Südafrika - Teil 5

 

Reisezeit: 07.10. – 02.12.2015


Gerade noch rechtzeitig kommen wir in dem kleinen und beschaulichen Örtchen Graaff-Reinet an. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Alles geht seinen geruhsamen Weg, nur auf der Hauptstraße ist etwas Verkehr. Auf den wenigen Nebenstraßen könnte man Oma im Lehnstuhl mitten auf die Straße schieben, nichts würde passieren.
Gerade noch rechtzeitig soll heißen, dass morgen wieder einmal der erste Mittwoch im Monat ist und da gehen die Treibstoffpreise entweder rauf oder runter. Da die Spritpreise in den letzten Monaten ständig bergab gegangen sind, sagt uns unser Gefühl, nun geht’s wieder hoch. Und richtig, an den Tankstellen wird uns bestätigt, morgen geht der Dieselpreis um satte 52 südafrikanische Cent in die Höhe. Also rein mit dem noch günstigen Saft.
Danach fahren wir auf den städtischen Campingplatz, doch an der Rezeption hält man es nicht für nötig uns zu sagen, dass es zurzeit keinen Strom gibt und somit auch kein heißes Wasser zum Duschen. Für unsere Beschwerde am nächsten Morgen hat der Manager ein Einsehen. Wir bekommen unser Geld zurück und fahren auf den Camping des Camdeboo NP. Was die Tiere angeht, ist der Park nicht gerade der „Brüller“; viele Strauße, Weißschwanzgnus, ein paar Springböcke, das war’s. Zum anderen können wir einige Pisten im Park nicht fahren, da die Vegetation zu dicht geworden ist, um unbeschadet hindurch zu kommen. Was man sich im Park allerdings nicht entgehen lassen sollte, ist das Valley of Desolation. Uralte Felsformationen haben sich hier gebildet und haben die Landschaft eindrucksvoll gestaltet.
Da sich in den folgenden Tagen kaum Möglichkeiten ergeben wild zu übernachten, machen wir „Farmercamping“.  Zäune stehen häufig so nah an der Piste, daß wir kaum Platz haben zum Stehen, was uns veranlasst bei Farmern anzuklopfen. Die Gastfreundschaft der südafrikanischen Farmer ist schier unglaublich. Bei allen werden wir herzlich aufgenommen und obwohl wir nur einen Platz zum Übernachten brauchen, werden wir fast immer zum Essen oder mindestens auf ein paar Bierchen oder Wein eingeladen. Gleichzeitig bekommen wir fast jedes Mal die Option, doch mehrere Tage bei ihnen stehen zu bleiben.
Auf einer dieser Pisten, die in den meisten Fällen in sehr gutem Zustand sind, gibt es aber auch Ausnahmen. Trotzdem kommt es dann doch ab und zu mal vor, dass sich plötzlich große Löcher vor einem auftun, die einem die Achsen wegreißen könnten, falls man diese Fallen übersieht. Die Ursache hierfür ist entweder durch Unterspülung von Regenwasser oder weil Warzenschweine sich ausgerechnet hier eine lauschige Behausung  gebaut haben. Und gerade auf einer dieser Pisten haben wir unseren zweiten Plattfuß, seit wir Deutschland verlassen haben und das nach etwa 80000 Kilometern. Ich erwähne das nur, da wir bei unserer ersten Tour, bei ähnlichem Kilometerstand, etwa 20 Plattfüße hatten, allerdings waren wir damals noch mit Schläuchen in den Reifen unterwegs. Bei kleinen Löchern werde ich eigentlich selbst tätig und flicke das Loch mit einem Gummistopfen, aber diesmal ist es ein längerer Riss in der Lauffläche, der eine besondere Behandlung braucht, deswegen steuern wir den Ort Matathiele an, wo wir unseren Reifen flicken lassen.
Eigentlich wollten wir nach Lesotho, aber da ich seit 10 Wochen immer noch auf meine Visumsverlängerung warte, können wir uns das im Moment abschminken. Ohne gültigen Stempel im Pass riskiert man eine ein- bis fünfjährige Einreisesperre nach Südafrika. Also besuchen wir erst einmal die Drakensberge, die an der Grenze zu Lesotho liegen. Um einige Tage die Seele baumeln zu lassen, fahren wir den Ukhahlamba Drakensberg Park an. Hier wird ein Campingplatz in atemberaubender Landschaft angeboten. Von hieraus kann man viele  Wanderrouten nutzen, aber auch Touren hoch zu Pferd oder mit dem Mountainbike sind möglich. Es wird besonders beim Wandern darauf hingewiesen sehr wachsam zu sein, was Schlangen angeht. Sehr verbreitet seien hier die Rinkhalskobra und die Bergotter. Gerade in den Morgen- und Abendstunden liegen sie nicht selten auf den Wanderpfaden und sonnen sich oder aber sind auf der Jagd. Na dann, auf zum fröhlichen Wandern! Diese beiden Spezies fehlen uns unter anderem noch auf unserer Liste. Jedoch haben wir kein Glück, es kriecht uns keine dieser schönen Reptilien über den Weg. Aber dafür sind wir täglich auf’s Neue angenehm überrascht, was für eine schöne und abwechslungsreiche Landschaft Südafrika zu bieten hat.
Das Albert Falls Naturreservat bietet uns an einem großen See einen geräumigen Campingplatz. Es bietet mir gleichzeitig die Möglichkeit mal wieder das Radel vom Dach zu holen und um den See zu radeln. Abends machen wir uns dann gemeinsam auf über die Trampelpfade durch den Busch zu wandern. Etwas entfernt vom See laufen wir an einem mehrere Quadratmeter umfassenden Haufen Elefantenscheiße vorbei; so denken wir. Marion will sich vor lauter „Fracksausen“ schon wieder auf den Camping zurückziehen. Sie ist sauer, keiner hat uns gesagt, dass es hier Elefanten gibt. Nur mit viel Geduld kann ich sie überreden, weiter mit mir durch den Busch zu wandern. Meine Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Wenige Hundert Meter weiter trottet eine fünfzehnköpfige Giraffenherde etwa 50 Meter an uns vorbei. Anfangs bemerken sie uns überhaupt nicht, weil wir wie angewurzelt stehen bleiben und weil gerade der Wind für uns günstig steht. Dann aber bemerken sie uns, aber nichts geschieht. Sie stehen plötzlich genauso angewurzelt da wie wir. Das sind solche Erlebnisse, die ich liebe. Wir ziehen weiter, ohne dass sie sich aus der Ruhe bringen lassen. Am Camping angekommen, fragen wir ob es hier Elefanten gibt. Ne, sagt der Ranger, Elefanten nicht, aber dafür Nashörner! Erst einige Wochen später finden wir heraus, dass Elefanten eher die Einzelscheißer sind und Nashörner die Gemeinschaftstoilette bevorzugen.
Wenige Tage später treffen wir auf unserer Weiterreise auf die R103. Wir wollen zum „The Bierfassl“. Das hört sich nach guter deutscher Küche an. Der jetzige Pächter, ein Südafrikaner, hat den Laden von einem Österreicher gepachtet. Da gerade kein geeigneter Standplatz auszumachen ist, machen wir dem Chef ein Angebot. Wir übernachten auf seinem Parkplatz, dafür bestellen wir jetzt Kassler mit Sauerkraut und anschließendem Apfelstrudel mit Sahne, und am nächsten Morgen würden wir noch zünftig frühstücken. Der Deal ist perfekt.
Nun sind wir in Nelspruit angekommen, ein Ort, der nahe am Krüger Nationalpark liegt. Seit Jahren versuchen wir den Park zu besuchen, jedoch ist immer wieder was dazwischen gekommen. Sollte es jetzt tatsächlich endlich mal klappen?! Wir sind gespannt. Ab dem 18.11. haben wir für 12 Tage auf sechs verschiedenen Campingplätzen gebucht. Die letzten uns bis dahin verbleibenden 10 Tage werden wir uns hier in der Gegend aufhalten. Das sind allerdings auch die letzten 10 Tage, an denen ich die Möglichkeit habe mein Visum abzuholen, wenn es dann endlich bearbeitet wäre, denn nach nunmehr 13 Wochen habe ich immer noch keine positive Nachricht. Danach sind wir im Krüger NP unterwegs und haben wahrscheinlich kaum eine Chance via WiFi ins Internet zu kommen, um zu erfahren, ob mein Visum abholbereit ist.
In einem Stadtteil von Nelspruit gehen wir in einem Spar-Supermarkt einkaufen. Wir werden die ganze Zeit von einem Angestellten beobachtet, der sich als der Besitzer herausstellt, als er endlich den Mut findet uns anzusprechen. Kurze Zeit später werden wir von Tim und seiner Frau Annemarie zum Essen eingeladen, auch sei Platz genug für Goliath, sodass wir bei ihnen auch übernachten könnten. Die beiden haben einen wunderschönen Garten und man fühlt sich fast wie im Dschungel, was Marion zur Höchstform auflaufen lässt. Bewaffnet mit ihrer Kamera, steckt sie mal ihre Nase in diese Blüte und den Kopf in jenes Gebüsch und blickt plötzlich in das Antlitz einer jungen, höchst giftigen Baumschlange (Boomslang). Nachdem Tim und ich durch ihren Aufschrei herbeieilen, sagt er so ganz beiläufig, oh, eine Baumschlange habe ich hier schon lange nicht mehr gesehen, meistens treiben sich Kobras, schwarze Mambas und Puffottern hier rum. Vor einigen Wochen, so erzählt er uns, haben er und seine Annemarie drei Wochen mit einer Speikobra, die sich unterm Kühlschrank verkrochen habe, in ihrem Haus zusammen gelebt. Dann musste er sie, bewaffnet mit Schutzbrille und Besen, aus dem Haus vertreiben. Sie war des Nachts ständig unterwegs und sie hatten dann doch einige Bedenken beim evtl. nächtlichen Toilettengang mit ihr zusammenzustoßen. Als er feststellt, dass wir seine Begeisterung für Schlangen teilen, machen wir uns in der Dunkelheit auf, bewaffnet mit einem fetten LED-Strahler, um Kobras zu erschrecken. Aber das gegenwärtige Regenwetter macht uns einen Strich durch die Rechnung, es ist einfach zu kalt, sodass Kobra und Co. heute in ihren Löchern verweilen.
Hier in dieser Gegend ist es recht schwierig wilde Übernachtungsplätze zu finden, da im großen Stil Nadelwald angepflanzt ist. Gerade jetzt ist alles völlig ausgedörrt, obwohl eigentlich Regen fallen sollte. Das Betreten der Wälder ist daher wegen der hohen Waldbrandgefahr strikt verboten. Drum stehen wir für einige Tage in Graskop auf dem Panorama View Camping, übrigens für uns einer der schönsten und gepflegtesten Campingplätze bislang in Südafrika und das zu moderaten Preisen. Ein weiterer Pluspunkt ist der wunderschön angelegte Pool, der direkt an der steil abfallenden Felswand angelegt wurde. Ein Blick über den Beckenrand und man hat einen beeindruckenden Ausblick in das weite Tal. Und gerade jetzt ist es besonders interessant, da weit draußen in der Ferne der Wald brennt. Vier Löschflugzeuge sind seit drei Tagen und mehr als zehn Stunden am Tag im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Sie nutzen diesen Pool als Orientierungspunkt, um dann über unseren Köpfen abzudrehen, um auf dem nahegelegenen Flugplatz Löschwasser nachzutanken. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn so ein „Brummer“ plötzlich aus dem Nichts auftaucht, direkt auf dich zuhält und dann über dir abdreht, mit einem Krach, dass dir die Badehose flattert. Von hier aus unternehmen wir einige Tagesausflüge, unter anderem zum hochgepriesenen „God’s Window“, also Fenster Gottes. Von einem Aussichtspunkt, den man mittlerweile bezahlen muß, schaut man auf ein weites Tal. Allerdings schaut man fast nur noch auf Nadelholzkulturen, die in Begriff sind die Buschlandschaft völlig zu verdrängen. Hier hat die Holzindustrie wirklich ganze Arbeit geleistet die Natur zu verunstalten. Für uns kein besonders schöner Anblick und dieser Touristennepp ist sein Geld auf keinen Fall wert.
18.01.2015. Wir stehen am Eingang des Krüger Nationalpark. Bis 14.00 Uhr ist Check-in-time auf dem vorgebuchten Camping, ansonsten wird dein Platz anderweitig vergeben. Am Nachmittag drehen wir unsere erste Runde im Park. Entlang eines Flusses können wir Herden von Elefanten aus nächster Nähe sehen. Wir klettern aus unserer Dachluke, sitzen auf dem Dach und freuen uns, denn wir sind anderen Fahrzeugen weitaus im Vorteil, wir haben den Überblick. Krokodile, Nilpferde, nervöse Büffel und selbst ein Nashorn kommen uns unter anderem vor die Linse, von den unzähligen Springböcken und Kudu-Antilopen ganz zu schweigen. Doch den „Hammer“ des Tages können wir eindeutig am späten Nachmittag auf unserer  Speicherkarte festhalten. Es dämmert schon und wir sind auf dem Rückweg zum Camp. Da liegt doch tatsächlich ein Leopard auf der Straße. Ich parke Goliath am Straßenrand, mache den Motor aus und wir genießen den Anblick dieser wunderschönen Raubkatze. Nach einer Weile steht er gemächlich auf, trottet ins nahe Gebüsch, markiert noch eben einen Baum und verschwindet im Busch. Na, wenn das nicht ein gelungener Auftakt im Krüger-Park ist!
Mein Visum ist übrigens immer noch nicht fertig. Aber jetzt ist es auch egal, wir haben keinen Internetempfang mehr, um zu überprüfen, ob sich vielleicht nicht doch noch was tut. Also werde ich ohne Visum an die Grenze fahren und schauen was passiert.
Am nächsten Tag starten wir bei bewölktem Himmel mit zeitweisen Schauern. Auch heute zeigt sich wieder der Vorteil eines großen Fahrzeugs. Der Streckenabschnitt, den wir gerade befahren, ist auf beiden Seiten gesäumt mit Buschwerk. PKW können nicht sehen, was sich dahinter verbirgt. Auf den ersten Blick sehen auch wir nur glänzende, graue Felsen, aber auf den zweiten Blick entpuppen sich diese Felsen als Nashörner, die in Erdvertiefungen liegen und offensichtlich den Regen genießen. Innerhalb einer Stunde können wir unglaubliche dreizehn Nashörner ausmachen. Das wird sich auch in den nächsten paar Tagen nicht ändern, wir sichten mittlerweile mehr Nashörner als Elefanten.
Am dritten Tag sehen wir unsere ersten Löwen, die sich an einem toten Nashorn die Bäuche vollschlagen. Zwei ausgewachsene Tiere bewachen den Kadaver; den Rest des Rudels erspähen wir wenig später vollgefressen und träge unter Schatten spendenden Bäumen liegen. Ranger, die wir später treffen, glauben, daß das Nashorn von Wilderern geschossen wurde, denn Löwen würden sich nur äußerst selten mit diesen gefährlichen Kolossen anlegen, da sie eine solche Attacke nicht selten unbeschadet überstehen oder sogar mit dem Leben bezahlen.  Die Wilderei ist immer noch ein großes Problem im Krüger Park, häufig kommen die Wilderer aus dem benachbarten Mosambique. Nachdem den toten Tieren das Horn abgesägt wurde, findet es sich später auf Märkten in China und Taiwan als Potenzverstärker wieder. Selbst Löwen müssen neuerdings dran glauben, nur um an die Hoden zu gelangen, damit die Schlitzaugen wieder „Tinte auf den Füller“ kriegen.
Wir haben das Campsite gewechselt und sind auf dem Satara Camp angekommen. Direkt am elektrischen Schutzzaun beziehen wir unseren Platz. Die Sonne geht unter, jeder auf dem Platz hat seinen Grill angeworfen, da wird auch schon die erste Hyäne angelockt. Sie kommt direkt auf unseren Grill zu, auf dem die ganzen Leckereien liegen, doch der Zaun hält sie zwei Meter von mir entfernt zurück, ansonsten hätten wir heute bestimmt kein Kudusteak gegessen, da bin ich mir sicher. Den ganzen Abend läuft sie hier Patrouille am Zaun und erscheint dann und wann im Schein des Feuers. Vielmehr kann man von einer afrikanischen Nacht kaum verlangen, oder? Das wiederholt sich auf den folgenden Campingplätzen an jedem Abend, nur, dass die Anzahl der Hyänen zunimmt. Völlig lautlos tauchen sie plötzlich aus der Dunkelheit auf und sind kurze Zeit später wieder verschwunden, so als würden sie gerade den Zaun auf Schwachstellen checken. Nur gut, daß sie bislang noch keine solche Stelle gefunden haben. 

 

Video: Riesige Büffelherde kreuzt unseren Weg

Video: Löwenmutter mit zwei jungen Löwenkindern

 

Am nächsten Morgen sind wir ausnahmsweise mal früh aus den Federn gekommen, was uns dafür gleich mit zwei Leckerbissen belohnt wird. Wir sind noch auf Asphalt unterwegs, da liegt doch direkt am Straßenrand ein Leopard. Goliath‘s Erscheinung bringt ihn scheinbar doch etwas aus der frühmorgendlichen Ruhe, er trottet dann aber nur zehn Meter weiter ins niedrige Gras und döst einfach weiter. Wenige Kilometer weiter sind wir auf einer Piste unterwegs und treffen urplötzlich auf zwei Gruppen der sehr seltenen Wildhunde. Lange Zeit lassen sie sich von uns beobachten. Sie sind allerdings schwer auf die Kamera zu bekommen, da sie äußerst nervös sind und selten längere Zeit an einem Platz verharren.

 

Video: Wildhunde


Je weiter wir im Park nach Norden kommen, erreichen die Temperaturen schwindelerregende Höhen. Als wir das Shingwedzi Camp erreichen, zeigt unser Thermometer unglaubliche +45,6°C im Schatten an. Das ist bislang der höchste Wert, den wir seit Deutschland verzeichnen können. Der Wind hat sich unter dieser erdrückenden Last völlig geschlagen gegeben und seine Tätigkeit eingestellt. Wir müssen uns wohl oder übel bei immer noch +35°C schlafen legen.
Hier in diesem Camp treffen wir auf Anton, einem Parkranger. Er selbst ist ein begeisterter Wohnmobilist, lädt uns spontan ein, eine Nacht mit ihm und seiner Frau, dem Schweizer Markus mit seinem Unimog und seinen zwei Reisebegleiterinnen, Renate und Maja, die Nacht im Busch zu verbringen, ohne die sonst allgegenwärtigen Sicherheitszäune. Ein Angebot, dass wir auf keinen Fall ausschlagen können. Also schieben sich drei Fahrzeuge durch die Büsche des Krüger Parks, die dem Normaltourismus vorenthalten bleibt. An einem Flussufer suchen wir uns unseren Nachtplatz. Anton gibt uns Instruktionen wie wir uns zu verhalten sollen; unter anderem die, in der Dunkelheit sich nicht weiter zu entfernen wie der Feuerschein reicht, gerade die hier lebenden Löwen würden sich normalerweise nicht ans Feuer trauen. Und auch die zahlreichen Elefanten sollten einen Bogen um das Feuer machen?! Na, das sind ja tolle Aussichten! Als die Sonne im afrikanischen Busch untergeht, gesellt sich eine Gruppe Paviane lautstark in die umliegenden Bäume, einerseits um hier ihr Nachtlager aufzuschlagen und um uns andererseits am nächsten Morgen gründlich unter die Lupe zu nehmen. Wir sitzen also alle am Lagerfeuer; um uns herum tiefschwarze Nacht. Plötzlich hören wir ganz in der Nähe Löwengebrüll, alle sind angespannt, lauschen der drohenden Gefahr, außer einem, unserem Anton. Der hatte sich nämlich unbemerkt zu seinem Fahrzeug geschlichen und eine CD eingelegt von der die Geräusche kommen. Er und seine Frau Elize hauen sich fast vor Lachen auf die Schenkel, der Gag hat voll eingeschlagen. Später erzählt er uns, es sei nicht so abwegig, dass hier Löwen auftauchen. Vor etwa fünf Jahren musste bei einer ähnlichen „Buschparty“ ein Löwe erschossen werden, der einen der Gäste angefallen hatte, weil Diejenige sich in der Dunkelheit ans nahe Flussufer begeben musste. Wir haben unser Buschabenteuer alle heil überstanden. Die Paviane haben uns wie erwartet bei Sonnenaufgang besucht und unser Experte Anton hat am meisten unter der Affeninvasion zu leiden. Er hatte nämlich am Abend zuvor einige Stauklappen vergessen zu schließen, mit dem Resultat, dass nun der Inhalt im Umkreis von zehn Metern verstreut liegt. Wir müssen uns leider von dieser netten Truppe verabschieden, unsere Zeit in Südafrika läuft ab.
Per SMS hat uns unser unermüdlicher Helfer Brian mitgeteilt, dass mein Visum seit dem 20.11. in Kapstadt zur Abholung bereit läge, ich mir aber andererseits auch nicht mehr den Stress antun müsse, um wie auch immer nach Kapstadt zu gelangen und es abzuholen. So verlassen wir den Krüger Nationalpark und machen uns auf zur Grenze nach Simbabwe, in der Hoffnung, dass die Beamten ein Einsehen mit einem armen Touristen haben, der unschuldig in diese missliche Lage geraten ist.
Wie und ob es bei uns weitergeht, das erfahrt ihr hoffentlich aus dem von Krisen geschüttelten Simbabwe. Bis dahin allerdings grüßen euch die 2.  

 

Video: Was für ein verrückter Vogel





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