Argentinien - "Eisige Zeiten".

 

Reisezeit: 18.12.2019-04.01.2020.

Visum: Deutsche Reisende erhalten 90 Tage an der Grenze.

Carnet de Passages: Man erhält ein landeseigenes TIP (Zolleinfuhrdokument für das Fahrzeug).

Währung: Argentinischer Peso.  1 € = 66 Pesos.

Diesel: 43-66 Pesos/l.  

Benzin: 54 Pesos/l.

Bargeld: An vielen ATM, aber nur bis zu 50 € max. pro Abhebung mit mindestens 10 % Gebühr. Wesentlich günstiger ist es Euro oder US$ bei den Banken in bar zu tauschen. Die Banken haben allerdings nur vormittags geöffnet.

Kreditkarten: Große Akzeptanz.

Fahrzeugversicherung: Wir haben eine für die Mercosur Staaten abgeschlossen, siehe unter der Rubrik Infos.

Straßengebühr: Für diesen bereisten Teil Argentiniens haben wir keine Straßengebühr bezahlen müssen.

 

Nicht weit von der Grenze entfernt liegt der Ort El Calafate, den wir ansteuern. Von hieraus sind es nur noch etwa 70 Kilometer bis zum Gletscher Perito Moreno, wohl eines der berühmtesten Markenzeichen Argentiniens. Um 8.00 Uhr öffnet der Nationalpark seine Pforten und wir sind die Ersten vor der Schranke. Am Aussichtspunkt des Gletschers sind nur wenige Parkplätze vorhanden, wenn alle belegt sind, muss man mit einem Shuttlebus zu seinem Ziel. Wir haben also Glück, können fast bis an den Gletscher fahren und uns auch noch den ganzen Tag dort aufhalten, haben unser Haus dabei, wenn wir eine Pause einlegen wollen oder wenn es zu kalt wird. Letzteres kommt uns sehr gelegen. Starker, eiskalter Wind pfeift uns aus Richtung  des Gletschers um die Ohren. Wie ihr euch denken könnt, sind wir nicht zum ersten Mal hier und es gibt wieder dieses „Wow“-Erlebnis. Die Eismassen sind sogar noch weiter gewachsen. Geschätzte 200 Meter haben sie sich weiter in den See hineingeschoben. Wo weltweit die Gletscher zurückgehen, dieser wächst weiter. Schon vom Parkplatz aus hört man das ständige Knacken und das bedrohliche Ächzen der Eismassen. Und wenn man genug Zeit und Ausdauer hat den eisigen Temperaturen sowie dem starken Wind zu trotzen, dann hat man vielleicht das große Glück dem „Kalben“ des Gletschers zuzusehen. Immer wieder werden wir Zeugen wie einige kleinere Brocken abbrechen und bis zu 60 Meter in die Tiefe krachen, aber irgendwie haut uns das noch nicht aus den Pantinen. Doch mehr oder weniger direkt vor uns steht eine 20 Meter breite und 60 Meter hohe Säule aus blau schimmerndem Eis bedrohlich schräg. Die könnte jeden Moment, aber auch erst in Stunden, das Zeitliche segnen. Es nützt nichts, wir müssen eine Pause am Ofen einlegen, sind total durchgefroren. Und selbst nach unserer Pause steht dieser Eisberg immer noch so, als könnte ihn nichts erschüttern. Doch irgendwann fängt das Eis an den seitlichen Rissen zu bröckeln. Und plötzlich gibt es auch für diesen Koloss kein Halten mehr; dem Druck der nachrückenden Eismassen hat er nichts mehr entgegen zu setzen und fällt mit unglaublichem Getöse in den Lago Argentino. Hunderte von Kameras verfolgen dieses Spektakel. Die zahlreichen hier anwesenden Chinesen klatschen und sind völlig aus dem Häuschen. Nach diesem Glückstreffer verlassen wir den Park, um uns kurz außerhalb des Parks in die Büsche zu schlagen und unsere Eindrücke ganz in Ruhe Revue passieren zu lassen und um eine ruhige Nacht zu verbringen.

 

Einen Tag später machen wir uns auf zum Fitz Roy Bergmassiv. Den ganzen Tag bläst uns der Wind in Sturmstärke permanent entgegen. An den kleinsten Steigungen muss ich einen Gang runterschalten, die Tanknadel fällt bedrohlich schnell. Das wird auf jeden Fall ein teurer Tag!    

 

Dort angekommen steht das ganze Bergmassiv in Wolken und das für zwei Tage. Am dritten Tag verziehen sich die Wolken und die ganze Schönheit des Fitz Roy tritt zu Tage. Marion ist begeistert, da sie endlich mal wieder wandern gehen kann. Sie wandert an vier Tagen ganze 47 Kilometer ab und das mit teilweise erheblichen Steigungen. Aber die Aussicht, die sie an ihren Zielen genießt, ist so berauschend schön, dass die Strapazen letztendlich schnell vergessen sind.

 

Video Argentinien

 

Mit dieser perfekten Aussicht auf den Fitz Roy verbringen wir Silvester und rutschen schlummernd, wie immer, ins neue Jahr. 

 

Wir fahren durch eine wunderschöne Berglandschaft und verlassen Argentinien über den Paso Roballos.

 

Wir sehen uns wieder in Chile. Die 2.