Namibia – Ein wunderschönes Land.

 

Reisezeit:  07.03.2015 – 17.04.2015

 

Visum: 3 Monate pro Kalenderjahr visumfrei an der Grenze.

Carnet de Passages: Ja.

Währung: Namibia Dollar. 1 Euro = 13,0 N$.

Diesel: 10,12 N$  (Walvis Bay)

Bargeld: An vielen ATM; bei der Standard Bank bis zu 6000 N$, bei anderen Banken vielfach weniger.

Kreditkarten: Große Akzeptanz.

Fahrzeugversicherung: Keine Versicherungspflicht, allerdings sind Personenschäden bei einem Unfall über den Treibstoffpreis versichert. Zusätzlich kann aber eine separate Fahrzeugversicherung abgeschlossen werden.

 

Am 07.03.2015 stehen wir mal wieder an der Grenze zu Namibia bei Mamuno. Im Büro für die Road-Tax habe ich es offenbar mit einer pfiffigeren Beamtin zu tun als beim letzten Grenzübertritt von Südafrika. Sie bemerkt sofort unser Fahrzeug auf dem ausgefüllten Bogen. Aha MAN, kann kein PKW sein, wo ist ihr Fahrzeug, das macht 560 N$. Meine Argumentation, ich hätte beim letzten Grenzübertritt nur 220 N$ bezahlt lässt sie nicht gelten. Ich kann es sogar beweisen, jedoch tut sie es mit den Worten ab, wenn die Kollegin zu dumm war es nicht zu merken, gut für sie, aber hier kostet es 560 N$ und fertig.

Also mal wieder auf nach Windhoek, wohin auch sonst, wenn man wieder so einiges auf seiner To-do-Liste hat. Hier kennt man sich aus und gleichzeitig können wir unseren Freunden, Christoph und Claudia, mal wieder einen Besuch abstatten.

Endlich kann ich unseren defekten Hydraulikschlauch, der zuständig ist unser Reserverad  herunterzulassen, anfertigen lassen. Er hatte sich aus Altersgründen bereits in Botswana verabschiedet. Öl und Filterwechsel ist auch mal wieder fällig, was ich alles auf dem Gelände von Christophs Firma machen kann, wofür ich ihm sehr dankbar bin. An einem Sonntagmittag folgen wir mal wieder einer Grilleinladung der beiden. Wie immer genießen wir von ihrem Grundstück aus den herrlichen Ausblick auf Windhoek und die umliegende Umgebung. Nach dem Mittagessen steigen wir alle in und auf ihren Pickup und fahren einige Kilometer in den hauseigenen Wildpark. Wir parken das Fahrzeug am Pistenrand und machen uns zu Fuß auf durch den Busch. Die Leoparden, die hier leben, haben hoffentlich noch Mittagspause. Ansonsten werden wir  neugierig von Zebras, Giraffen, Kudus und Eland-Antilopen beäugt. Kleinere Antilopenarten flüchten als wir uns nähern. Es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis zu Fuß in Afrika unterwegs zu sein.

Eigentlich könnten wir Windhoek schon längst verlassen haben, aber wir warten noch auf die Bestätigung der Hamburger Spedition Ebert, die uns unsere vier neuen Reifen nach Windhoek liefern soll. Wie bereits schon im letzten Bericht erwähnt, haben wir uns drei relativ gute Reifen in kurzen Abständen geschrottet. Mit meinem supergeilen Klapprad fahre ich mehrere Händler der Hauptstadt ab. Das billigste Angebot liegt bei 21000 N$ pro Reifen, aber dieser Händler kann im Moment keine besorgen. Der teuerste liegt bei 30000 N$/Stück und er könnte innerhalb einer Woche die Reifen aus S-Afrika bekommen. Haben die noch alle Kerzen am Baum? Wer kann hier diese Preise bezahlen? Beim derzeitigen Umrechnungskurs wären das 2290 Euro für einen Reifen. Und weil die Reifenpreise hier im Lande jenseits von Gut und Böse liegen, haben wir uns dazu entschlossen, uns die Reifen schicken zu lassen. Reifen Nattermann hat zufällig vier neue auf Lager und sie kosten uns inklusive Fracht nur unwesentlich mehr als wir hier für einen zahlen müssten. Nach einigen Tagen bekommen wir unseren Termin für die Ankunft unserer Reifen. Am 05.05. sollen sie in Walvis Bay ankommen und Transworld Cargo bringt sie nach Windhoek. Wir beziehen diesen Termin in unsere Planung mit ein und brechen auf nach Swakopmund.

Wir freuen uns schon darauf, mal wieder in der freien Natur zu stehen. Über die Piste C28 erreichen wir den Boshua-Pass. Hier gibt es einen herrlichen Aussichtspunkt, an dem wir einige Tage stehen bleiben, um die grandiose Aussicht und das Tierleben zu genießen. Zu früh wollen wir in Swakopmund auch nicht eintreffen, denn es ist Ostern und da wird der Ort von vielen Touristen fast überrollt. So erfreuen wir uns lieber an der Einsamkeit und der vielen Tiere, die uns hier über den Weg laufen oder kriechen. Beim morgendlichen Frühstück laufen uns Geckos und Agamen fast über die Füße, jedoch beim Anblick eines etwa 10 cm und hochgiftigen Skorpions, der genau auf unseren Frühstückstisch zusteuert, machen wir unseren ersten unfreiwilligen Frühsport und heben unsere Füße auf die Sitzflächen. Es gibt viele Ansichten über die Giftigkeit dieser hübschen Tiere. Die einen behaupten, die Größe spielt eine Rolle, die anderen sagen, die Farbe sei ausschlaggebend. Beides trifft nicht zu, denn nach einer Info der Naturschutzbehörde ist ausschlaggebend, dünne Arme und dicker Schwanz, äußerst giftig, wenn nicht sogar tödlich; dicke Arme und dünner Schwanz nicht besonders gefährlich oder zumindest nicht tödlich. Aber dieses frühmorgendliche Exemplar scheint eines zu sein, daß uns ins Jenseits befördern könnte. Aber eigentlich ist es gar nicht an uns interessiert, sondern ist nur auf der Suche nach einem Stein, unter dem es sich vor der immer heißer werdenden Sonne verstecken kann.

Die Zeit auf unserem Übernachtungsplatz vergeht wie im Flug und unser niedlicher Skorpion ist wieder ganz in unserer Nähe auf seiner morgendlichen Runde durch sein Revier. Gleichzeitig gesellt sich auch noch in den nahegelegenen Gesteinshaufen eine etwa ein Meter lange Leopardenschlange zu uns, die jedoch nicht giftig ist, was wir aber noch nicht wissen, denn wir verwechseln sie anfangs mit einer giftigeren Version, die ihr sehr ähnlich sieht. Sie sieht allerdings in uns scheinbar keine große Gefahr, denn sie bleibt einige Stunden in unserer unmittelbaren Umgebung. Wir bleiben auf jeden Fall auf Abstand, sicher ist sicher. In Swakopmund sehen wir sie allerdings in einem Schlangenpark wieder und können sie eindeutig identifizieren.

War der Verkehr am Gründonnerstag und Karfreitag noch recht hoch auf der C28, so ist heute, am Ostersamstag, fast Totentanz angesagt. Kaum ein Fahrzeug verirrt sich in diese Gegend. Wahrscheinlich haben alle Osterreisenden nun ihr Ziel erreicht und sitzen beim Flaschbier in gemütlicher Runde am Grill. Uns soll’s recht sein, so haben wir auch unsere Ruhe.      

In Swakopmund folgen wir einer Einladung von Erwin und Ina. Sie bieten uns an, einige Tage bei ihnen zu stehen. So können wir beruhigt einige Sachen erledigen, ohne die schwindelerregenden Campingpreise über Ostern bezahlen zu müssen. Unter anderem besorgen wir uns hier auch die Genehmigung, um den Namib Naukluft Park befahren zu dürfen, den wir nach Ostern in Angriff nehmen wollen. In der Zwischenzeit buchen wir eine Tour bei „Tommys Living Desert Adventures“. Tommy widmet sein Leben den kleinen Wüstenbewohnern und versucht gleichzeitig die Touristen im Umgang mit der Wüste zu sensibilisieren. So werden z.B. Sandvipern und Wüstenchamäleons mit Mikrochips versehen, um ihre Wanderwege zu verfolgen. Wir lernen viel Interessantes und auch Wissenswertes, wie man sich in der Wüste verhalten sollte. Die 650 N$ pro Person waren kein rausgeworfenes Geld.   


Video von der Sandviper

Am Mittwoch nach Ostern machen wir uns wieder auf, jedoch nicht ohne einen Abstecher über Walvis Bay zu machen, um Erstens den Pelikanen am Strand einen Besuch abzustatten und Zweitens, um gleichzeitig den billigsten Diesel im Land zu tanken, denn hier befinden sich Namibias Raffinerien. Pelikane bekommen wir jedoch kaum zu Gesicht, aber dafür abertausende Flamingos. Gleichzeitig verirrt sich auch noch eine kleine Gruppe von Delfinen in der Bucht, was nach Aussagen der dort ansässigen Bewohner äußerst selten vorkommt.


Video 1 von den Flamingos ; Video 2 von den Flamingos


Waren die Temperaturen in Swakopmund mit rund 20 Grad eher kühl und wir dementsprechend angezogen, reißen wir uns dreißig Minuten später alle Klamotten vom Körper, denn die Temperatur ist mittlerweile um mehr als das Doppelte gestiegen, je weiter wir  in die Wüste fahren. Zum Schluss bleibt das Quecksilber bei 43 Grad stehen. Die Tierwelt, die man in unmittelbarer Nähe der verschiedenen Campsites antrifft, die die Parkbehörde vorgibt, ist an die Menschen gewöhnt und zeigt wenig Scheu. So stehen die zahlreichen Vögel einem fast auf dem morgendlichen Frühstückstisch, um etwas abzubekommen. Die niedlichen Klippschliefer kommen bis auf zwei Meter heran, um aus einer flachen Wasserschüssel zu trinken, die wir für die Tiere bereitgestellt haben. Selbst ein neugieriger Mungo, eine hier beheimatete Marderart schleicht häufig um uns herum. Die Abende runden wir am Lagerfeuer mit einem Glas Wein oder auch mehreren ab; über uns ein traumhafter Sternenhimmel. Hungrige Füchse erkennen wir im Feuerschein, vielleicht ist ja noch was am Grill liegen geblieben! Was kann das Leben doch schön sein, man muß es nur zulassen!


Video von einer Eidechse ; Video von einem Glanzstar


So schön wie der Park auch ist, es gibt auch negative Seiten. So hat die Parkbehörde sicher eine clevere Idee gehabt, indem sie an manchen Campsites die alten Plumpsklos gegen neue Toilettenhäuser mit Wasserspülung ersetzt hat, jedoch fühlt sich keiner dafür zuständig das Wasser wieder aufzufüllen. Ende vom Lied……. randvoll zugeschissene Kloschüsseln oder es liegen überall die Tretminen herum. Auch sind die Plätze mit Mülltonnen, sogar zum Müll trennen ausgestattet, aber auch hier hält es keiner für nötig sie zu leeren. Aber so ist Afrika, viele gute Ansätze, aber keiner führt sie weiter oder hält es in Schuss. 

 

Bis dahin, die 2.