Argentinien.

 

Reisezeit: 03.12.2018 – 13.01.2019

Visum: 90 Tage an der Grenze.

Carnet de Passages: Wir bekommen ein landeseigenes an der Grenze für 90 Tage.

Währung: Peso. 1 € = 42 Pesos.

Diesel: 34 - 36 Pesos/l (común); 40-43 Pesos/l (Infina = Eurodiesel).

Benzin: 31,80 Pesos/l (Super 95 Octan); 37,20 Pesos/l (Infina 98 Octan). An den großen Hauptverbindungsstraßen und in Städten ist es kein Problem an den Tankstellen mit Kreditkarte zu bezahlen. Wenn man aber die kleinen Nebenstraßen, z.B. entlang der Ruta 40 Richtung Norden, befährt, werden an den meisten Tankstellen keine Kreditkarten akzeptiert. Bargeld sieht man hier scheinbar lieber. Auch sollte man in manchen Geschäften darauf vorbereitet sein, dass man bei Benutzung der Karte einen Aufschlag bezahlt. Wir sind einfach in ein anderes Geschäft gegangen, die keine Gebühr verlangen.

Bargeld: An vielen ATM, aber nur bis max. 2000 Pesos und einer Gebühr bis 5 € pro Transaktion. Besser ist es Dollar oder Euro mitzuführen, um sie dann in einer Bank zu tauschen.

Kreditkarten: Weit verbreitet.

Fahrzeugversicherung: Obligatorisch.

Straßengebühr: 3015 km sind wir gefahren, 590 Pesos haben wir bezahlt (ca. 14 €). Mehrheitlich wurde unser Fahrzeug in Kategorie 2 eingestuft, nur einmal in Kategorie 3. An der internationalen Brücke bei Fray Bentos kommt noch eine separate Gebühr von 340 Pesos (Cat. 2) hinzu.

Wichtig: Im Land herrscht Abblendlicht- und Gurtpflicht. Auch Handyfonieren während der Fahrt ist verboten. Es drohen empfindliche Strafen. Speziell zahlungskräftige Touristen sind gern gesehene Opfer. Diese Vergehen werden sehr gerne im Norden in den Regionen Corrientes und Entre Rios geahndet. Aber auch in anderen Regionen ist man nicht davor gefeit. Nicht angelegter Gurt oder fahren ohne Abblendlicht kann bis zu 8000 Pesos Kosten (etwa 200 Euro). Zudem ist ein reflektierender 80er-Aufkleber Pflicht.

 

Wir haben uns für den kleinen Grenzübergang Palena-Carrenleufu entschieden, den wir am 03.12.2018 überqueren. Es ist eine gute Wahl. Nur zwei kleine Container stehen am Grenzübergang, in denen Polizei und Zoll untergebracht sind. Wir werden sehr freundlich empfangen sowie schnell und unkompliziert abgefertigt. Beim Zoll nur die Frage, haben sie Fleisch, Obst oder Gemüse dabei. Wir antworten ja, hätten aber alles im Vorfeld gekocht oder gebraten. Der Zöllner gibt sich mit unserer Aussage zufrieden, ohne unser Fahrzeug zu inspizieren. 20 Minuten später sind wir schon wieder auf der Piste.

Wir haben allerdings noch  kein argentinisches Geld, weswegen wir den kleinen Ort Trevelin anfahren. Bei der einzigen Bank im Ort wird mir am Geldautomaten fast schlecht. Maximal 50 € (ca. 2000 Pesos) will die Kiste mir nur auszahlen, plus 5 € Gebühr. Die haben doch wohl nicht alle Schweine im Rennen!!!!!! Also nehmen wir die US$, die wir seinerzeit in Uruguay am Automaten gezogen haben und tauschen einen Teil davon um, was wiederum eineinhalb Stunden dauert. Erst eine Nummer ziehen, dann sich in die lange Wartereihe setzen, dumm auf die vier Kassenschalter starren, von denen nur einer besetzt ist und hoffen, dass dieses Drama schnell vorüber ziehen möge. Im einzigen größeren Supermarkt im Ort kommt der nächste Schock. Preise, dass sich einem die Fußnägel hochklappen. Es ist kein Vergnügen in Argentinien einzukaufen.

 

Der Nationalpark Los Alerces ist nicht weit. Er soll ausgedehnte Wanderwege haben. Die freien Campingplätze sind außerhalb der Saison umsonst, jedoch kommt nur einer davon für uns in Frage, alle anderen sind für uns zu eng. Viele der Wanderwege sind zurzeit wegen mangelnder Wartung gesperrt. Trotzdem versuchen wir unser Glück, doch schlussendlich kehren wir nach fünfhundert Metern frustriert um, weil so gut wie keine Beschilderung vorhanden ist und alle fünf Meter ein umgefallener Baum auf dem so gerade noch zu erkennenden Trampelpfad liegt, der dann im Nirgendwo endet.

 

Als wir in El Bolson eintreffen, ist es so warm, dass wir auf kurze Hosen und T-Shirt umsteigen müssen. Zwei Tage später haben wir tagsüber max. 10° und in der Nacht -2°. Am folgenden Tag wieder genau umgekehrt. Entlang der 7 Seen (Siete Lagos) werden wir verwöhnt von wunderschöner Natur. Glasklares Wasser, in dem man in zwei Meter Tiefe immer noch die Fische schwimmen sieht. Umgeben ist das Ganze von Araukarien-Wäldern oder den unter Naturschutz stehenden Alercen.

 

Auf der Ruta 40 Richtung Norden wird es wenige Kilometer weiter dann landschaftlich richtig schön, als wir den Nationalpark Nahuel Huapi durchfahren. Glasklare Seen und Flüsse, eingerahmt von Wäldern und dahinter schneebedeckte Berge. Um die Touristenhochburg San Carlos de Bariloche machen wir einen Bogen und lassen uns wenig weiter auf einem wilden Stellplatz für einige Tage nieder.

 

Wenige Kilometer abseits der Ruta 40 liegt der Nationalpark Vulcan Lanin, an dem wir vor Jahren für lau stehen konnten. Heute ledert man die Touristen aber so richtig ab. Nicht nur, dass wir mal wieder das Doppelte (350 Pesos/Person/Tag) an Eintritt abdrücken sollen, der Argentinier bezahlt 160 Pesos, nein, will man im Park auch noch campen ist man nochmal 350 Peso pro Person pro Tag los. Macht mal eben schlappe 33 Euro pro Tag für zwei Personen. So schön wie dieser schneebedeckte Vulcan auch ist, aber das sind wir nicht bereit zu bezahlen und tschüss und weg.

 

Heiligabend ist in Sicht und wir fragen uns, wo wir wohl diesmal stehen werden. Schöne Stellplätze sind in dieser Gegend rar gesät, da kommt Malargüe in Sicht. Eigentlich brauchen wir einen Platz mit Internet, um wichtige, längst fällige Sachen zu erledigen. Der einzige Platz, der diese Vorrausetzung erfüllt, ist eine staubige Truckertankstelle. Aber nach Weihnachten ist uns gerade nicht wirklich, haben wir doch tatsächlich einen Tag vorm Fest sage und schreibe 34°. Und zugleich feiern wir Premiere, es ist das erste Mal, dass wir am Heiligen Abend an einer Tanke stehen, anstatt irgendwo in der freien Natur. Das lässt uns aber nicht die Stimmung verderben. Marion hat schon seit Tagen die Hütte geschmückt. Am vermeintlichen Tag gibt es wie immer ein leckeres Menü und am Abend kommt der Hammer aus der Werkzeugkiste auf den Tisch. Damit kann sich meine Frau dann die Geschenke aus dem Kopf schlagen, die sie sich gewünscht hat. War nur ein Scherz!

 

Am 26.12. haben wir uns mit unseren argentinischen Freunden in Mendoza verabredet. Als wir dort ankommen, stehen wir vor verschlossenen Türen und müssen feststellen, dass wir einen Tag zu früh bei ihnen aufgeschlagen sind. Wir hatten schon länger nicht mehr auf den Kalender geschaut und haben uns um einen Tag vertan, hatten es einfach nicht richtig auf dem Schirm. Heilig Abend einen Tag zu früh gefeiert, zu früh bei Fabian und Gaby…. Alzheimer lässt grüßen! Zufällig treffen die beiden dann aber doch noch ein, was für eine Freude, haben wir uns doch seit 12 Jahren nicht mehr gesehen.

In der Nachbarschschaft der beiden lebt der Schweizer Kari. Einst Postbote in der Schweiz. Jetzt führt er gut betuchte Touristen auf den höchsten Berg auf dem amerikanischen Kontinent, den Aconcagua (fast 7000 Meter hoch). Sechs Mal hat er bereits den Mount Everest bestiegen. Was man nicht alles für Leute trifft?!       

 

Nach mehr als zwei Wochen Aufenthalt verlassen wir unsere Freunde und machen uns auf in die Region Ente Rios, um Oscar und Sofia, eine Reisebekanntschaft aus Argentinien, zu besuchen. Diese Gegend, sowie die von Corrientes, sind berühmt berüchtigt, wegen extrem korrupter Polizei. So gut wie jeder Reisende hat bislang Erfahrung gesammelt mit diesen äußerst üblen Ordnungshütern. Auch wir haben vor Jahren schon einmal schlechte Erfahrungen mit diesem Pack gemacht. Man könnte meinen, sie machen regelrecht Jagd auf ausländische Touristen. Gern halten sie die nichts ahnenden Touris wegen nicht korrekt angebrachtem Unterfahrschutz bei LKW an (er muss am Ende des Fahrzeugs montiert sein), Zusatzscheinwerfer, die höher angebracht sind als die Originalscheinwerfer oder die Frage nach einem Leichensack (schließlich muss man ja einen Toten ordnungsgemäß entsorgen. Kein Scherz!!!!). Finden sie auf die Schnelle nichts, womit sie sich ihr Taschengeld aufbessern können, wird einfach was erfunden. Dann hast du die Möglichkeit, die Strafe direkt dem miesen Bullen in die Hand zu drücken oder eine wesentlich höhere Strafe offiziell irgendwo einzuzahlen, das mit viel Aufwand verbunden ist. So wagen wir uns also in die Höhle des Löwen. Wenn Oscar und Sofia nicht wären, wir hätten garantiert einen anderen Grenzübergang als Fray Bentos gewählt, um nach Uruguay zu kommen. Aber komischerweise passiert nix, kein Bulle hält uns an. Bei jeder der häufig vorkommenden Polizeisperren werden wir durchgewunken. Wir schaffen es tatsächlich unbeschadet bis an die Grenze nach Uruguay, die wir am 13.01.2019 überschreiten.

 

Demnächst wieder im diesem Theater. Walter und Marion.

 

PS: Bei uns hat sich einiges getan. Wir haben eine kleine Reiseagentur gegründet und wollen Reisende mit großen und kleinen Fahrzeugen durch Südamerika begleiten. Es wäre toll, wenn ihr für uns ein wenig Reklame machen könntet und diese Webseite www.truckadventure.de an alle weitergebt, die ihr kennt. Dankeschön.