat. An der Küste Argentiniens ist der Sprit immer noch am billigsten!

 

Vom Grenzübergang Paso Cardenal A. Samoré, den wir am 19.02.2020 nach Argentinien wählen, sollte man wissen, dass der nicht 24 Stunden geöffnet hat. Wenige Kilometer weiter treffen wir auf die Ruta 40, der wir nach Norden, nach Mendoza folgen. Wir haben unsere argentinischen Freunde Gabi und Fabián schon lange nicht mehr gesehen. Bei ihnen hat sich einiges geändert. Sie hatten zuvor schon sechs Hunde sowie zwei Katzen und wollten, sollten die Hunde einmal sterben, sich mehr dem Reisen widmen. Leider hat Gabi ein sehr großes Herz für verwahrloste Tiere. Neben den Hunden und den Katzen sind nun drei Gänse, zwei Ziegen, Kaninchen, die sich lustig vermehren und ein Pony aus einem Privatzoo dazugekommen, der schließen musste. Ja, ich würde sagen, aus ist der Traum vom Reisen, zumindest in absehbarer Zukunft!!

 

Nach einer Woche bei Gabi und Fabian und ihrem Streichelzoo, verlassen wir Mendoza in Richtung Difunta Correa. Hier die Kurzgeschichte der Difunta. In grauer Vorzeit zieht eine Frau mit ihrem Säugling auf dem Arm los um ihren Mann zu suchen, der im Krieg verschollen ist. Unterwegs stirbt die Frau. Man findet die verstorbene Frau, deren Säugling an der Brust saugend jedoch noch lebt. An dieser Fundstelle wurde eine Wallfahrtstätte errichtet und die Argentinier verehren die Difunta wie eine Heilige.

 

Der Nationalpark Talampaya ist unser nächstes Ziel, bis wir den jedoch erreichen, müssen wir durch hunderte Kilometer einsamste Wüstengegend. Nur wenige Fahrzeuge kommen uns hier entgegen, es ist heiß wie im Brutkasten und trocken wie ein Furz. Die Temperaturen liegen am Tage nicht selten bei 38 °C und die Luftfeuchtigkeit bei unter 50 %. Hier fühlen sich die unzähligen Säulenkakteen offenbar sauwohl. Sie zeigen gerade ihre Blütenpracht.

 

Im Provinzpark Ischigualasto, den wir vor 13 Jahren nur zu einem kleinen Teil befahren konnten, weil heftiger Regen ihn zum großen Teil in eine Seelandschaft verwandelt hatte, kommen wir nun voll auf unsere Kosten. Wer auf skurrile Fels und Bergformationen steht, ist hier richtig.

 

Von hier aus wollen wir über den Paso Agua Negra wieder nach Chile. Da wir nun nicht zu denen gehören, die hunderte von Kilometer am Tag schruppen, machen wir einen Zwischenstopp am Dique Cuesta del Viento. Dieser See macht seinem Namen alle Ehre! Toupetträger sollten diesen Ort meiden, es sei denn man hat seine Lockenpracht am Schädel fest gedübelt. Bis spät in die Nacht werden wir durchgeschüttelt und finden dementsprechend wenig Schlaf.

 

Video Argentinien Teil 4

 

Am folgenden Tag erleben wir ein weiteres Highlight auf unserer Tour. Wir wollen ein weiteres Mal den 4760 Meter hohen Paso de Agua Negra überqueren. Schon weit unten im Tal ist die Ausreise aus Argentinien zu machen. Da der Pass relativ wenig frequentiert wird, geben die Argentinier den Chilenen die Zahl derer durch, die den Pass überqueren. Wer in den Bergen übernachten will, sollte sich am argentinischen Grenzposten melden, denn wer am selben Tag nicht nach Chile einreist gilt als vermisst und wird gesucht. Wir geben an eine Nacht am Pass übernachten zu wollen. Die Anfahrt zum 4760 Meter hohen Paso Agua Negra hat sich seit unserem letzten Besuch vor etwa 13 Jahren um einiges geändert. Früher war fast alles Schotterpiste, heute wurde einiges an Asphalt erweitert. Auf etwa halber Höhe sind Schilder aufgestellt, dass hier bald ein Tunnel entsteht, der uns Offroad-Fahrer wieder einmal um den Spaß bringt, denn ich glaube kaum, dass dann die alte Strecke über den Pass auf Dauer befahrbar sein wird, da sie nicht mehr gewartet wird. Und trotzdem ist die Landschaft nach wie vor atemberaubend. Mit jedem Meter, den man sich dem Pass nähert, stößt Goliath mehr und mehr schwarze Wolken aus, die dem nachfolgenden Verkehr, wäre er denn vorhanden, die Sicht versperren würde. Und ist man erst einmal oben bei 4760 Meter ….. – das hat schon was!

 

Die Abfahrt wird jedoch noch imposanter. Die Farben der umliegenden Landschaft sind einfach unglaublich schön, glasklare Gebirgsbäche strömen ins Tal und dann diese imposanten Berge. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Am Stausee La Laguna beschließen wir in 3150 Meter Höhe die Nacht zu verbringen. Für mich ist jetzt schon klar, das wird eine schlaflose Nacht, denn bei mir macht sich der Sauerstoffmangel als erstes mit Schlaflosigkeit bemerkbar. Aber die beeindruckende Landschaft tröstet mich darüber hinweg. Am nächsten Morgen steht mal wieder ein völlig ausgemergelter Windhund, zitternd und verwahrlost, vor unserer Tür. Uns steigen die Tränen in die Augen angesichts dieses Elends. Wir handeln sofort. Mehrere Scheiben Käse, zwei gekochte Eier und zwei Scheiben Brot, bestrichen mit Leberwurst, wandern aus unserem Kühlschrank in seinen Magen. Alles Sachen, die wir am chilenischen Grenzposten sowieso hätten abgeben müssen. Das Dumme ist nur, er weicht uns nicht mehr von der Seite, steht mit den Vorderpfoten auf der Treppe und winselt oder sucht permanent Körperkontakt. Das vereinfacht die Sache nicht gerade. Wenn wir ihm die Gelegenheit gegeben hätten ins Auto zu springen, er hätte hundertprozentig keine Sekunde gezögert. Nicht zum ersten Mal müssen wir uns ins Gewissen rufen, nie wieder Reisen mit Hund!!!!!! Aber für heute zumindest ist sein Überleben gesichert.

Fünfundzwanzig Kilometer weiter erreichen wir den chilenischen Grenzposten.

  

Wir sehen uns in Chile. Die 2.

 

PS: Wir hatten plötzlich so viele Mails und WhatsApps. Danke an alle, die sich Sorgen um uns gemacht haben. Uns geht es gut!