Südafrika        

 

Reisezeit:  07.05.2016 - 05.08.2016

 

Visum: Visumsfrei 90 Tage im Kalenderjahr kostenlos an der Grenze.

Carnet de Passages: Ja.

Währung: Rand. 1 Euro = 17,50 Rand.

Diesel: 10,40  – 12,45 Rand/l

Bargeld: An zahlreichen ATM.

Kreditkarten: Weit verbreitet.

Road Tax: Auf einzelnen Streckenabschnitten ist eine Gebühr zu entrichten.

Versicherung: Schäden beim Unfallgegner sind über den Treibstoffpreis geregelt. Alles andere kann separat abgeschlossen werden.

 

Nachdem wir bislang meistens größere Grenzübergänge gewählt haben, rollen wir nun von Botswana aus bei Zanzibar auf die südafrikanische Seite zu. Versteckt im dichten Buschwerk tut sich plötzlich dieser winzige Grenzübergang vor uns auf. Überaus freundlich werden wir empfangen, als wären wir hier die ersten Grenzgänger seit langer Zeit. Normalerweise hätten die Grenzformalitäten max. 5 Minuten gedauert, aber……… der zuständige Beamte für das Stempeln der Pässe steht auf deutschen Fußball. Geschlagene 45 Minuten sabbert der uns die Ohren voll, wie gut doch die deutschen Fußballer seien. Wir nicken immer nur freundlich, denn man will sich ja keine Feinde machen, weil Ahnung haben wir keine vom Fußball, aber davon viel. Mehrmals hebt der Beamte den Stempel und setzt an zum finalen Schlag, wir halten die Luft an, aber dann fällt ihm wieder ein neuer Spieler ein und der Stempel saust wieder runter, leider aber neben den Pass. Letztendlich trifft er aber doch noch sein Ziel. Jetzt aber nix wie weg, bevor ihm noch eine andere Sportart einfällt, über die man sich auslassen könnte.

 

Video: Badetag im Krüger Nationalpark

 

Auf schön staubiger Piste machen wir uns abermals auf in Richtung Krüger NP, denn unsere Wild Card ist immer noch gültig, mit der wir freien Eintritt in die meisten südafrikanischen Nationalparks haben. Doch zuvor rufen wir Anton an, unseren Freund und Ranger im Park. Am anderen Ende der Leitung ist kurz und bündig zu vernehmen, macht hin und bummelt nicht, denn am kommenden Wochenende wollen er und einige Freunde wieder im Busch übernachten und wir sind herzlich eingeladen. So eine Gelegenheit kann man sich natürlich nicht entgehen lassen. Wann bekommt man schon die Gelegenheit im Krüger Nationalpark zu übernachten, inmitten wilder Tiere. Für uns ist es nun schon das zweite Mal, dass wir in diesen Genuss kommen. Diesmal ist es allerdings ein kleines, umzäuntes Areal, da sich in dieser Gegend mehrere Löwenrudel sowie viele Hyänen aufhalten. Und da Südafrikaner Berge von Fleisch auf den Grill werfen, will man kein Risiko eingehen sich das Gegrillte mit eben diesen Tieren teilen zu müssen. Am Samstagvormittag fahren wir mit der Truppe zum Angeln. 60 Kilometer fahren wir tief in den Busch des Parks bis wir einen ruhigen Flussabschnitt erreichen, unweit der mosambikanischen Grenze. Keinen von ihnen stören die Spuren von Elefanten, Büffeln, Hippos, Löwen, Leoparden und Hyänen. Ein einzelnes Hippo sucht schleunigst das Weite, als die ersten Angelhaken ihm um die Ohren fliegen, nur die Krokodile verharren in ihren Positionen um eventuell einem den Fisch vom Haken zu klauen. Es gibt hier so unglaublich viele Fische, dass fast jeder zweite Versuch einen hungrigen Tigerfisch zu Tage bringt, der allerdings wieder ins Wasser gelassen werden muß, da das Fischen für Bedienstete des Parks zwar erlaubt ist, aber der Verzehr verboten. Marion und ich können jedoch wenig Verständnis für diese Art von Tierquälerei aufbringen.

Die Fische quälen sich allerdings anders als zurzeit der Rest der Tierwelt im Krüger Park. Seit Monaten ist hier kein nennenswerter Regen mehr gefallen, alles Gras ist bis auf den letzten Millimeter abgenagt. Unsere Begleiter erklären uns, dass es als erste die Hippos trifft. Sie müssen sich nun des Nachts bis zu 30 Kilometer von ihren angestammten Wasserlöchern entfernen, um überhaupt noch was zu fressen zu finden. Entweder sie sterben direkt an Hunger oder Erschöpfung oder an den Folgen von Sonnenbrand und den daraus resultierenden Infektionen, da sie nicht rechtzeitig bei Sonnenaufgang wieder an ihren Wasserlöchern sind. Als nächstes folgen alle anderen Grasfresser u.s.w.

 

Video: Tierleben Afrikas

 

Zurzeit werden gezielte Abschüsse diskutiert, um den übrigbleibenden Tieren das Überleben zu sichern. Eine unglaubliche Tragödie spielt sich hier gerade ab, deren Ausmaße nicht abzusehen sind. Ein weiteres Phänomen ist gerade aktuell. Nilgänse lassen sich seit längerer Zeit hier in Massen nieder, die aber eigentlich nicht hier hingehören. Sie sind äußerst aggressive Gesellen. Sie überfallen die Nester der Adler und töten die Jungen direkt im Nest oder werfen sie aus selbigem. Die Adlerpopulation ist bereits dramatisch zurückgegangen und auch hier erörtert man gezielte Abschüsse. Nachdem uns am Sonntagabend der Kopf von den vielen Informationen dröhnt, werden wir noch von Anton und seiner Frau Elize eingeladen, bei ihnen zu Hause im Camp zu übernachten. Nach einem gelungenen Grillabend werden wir die 200 Meter mit dem Auto zu unserem Fahrzeug gebracht, da ein herumstreunender Leopard gerade dem Camp einen Besuch abstattet, was allerdings keinen der Ranger aus der Ruhe bringt. Alle sitzen locker bei eiskaltem Flaschbier im Garten und freuen sich ihres Lebens. Sie haben schon ganz andere Sachen hier erlebt, wie zum Beispiel Löwen vor der Garage oder eine Hyäne in der Küche u.s.w.

Nach diesem langen Wochenende verlassen wir unsere Freunde, um zwei weitere Camps im Park anzufahren, die wir für die nächsten sechs Tage gebucht haben. Eines der beiden ist das Crocodile Camp. Es wäre nicht besonders erwähnenswert, da es im Gegensatz zu anderen Camps eher klein ist und für Fahrzeuge unserer Größe wenig Stellmöglichkeiten bereithält, wären da nicht die zutraulichen Warzenschweine, die sich morgens und abends zu den Mahlzeiten auf dem Platz einfinden, indem sie sich ein Loch unter dem Zaun gegraben haben, der uns eben vor Bewohnern des Parks schützen sollte. Wenn man sie nicht verscheuchen würde, würden sie ihre Schnauze auf den Tisch legen.

Am 25.05.2016 verlassen wir den Krüger Nationalpark ein letztes Mal und fahren in das kleine Königreich Swaziland. Nach Bezahlung der Road Tax von 80 Rand steuern wir den Camping des Malolotja Naturreservats an und gönnen uns in 1500 Meter ü.d.M. ein paar Tage Ruhe ohne jegliche störende Geräusche, was im Krüger Nationalpark nicht immer der Fall war, weil dort relativ viel Verkehr herrscht. Wenn die Sonne im gebirgigen Swaziland untergegangen ist, wird es für uns sonnenverwöhnte Weicheier schnell recht kalt. Um 19.00 Uhr zeigt das Quecksilber nur noch 12° an, Tendenz sinkend. Und wäre das nicht schon unbehaglich genug, fängt es auch noch an zu regnen. Seit 4 Monaten ist das für uns der erste Regen.    

 

Video: Swazi Cultural Village

 

Von hieraus geht es weiter in die Hauptstadt Mbabane. Wenig außerhalb gibt es das Mantenga Naturreservat mit seinem traditionellen Dorf. Jeden Tag finden aufschlussreiche Führungen durch das Dorf statt und es wird den Besuchern erklärt, wie die Bewohner einst gelebt haben. Abschließend werden uns noch ihre traditionellen Lieder und Tänze vorgeführt. Wer das Land so wie wir von Nord nach Süd bereist, dem fällt unweigerlich das krasse Landschaftsbild auf. Das nördliche Drittel wird von der Holzindustrie beherrscht. Es gibt praktisch keinen einzigen natürlich gewachsenen Baum mehr in dieser Gegend. Schnell wachsender Eukalyptus und Fichten werden angepflanzt. Die Mitte ist so gut wie restlos kahl rasiert und das restliche Drittel wird beherrscht von Zuckerrohrplantagen.

Und am 29.05.2016 stehen wir auch schon wieder an der Grenze zu Südafrika, um am gleichen Tag noch am Indischen Ozean bei St. Lucia eine Pause einzulegen. Um von unserem Übernachtungsplatz den Strand erreichen zu können, muss man über einen mehrere hundert Meter langen Holzsteg laufen, der durch eine Lagune mit dicht bewachsenem Gemüse führt. Ausdrücklich wird hier vom Verlassen des Steges gewarnt. Krokodile in XXL-Größe sind hier zahlreich anzutreffen. Ich könnte diesen wunderschönen, fast lautlosen Killern den ganzen Tag beobachten, auch wenn sie sich kaum bewegen. Marion dagegen wird es schnell langweilig, sie ist eher drauf versessen irgendwelchen Vögeln hinterherzujagen, um sie in ihre Fotogallerie aufzunehmen.    

Auf unserem weiteren Weg nach Durban lernen wir Shannon und seine Frau Theresa kennen. Spontan laden sie uns zu sich nach Hause ein. Shannon ist Workaholic und gleichzeitig  Inhaber eines kleinen Betriebes, die Sicherheitszäune jeglicher Art herstellen. Weiterhin betreibt er noch einen Maschinenpark für Metallverarbeitung. Seine größten Auftraggeber sind die umliegenden Minen. Wo andere Betriebe nicht mehr weiter wissen ist seine Firma Raptor gefragt. Sollte jemals einer ein Problem haben, um was gedreht, gefräst, geschweißt oder konstruiert haben zu müssen, ist man bei ihm bestens aufgehoben. Für mich ist er einer der cleversten Menschen, die mir jemals über den Weg gelaufen sind. In kürzester Zeit hat er für jedwedes Problem eine nahezu perfekte Lösung parat. Mit ihm und seiner Familie verbringen wir ein Wochenende unter anderem auf einem Farmermarkt. Viele umliegende Farmer bieten hier jedes Wochenende ihre Produkte an und ein Besuch lohnt sich und sei es nur, um sich den Bauch mit allerlei Köstlichkeiten vollzuschlagen.

 

Video: Wanderung im Golden Gate Nationalpark

 

Eigentlich sollte es von hieraus nach Lesotho gehen. Dabei sollte der Sani-Pass eines der Highlights bilden, über den wir in den kleinen Inselstaat einreisen wollten, jedoch machen uns Schnee und Glatteis auf diesem Weg einen Strich durch unsere Pläne. So entscheiden wir uns für einen weiteren Besuch in den Drakensbergen und einen Besuch im Golden Gate Nationalpark. Wir sind einfach nur begeistert von der unglaublichen Schönheit dieser faszinierenden Bergwelt. Beide Parks eignen sich bestens zum Wandern, denn gerade jetzt sind die Tagestemperaturen moderat, weil Winter ist, aber des Nachts fällt das Quecksilber nicht selten in Minusbereiche.  Ach ja, hab ich doch eben noch von Warzenschweinen im Krüger Nationalpark berichtet, die uns fast das Essen vom Tisch geholt haben. Heute haben wir von Südafrikanern gehört, dass sich vor wenigen Tagen auf eben diesem Camping eine Hyäne unterm Sicherheitszaun durchgezwängt hat und einem fünfzehnjährigen Jungen ins Gesicht gebissen hat. Er hat die Attacke zwar überlebt, liegt aber schwer verletzt in Johannisburg im Krankenhaus.    

Im Willem Pretorius Naturreservat können wir auf dessen Camping bei einem unschlagbar günstigen Preis von 120 Rand (7 Euro) pro Platz leider nicht nein sagen. Wir sind hier wegen der Wintersaison völlig allein. Beim freien Blick auf den angrenzenden See, der unglaublichen Ruhe hier und der gut ausgebauten Straßen, auf denen wir mal wieder unsere Klappräder rausholen können, kommen wir nicht umhin, ein paar Tage Rast einzulegen.

Auf nach Kimberley über Nebenstraßen, die hauptsächlich gut ausgebaute Pisten sind. Es ist Sonntag und auf den ersten 150 Kilometern kommen uns gerade mal 7 Autos entgegen. Da das hohe Verkehrsaufkommen keine Rushhour sein kann, denn es ist gerade mal 10.00 Uhr, werden die Massen an Autos eher wohl Kirchgänger sein, denn die meisten Südafrikaner sind streng gläubig. Vom Big Hole (großes Loch) in Kimberley schwärmt jeder Südafrikaner, welches man unbedingt gesehen haben muß. Hier wurde im Jahre 1871 der erste Diamant in Südafrika gefunden. Das Big Hole ist mit 240 Metern Tiefe und geschätzten 400 Metern Durchmesser das angeblich tiefste, von Menschenhand gebuddelte Loch der Welt. 22.500.000 Tonnen Erdreich und Gestein wurden hier bewegt, danach hat man bis zu 1097 Metern tief in unterirdischen Stollen weiter gegraben, um insgesamt 14.504.566 Karat zu Tage zu fördern. Nun ja, das Loch ist halt eben nur ein tiefes Loch und haut mich persönlich nicht aus den Schlappen, aber das Freilichtmuseum mit der dazugehörigen Geschichte ist ein Besuch wert. Eine Fahrt in einen nachgebauten Stollen, in dem eindrucksvoll gezeigt wird unter welchen gefährlichen Bedingungen hier die Diamanten abgebaut wurden, die alten Häuser und Maschinen, das ist eher mein Ding.

Der Karoo Nationalpark ist unser nächstes Ziel. Da die Entfernung für eine Tagesetappe uns zu viel erscheint, machen wir einen Übernachtungsstopp auf einer abgelegenen Piste. Wenn wir auch eine ruhige und ungestörte Nacht hier verbringen, können wir jedoch einen Rekord verzeichnen. Wir erleben die bislang kälteste Nacht mit -8°C seitdem wir in Afrika sind. Der Karoo Nationalpark, den wir am nächsten Tag erreichen, besticht uns eher durch seine außergewöhnlich schöne Berglandschaft, als durch seine Tierwelt. Das einzige tierische Highlight, das uns widerfährt, ist ein Rudel Löwen, das sich morgens um 5.00 Uhr bei -5° nahe des Sicherheitszaunes niedergelassen hat und lautstark auf sich aufmerksam macht. Aber bis wir in die Puschen kommen, sind die schon auf Nimmerwiedersehen weitergezogen.

 

Video: Rendezvous mit dem weißen Hai

 

Was uns danach an die Küste nach Mossel Bay verschlägt, ist einzig und allein die Tatsache, dass hier das ganze Jahr über eine große Anzahl an Haien und im Spezielle, weiße Haie anzutreffen sind. Diese zu beobachten, vom Boot aus sowie unter Wasser, steht ganz oben auf unserer To-do-Liste. Wobei sie unter Wasser zu sehen mehr mein Anliegen ist, Marions Euphorie hält sich da eher in Grenzen. Also auf ins Dorf und eine Tour gebucht. Am nächsten Morgen starten wir auf einer Nussschale mit weiteren achtzehn Gästen und vier Besatzungsmitgliedern in Richtung einer kleinen vorgelagerten Insel, auf der sich etwa zweitausend Robben tummeln. Und genau hier trifft man auch die Haie an. Mit übel stinkender Fischbrühe werden schon mal die niedlichen Fische angelockt, während man den Käfig ins Wasser lässt. Der 3,50 x 0,70 m große Drahtkäfig kann bis zu sechs Personen aufnehmen. Und nun geht das Gedrängel erst richtig los. Unser Unternehmen hat da doch eher auf Quantität als auf Qualität gesetzt. Sechs Leute versuchen sich die Neoprenanzüge überzustülpen, denn das Wasser hat gerade mal 14°. Aus Platzmangel tritt man sich gegenseitig ständig auf die Füße. Da mir das Gedränge mächtig auf die Nerven geht und mit die Zähne Klappern, steige ich als erster in den Käfig. Tatsächlich haben sich mittlerweile drei weiße Haie um unsere Nussschale versammelt, der größte davon ist etwas 4 Meter lang, ich betone 4 Meter, gefolgt von 3 Meter und etwa 2,50 Meter. Selbst letzterer macht einem schon gehörig Fracksauen. Aber nun bin ich schon mal drin in dieser löchrigen Badewanne, die schon mächtig verbeult ist und von einigen Zusammenstößen zeugt. In den ersten 15 Sekunden bin ich so damit beschäftigt mich an den vorgeschriebenen Griffen festzuhalten, weil der Neoprenanzug mir ständig unerwünschten Auftrieb verleiht. Die Sicht unter Wasser ist trüb und beträgt vielleicht einen Meter. Unsere Besatzung hat in der Zwischenzeit an Seilen befestigte Thunfischköpfe als Köder ins Wasser geworfen. Unter Wasser kann ich das Platschen der Köder vernehmen. Sie treiben etwas drei Meter vor mir auf der Wasseroberfläche. Als ich endlich damit fertig bin, alle wichtigen Körperteile in sicherer Entfernung platziert zu haben, taucht auch schon das vier Meter Monster mit geöffnetem Maul vor mir auf und will sich den Köder einverleiben. Der oben an Deck zieht aber an dem Seil. Das Monster verpasst darauf seinen anvisierten Happen und da ein Hai keine Bremsen hat, kracht er ungebremst in die Bretter, äh, ich meine natürlich in die Gitterstäbe, genau in meiner Augenhöhe. Sein geschlossenes Maul klemmt etwa dreißig Zentimeter vor meinem Gesicht zwischen den Gitterstäben, rundherum ist der Kärif verbogen. Ich bin unfähig mich zu bewegen, wohin auch, ich klebe schon an der Rückwand. Dann zappelt diese geballte Tonne von Fleisch zweimal hin und her und schon sieht man ihn nur noch schemenhaft im trüben Wasser verschwinden. Ich schätze vor lauter "Schiss" sind mir gerade die Augen aus den Höhlen getreten, dass man sie hätte abschneiden können und wenn ich nicht schon am Morgen auf dem Klo gewesen wäre, hätte ich mir spätestens jetzt in den Frack geschissen. Nach etwa zehn Minuten verlase ich den Käfig mit weichen Knien. Das war definitiv genug Adrenalin für die nächsten zehn Jahre. Die restliche Zeit genieße ich noch mit Marion zusammen an Deck, mit immer noch hochstehenden Nackenhaaren. Dieses Ereignis wird mir die nächsten hundert Jahre im Gedächtnis bleiben! (Marion's Kommentar: So alt wird der gar nicht!).

 

Zufällig kommen wir wenige Tage später durch den kleinen Ort Franschhoek; das Wochenende steht bevor. Das Städtchen ist mit französischen Flaggen und Bannern rausgeputzt. Wir erfahren, dass sich in dieser Gegend viele französische Weinanbauer niedergelassen haben und einmal im Jahr ein Weinfest veranstalten. Das Wetter ist gut, wir haben Zeit genug, also ab auf den zehn Kilometer entfernten Campingplatz, um Goliath längere Zeit unbeaufsichtigt lassen zu können. Das perfekte Wetter veranlasst uns mal wieder die Fahrräder rauszuholen. Also radeln wir die 10 Kilometer nach Franschhoek. Nach ausgiebiger Besichtigungstour des Ortes, mit Mittagessen und anschließenden Weinproben, machen wir uns leicht angesäuselt wieder auf den Rückweg. Die Null Promillegrenze in Südafrika gilt ja nur für Autofahrer. Bis auf wenige Male maulen wie mir brennt der Hintern oder meine Beine machen schlapp, hält sich Marion auf den insgesamt 20 Kilometern erstaunlich gut. Sie bringt mich nach all den Jahren immer wieder mal zum Staunen.

 

Video: Urlaub am Cederberg  

 

Die letzten zwei Wochen in Südafrika sind angebrochen und wir sind schon zum dritten Mal auf dem Weg in den Cederberg. In dieser beeindruckenden Bergwelt wollen wir noch ein paar Tage wandern gehen und vielleicht läuft uns ja mal endlich ein Leopard über den Weg, der hier, wenn auch selten, anzutreffen ist. Könnt ihr euch sowas in Deutschland vorstellen? Da machen sich die Menschen schon ins Hemd, wenn ein Meerschweinchen ausgewildert wird. Aber außer einer großen Anzahl Pavianen von teilweise eindrucksvoller Größe, sehen wir kaum Wildtiere. Aber auch die hauen einen nicht mehr wirklich vom Hocker, da man sie fast überall antrifft und man sich an ihre Nähe schon gewöhnt hat.

 

Video: Im Augrabies Nationalpark

 

Der Augrabies Nationalpark ist unsere letzte Station in Südafrika, bevor wir dieses schöne Land verlassen müssen. Im Park selbst sieht man allerdings wenige Tiere, dafür besticht er durch seine schöne Landschaft. Der unangefochtene Publikumsmagnet ist jedoch der Augrabies Wasserfall, der nur wenige Gehminuten vom Camping aus zu erreichen ist. Hier fällt der Oranje River in eine tiefe Schlucht. In der Regenzeit braucht er sich hinter den Victoria-Wasserfällen in Sambia nicht zu verstecken, eben nur etwas kleiner.

 

Am 05.08.2016, am allerletzten Tag unserer Aufenthaltsgenehmigung von Südafrika, gehen wir am Grenzübergang Velloorsdrift ein weiteres Mal nach Namibia.

 

Bis dahin grüßen euch die 2.           

 




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