Thailand – Karstinseln und weiße Strände.

 

Reisezeit: 09.03.2014 - 12.03.2014

 

Visum: Wir haben unser Visum für zwei Monate in Vientiane (Laos) beantragt.

Carnet de Passages: Nicht erforderlich.

Währung: Thailändischer Baht (B). Zurzeit 1 Euro = 44,6 Baht.

Diesel: 30-31 Baht/Liter.

Benzin: 91 Oktan ca. 39 Baht.

Bargeld: Mit Visa/Master an zahlreichen ATM.

Kreditkarten: In Städten, Touristengebieten und an größeren Tankstellen kein Problem, außerhalb eher wenig Akzeptanz.

Fahrzeugversicherung: Wir haben die Möglichkeit für 500 Baht an der Grenze eine zweimonatige Versicherung abzuschließen. 10 Tage kosten 350 Baht!?

 

Am 09.03.2014 stehen wir zum dritten Mal an der thailändischen Grenze bei Pakxe. Jeder Grenzübergang in Thailand scheint unterschiedlich zu sein. Als wir die Zollformalitäten hinter uns bringen wollen, fragt uns der Beamte, ob wir eine Fahrzeugversicherung haben? Im Nachbargebäude, zugleich Copy-Shop, könnten wir eine abschließen. Ohne diese Versicherung gibt’s keinen Zutritt nach Thailand. Da wir sowieso jede Menge Fotokopien brauchen, kann man auch gleich eine Versicherung abschließen. Es ist ja schon mal ein Fortschritt, man hat wenigstens die Möglichkeit eine abzuschließen!

Gemächlich machen wir uns auf in Richtung Bangkok, allerdings nur um diese Stadt südlich zu umfahren, denn wir wollen nach Phuket, um unsere seit etwa 10 Jahren andauernde Internetbekanntschaft, Antje und Peter, kennen zu lernen. Sie beide sind auch mit einem MAN-KAT gestartet und in Phuket hängengeblieben.

Südwestlich von Bangkok machen wir einen geplanten Stopp bei den schwimmenden Märkten. Mit Booten kann man sich hier durch die vielen Wasserkanäle schippern lassen. Wir entscheiden uns für ein Boot mit Handbetrieb, d.h. wir lassen uns durch die Kanäle paddeln. Es besteht aber auch die Möglichkeit sich ein Longtail-Boot zu mieten. Im Nachhinein war es eine gute Wahl, denn die motorbetriebenen Boote empfanden wir eher als störend. Wir gleiten langsam und leise dahin, wobei die anderen lärmend die schmalen Wassergassen mit ihren Abgasen verpesten, zum anderen kämpfen sie permanent dagegen an, anderen nicht ihre lang ausladende Antriebsschraube in den Bootsrumpf zu fräsen. Es ist zwar nett diese Märkte mal gesehen zu haben, jedoch ist es heute zu einem einzigen Touristennepp ausgeartet, mit dementsprechend horrenden Preisen an den Verkaufsständen am Flussufer.

Noch am selben Tag fahren wir weiter nach Süden, eine ganze Weile am Golf von Thailand entlang. An der fast schmalsten Stelle Thailands wechseln wir die Seiten. Wir fahren von der Pazifikküste zum Indischen Ozean und gelangen zum Strand von Khao Lak. Am mit Palmen bewachsenen, endlos scheinenden Sandstrand schlagen wir unser Nachlager auf. Ein tödliches Paradies, denn bereits einige Kilometer vor Erreichen dieses Traumstrandes werden wir auf die möglichen Gefahren eines Tsunamis hingewiesen. Schilder zeigen einem den Fluchtweg im Falle eines Falles. Verhaltensregeln weisen daraufhin, was zu tun ist wenn……….

Wir parken wenige Meter von einer Wasserstandmarkierung entfernt, die uns schockierend darauf hinweist, wie hoch die Flutwelle beim letzten Tsunami am 26.12.2004 auf die Küste traf. Hätten wir damals hier gestanden, hätte Goliath bereits 40 Zentimeter unter Wasser gestanden. Seltsam bedrückendes Gefühl! Wenige Tage später zeigen uns Hinweissäulen an anderen Stellen an, dass 4 Meter scheinbar eine der kleineren Flutwellen war. Die Markierungen, die wir nun sehen, zeigen Wellen von bis zu 10 Meter Höhe, die mit verheerenden Folgen auf das Festland trafen.

Phuket empfängt uns hektisch und geschäftstüchtig. Sonnengegrillte, tätowierte sowie muskelbepackte Rollerfahrer überholen uns und nicht selten sieht man steinalte, ergraute Greise mit Lagerfeldfrisur und ihren nicht selten 40 Jahre jüngeren „Thailadys“.

Wir vereinbaren mit Peter und Antje einen Treffpunkt. Er hat auch schon einen Strandplatz für uns organisiert, wo wir in den nächsten Tagen stehen können. Doch bereits am ersten Abend werden wir von zwei Fahrzeugen eingekeilt, Kofferräume und Türen auf, und beide haben sie ihre unterschiedliche Musik so laut, dass unsere Tassen im Schrank springen. Aber nicht, dass sievielleicht dazu tanzen oder dabei trinken, nein, sie sitzen teilnahmslos mehrere Meter von ihren Fahrzeugen entfernt und spielen mit ihren Handys. Ist ja klar, bei der Lautstärke muss man sich auch weit weg aufhalten. Kein Einzelfall übrigens. Für mich haben die nur gequirlte Scheiße im Hirn! Der Asienliebhaber mag dies als typische asiatische Lebensart bezeichnen. Nach außen hin fast immer nett, freundlich und immer ein Lächeln auf den Lippen, ich aber bezeichne sie als rücksichtslos, gedankenlos und egoistisch.

Mit einem gemieteten Roller erkunden wir Phuket und müssen erschreckend feststellen, dass es eher nach einer riesengroßen Kirmes aussieht als nach einem Urlaubsparadies. Jedenfalls kein Ort, an dem wir uns längere Zeit aufhalten möchten. Aber da ich bereits einen Termin wegen meines abgebrochenen Zahns eingestielt habe, bleibt uns nichts anderes übrig, als hier zu verharren. Fünf Tage später kann ich die Zahnarztpraxis mit einem überkronten Zahn wieder verlassen, den Roller haben wir noch für weitere zwei Tage gebucht, aber dann nichts wie weg hier!!!

Erschwerend für uns kommt gerade hinzu, dass März und April die heißesten Monate im Jahr sind. Wenn man nicht unmittelbar an der Küste oder auf einer Anhöhe steht, an der der Wind bläst, ist es für uns kaum auszuhalten. Unser kleiner, zusätzlicher „Chinesenquirl“ versorgt uns fast rund um die Uhr mit Frischluft, inklusive der fest eingebauten Ventilatoren. Trotz der Ventilatoren sind +36°C tagsüber keine Seltenheit in unserer kleinen Behausung. Dazu kommt noch der langsam einsetzende Regen, der die Luftfeuchtigkeit auf über 90% ansteigen lässt. Jedenfalls wird für uns jede Aktivität im Keim erstickt.

Wenn man von Thailand spricht, dann denkt man auch an den James-Bond-Film und natürlich die dazugehörige Insel. In Pang Nga buchen wir eine Bootsfahrt dorthin. Leider spielt das Wetter bei unserer Tour nicht mit und es regnet. Unterwegs fahren wir an Felsmalereien her, die über 3000 Jahre alt sein sollen. In der Ferne ragt die berühmte Felsnadel, die vor der James-Bond-Insel liegt, aus dem Andaman-Meer empor. Obwohl die vielen Inseln sicherlich bei Sonnenschein schöner wirken würden, hat dennoch auch die nebelig verregnete Atmosphäre etwas Besonderes.

Auf der Rückfahrt stoppen wir für einen Spaziergang an dem freundlichen Seezigeuner-Dorf Koh Panyee. Diese Insel ist geprägt von muslimischen Fischerfamilien. Eine Moschee, die gerade erweitert und verschönert wird, ragt vor dem Felsen empor, an dem das Stelzendorf im Wasser verankert ist. Hier gibt es jede Menge Souvenirgeschäfte und Essensstände, an denen es süße und deftige Leckereien gibt.

Weiter Richtung Süden wird es wieder ruhiger, die Strände leerer und einsamer, genau das richtige für uns. Am Tag kommen vereinzelt Thailänder zum Baden, vermüllen trotz daneben stehender Mülltonnen den schönen Strand und sind abends wieder verschwunden.

Der Ausländer zahlt immer, sagten uns alle, falls du mal einen Verkehrsunfall hast. Das können wir so jedenfalls nicht bestätigen. So geschehen am 06.03.2014. Auf dem Weg nach Süden kommen wir durch ein Dorf, wenige Meter vor uns kommt ein Pickup rechts aus einer Seitenstraße, fährt im üblichen Thaifahrstil erst einmal ca. 20 Meter auf der Gegenfahrbahn um dann, als wir in seiner Höhe sind, unvermittelt auf die linke Fahrspur zu wechseln, doch da sind wir. Er kracht mit der vollen Breitseite gegen unser Vorderrad. Goliath schüttelt sich etwas, bei unserem „Weihnachtsmann“ nebenan quietscht und kracht es ordentlich. Ende vom Lied, Goliaths rechter Kotflügel ist etwas verbogen, aber das ist kein Problem. Die „Knalltüte“, die unser Vorderrad geknutscht hat, hat einen wesentlich größeren Schaden. Von seiner Beifahrertür, über den abgerissenen Spiegel, bis hin zum vorderen Kotflügel, alles etwas zermatscht. Der macht natürlich eine Riesenwelle, wir seien schuld, natürlich will er den Schaden ersetzt haben usw. und ruft die Polizei. Glücklicherweise nimmt unsere Autokamera tagtäglich alles auf (danke an Harald und Andrea, die sie uns als Abschiedsgeschenk mitgegeben haben – zum ersten Mal wurde sie wirklich gebraucht!) und wir können der anrückenden Polizei den Unfallhergang wiedergeben. Der Polizist erklärt der „Knalltüte“, dass das so natürlich nicht ginge und wir im Recht seien. Er fragt mich, ob wir irgendwelche Ansprüche stellen möchten, was wir verneinen, wünscht uns gute Fahrt und weg sind wir. Jedenfalls wird unsere Kuh heute nicht gemolken, das Euter bleibt voll!!!

Die malaysische Grenze ist nicht mehr weit. Wir übernachten noch einmal am Strand und machen uns am nächsten Morgen auf, die letzten 80 Kilometer in Thailand hinter uns zu bringen. Vor der Grenze herrscht ein heilloses Durcheinander. Links und rechts des Weges sind zahllose Verkaufsstände aufgebaut, die von tausenden von Menschen belagert werden. Nur im Schritttempo gelangen wir zum thailändischen Grenzposten. Es ist teilweise so eng, dass einige Verkaufsstände sowie Sonnenschirme zur Seite gerückt werden müssen, damit wir hindurch kommen. Innerhalb von fünf Minuten reisen wir aus Thailand aus. Wir würden dann mal sagen, man sieht und hört sich aus Malaysia.

 

Die 2.

 

Marions Fazit: Der Süden Thailands hat mir ähnlich wie der Norden schon gefallen. Vor allem die Strände, wenn man denn mal noch einsame Strände findet. Phuket war mir zu lebhaft, was auch Deutsche, die dort schon seit mehr als 20 Jahren leben, bestätigt haben. Damals, da sei es noch schön hier gewesen, jetzt ist der Verkehr so schrecklich geworden und alles voll von Touristen. Dementsprechend auch die Preissteigerung.

Ärgerlich finde ich, dass die Thais trotz der vielen Müllcontainer, die aufgestellt sind, einfach alles in die Landschaft werfen. Überrascht war ich dann wiederum, dass es einige kleine Orte gibt, an denen morgens die Bewohner den Müll aufsammeln, der am Tag zuvor hinterlassen wurde.

Sehr gut gefallen hat mir, dass wir überall wild übernachten konnten. Mit Erdreich angeschobene Plätze haben sich sehr gut geeignet. Nie haben wir uns unsicher gefühlt, nie wurden wir belästigt. Ein kleiner Wink, dass wir nur übernachten wollten, erzeugte bei jedem Thailänder ein Lächeln auf den Lippen. An einigen Plätzen waren wir sogar mehrere Male, so dass man uns auf Anhieb wiedererkannte und uns willkommen hieß.

Allgemein möchte ich sagen, dass wir einige schöne Gegenden in Thailand hatten und auch nette und hilfsbereite Menschen kennengelernt haben. Jetzt bin ich aber froh, ein neues Land zu erleben. Ich freue mich auf Malaysia.