Chile.

 

Reisezeit: 06.12.2019 – 18.12.2019.

Visum: Für Deutsche 90 Tage an der Grenze.

Carnet de Passages: Man bekommt ein landeseigenes TIP.

Währung: Chilenischer Peso.  850 Pesos = 1 €.

Diesel: 664 - 727 Pesos/l.

Benzin: 960 Pesos/l für 95 Oktan; 1000 Pesos/l für 97 Oktan.

Bargeld: Max. 200000 Pesos am ATM, allerdings mit bis zu 6,50 € Gebühr pro Vorgang. 

Kreditkarten: Große Akzeptanz.

Fahrzeugversicherung: Wir haben eine für die Mercosur-Staaten abgeschlossen. Siehe unter der Rubrik Infos.

Straßengebühr: Auf Feuerland und bis zum Torres del Paine Nationalpark haben wir keine Straßengebühr bezahlen müssen.

 

Am 06.12.2019 wechseln wir erneut auf den chilenischen Teil der Insel Feuerland und haben uns den kleinen, wenig frequentierten Grenzübergang Bella Vista ausgesucht, der nur in der Saison geöffnet ist. Es ist fast 11.00 Uhr, aber kein Mensch ist zu sehen. Nachdem uns die Argentinier bei der Ausreise fast entgegen gerannt sind, ist hier Totentanz. An fast jeder der sechs Holzhütten, die hier stehen, rufen wir hallo, einer zu Hause. Dann endlich erbarmt sich einer uns Störenfriede zu empfangen. So nach und nach trudeln dann die anderen Beamten ein, um die erforderlichen Papiere zu bearbeiten. Nach ein bisschen Smalltalk und der obligatorischen Inspektion des Fahrzeugs nach verbotenen Nahrungsmitteln, machen wir uns wieder auf die Piste.

 

Auf dem Plan steht der Besuch einer Kolonie von Königspinguinen, die sich auf unserem Weg befinden. Auf einem Sonntag treffen wir in dem kleinen, verträumten Örtchen Porvenir ein, welches direkt an der Magellan-Straße liegt. Der Seefahrer Hernando Magellan hat hier im Oktober 1520 einen Seeweg zwischen dem Atlantik und dem Pazifik gefunden, um nicht um das berühmt-berüchtigte Kap Horn schiffen zu müssen. Porvenir hat sich für uns positiv verändert. Es wurde anscheinend viel getan in den letzten Jahren. Die Straßen sind sauber, die Häuser  leuchten in bunten Farben. Von hieraus wollen wir Morgen die Fähre nach Punta Arenas nehmen, welche aber montags nicht fährt, wie uns im Ticket-Office mitgeteilt wird. Wir entschließen uns kurzerhand heute Abend noch überzusetzen. Um 19.00 Uhr soll’s losgehen, die Überfahrt dauert 2 Stunden. Na, dann werden wir heute mal eine Spätschicht einlegen müssen. Gerne nehmen wir das in Kauf, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit auf solch einer historischen Wasserstraße unterwegs zu sein.

 

Von Punta Arenas aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Ende des amerikanischen Festlandes. Das wollen auch wir uns nicht entgehen lassen. Und dann endet auch plötzlich die Ruta 9. Wir sind am südlichsten Punkt von Amerika angelangt, den man mit dem Fahrzeug erreichen kann. Ab hier kommen noch vereinzelte Inseln und dann, in nicht allzu weiter Entfernung, die Antarktis. Obwohl wir schon so viel gesehen oder erreicht haben, ist es trotzdem ein bewegendes Gefühl, denn hier waren wir noch nicht! Es gibt hier keinen Parkplatz am Ende Amerikas, also müssen wir auf der schmalen Schotterpiste drehen. Wir wollen hier eine Nacht stehen bleiben und die Einsamkeit genießen, die sich ab 20.00 Uhr breit macht; um diese Uhrzeit ist hier keine Menschenseele mehr unterwegs. Marion läuft am nächsten Morgen noch einen 5,5 Kilometer langen Trampelpfad entlang der Küste, um dem Südpol nochmals etwas näher zu kommen. Ich hüte derweil das Haus. Mir ist das zu viel Schinderei, sich ständig über die rutschigen Kieselsteine zu quälen. Wir sind gerade aufgebrochen, um den Rückweg anzutreten, da taucht direkt an der Küste eine Gruppe Delfine neben uns auf und begleitet uns einige Kilometer. Wir zuckeln im Schritttempo immer neben ihnen her, können uns nicht satt sehen an diesen schönen Geschöpfen.

 

Der Nationalpark Torres del Paine darf natürlich bei einem Chile-Besuch nicht fehlen. Wir haben ihn schon einmal besucht. Das Gebirgsmassiv hat sich natürlich nicht verändert, aber der Verkehr, der mittlerweile hier herrscht, kann sich fast mit einer deutschen Autobahn messen. Der Tourismus hat explosionsartig zugenommen. Hunderte von großen Reisebussen, Minibussen und Taxis, die permanent zwischen den einzelnen Aussichtspunkten oder Wandertrails hin und her pendeln, machen einem den Aufenthalt nicht gerade angenehmer. Tausende von Touristen werden von diesen Bussen ausgespuckt, welche sich dann auf die Wanderwege begeben, um die Torres aus verschiedenen Perspektiven zu besichtigen. Aber trotz dieser Massen an Touristen, hat der Torres del Paine Nationalpark an Reiz nichts verloren und ist immer noch einen Besuch wert. Nach vier Tagen verlassen wir den Park in Richtung Argentinien, dessen Grenze nicht weit entfernt liegt. Also fahren wir am 18.12.2019 mal wieder rüber nach Argentinien.

 

Video Chile

 

Wir sehen uns wieder. Die 2.