Sambia.

 

Reisezeit: 20.12.2014 – 19.01.2015

 

Visum: 1 Monat an der Grenze (50 US$). In Lusaka auf drei Monate umsonst verlängerbar.

Carnet de Passages: Ja.

Währung: Kwatcha. 1 Euro = 7,7 ZKw.

Diesel: 9,19 ZKw/l.

Benzin: 9,89 ZKw/l.

Bargeld: Mit Visa/Master-Card an ATM-Automaten an Banken und Einkaufszentren, bis 4000 ZKw.

Kreditkarten: Akzeptanz in Supermärkten wie Spar und Shoprite sowie auf Campingplätzen, aber häufig mit einer Extragebühr verbunden.

Fahrzeugversicherung: Muss an der Grenze abgeschlossen werden (4 Wochen 182 ZKw). Scheinbar gibt es hier Verhandlungsspielraum, wir sollten zuerst 260 ZKw bezahlen.

 

Am 20.12.2014 stehen wir an der Grenze zu Sambia bei Kazungula. Im Gegensatz zu unserem ersten Besuch in Sambia, vor etwa 9 Jahren, scheint es dieses Mal sehr chaotisch zuzugehen. Es herrscht ein heilloses Durcheinander. LKW und PKW parken kreuz und quer, und versperren den einzigen Weg, der aus dem Grenzbereich führt. Gleichzeitig hat sich die Einreise um ein Vielfaches verteuert, da allerhand neue Steuern eingeführt wurden. Es fängt an mit der Road Tax, einer staatlichen Tax, der Fahrzeugversicherung sowie das Visum für 30 Tage. Eine geschlagene Stunde brauche ich, um die verschiedenen Büros abzuklappern. Marion und Dennis bleiben vorerst am Fahrzeug. Bei so viel undurchsichtigem Volk, weiß man nie, was alles passieren kann. Dann öffnen sich für uns die Pforten und wir können den Grenzbereich endlich verlassen.

Nach wenigen Kilometern kommt die erste LKW-Waage. Wir fahren natürlich dran vorbei und werden prompt von der Polizei gestoppt. Freundlich aber bestimmend werden wir darauf hingewiesen, dass in Sambia alle Fahrzeuge ab 6 Tonnen über die Waage müssen. Aber alles kein Problem, wir bekommen nur einen Stempel auf unsere Road Tax-Bescheinigung gehauen und können weiterfahren. Zuwiderhandlungen können mit 2000 US$ geahndet werden. Auch alle weiteren Wiegebrücken sind kein Problem. In einigen Fällen brauchen wir überhaupt nicht auf die Waage fahren und erhalten bloß unseren obligatorischen Stempel, jedoch anhalten muss man in jedem Fall.

Es ist schon spät und wir fahren den ersten Campingplatz an, der sich uns bietet. Auf meine Frage nach dem Preis pro Person, wird mir kurz und knapp mit 25 geantwortet. 25 Kwatcha ist aber verdammt günstig, ich frage nochmals nach und bekomme dieselbe Antwort. Die Rechnung am nächsten Tag beläuft sich auch auf 25 pro Person. aber die Währung ist in US$ und nicht in Kwatcha zu begleichen. Ein schöner Griff ins Klo, das passiert uns sicher kein zweites Mal.

An den Victoria Wasserfällen will Dennis mit einem Ultraleicht-Flugzeug die Fälle überfliegen, jedoch hat man hier in den letzten 9 Jahren die Preise für 15 Minuten Flug mal eben von 75 US$ auf schlappe 175 US$ angehoben. 15 Minuten mit dem Helikopter schlagen ebenfalls mit 175 US$ zu Buche, also fällt auch dieses Abenteuer ins Wasser. So gibt es dann eben nur die „Billigversion“ für 20 US$, nämlich der Eintritt in den Victoria-Falls-Nationalpark, den man zu Fuß bestreiten muss. Allerdings ist es z.Z. wenig spektakulär, denn auf sambischer Seite fällt kaum Wasser in die Tiefe.

Einen Tag vor Heiligabend kommen wir am Lake Kariba an. Es gibt einige Campingplätze oder Lodgen, die für uns in Frage kommen, aber alle haben zu schmale Zufahrten oder Äste hängen so tief, dass wir umkehren müssen. Warum also nicht direkt auf einer Wiese am See übernachten? Kühe mähen am Tage das Gras um uns herum ab und am Abend gehen die Nachtfischer mit ihren knatternden Motorbooten und riesigen Scheinwerfern ihrer Arbeit nach. Die Menschen sind nett und freundlich, Kinder besuchen uns, allerdings nicht aufdringlich, wie sonst so üblich. Ein wirklich schöner Platz um die Weihnachtstage zu verbringen. Um sich vor der unbarmherzig brennenden Sonne zu schützen, quartieren wir uns tagsüber in die hinter uns wachsenden Büsche ein. Was wir aber nicht wissen ist, dass gerade hier eine der giftigsten Schlangen der Welt, die Schwarze Mamba, sich ihr Jagdgebiet eingerichtet hat. Erst nachdem uns vorbeilaufende Frauen darauf aufmerksam machen und wir fast mit der Nase drauf gestoßen werden, können wir das gefährliche, etwa 2 Meter lange Reptil überhaupt erst erkennen. Schleunigst unternehmen wir einen Platzwechsel, sicher ist sicher.

Die Kafue Schlucht liegt auf unserem Weg nach Lusaka nur wenige Kilometer abseits unserer Route entfernt. Aber auch hier wird unser Tatendrang in Form einer Schranke ausgebremst. Ohne Genehmigung aus Lusaka kein Eintritt, so wird uns gesagt. Sambia macht es uns wirklich nicht einfach!


Video: Schlange verschlingt Gecko


In Lusaka machen wir nur einen kurzen Übernachtungsstopp, denn diese Stadt ist für uns kein Ort, an dem man sich lange aufhalten muss. Schmutz, Lärm und die täglichen Regenfälle lassen die Hauptstadt zur Seenlandschaft werden. So machen wir uns auf zum South Luangwa Nationalpark. Die Straßen sind mittlerweile durchweg asphaltiert, aber so schräg angelegt, dass sich die linken Außenkanten unserer Räder in Windeseile abraspeln. Von Straßenbau hat man hier jedenfalls keine Ahnung. Immer wieder werden lange Teilstücke erneuert und an einer dieser Baustellen suchen wir uns einen Nachtplatz. Ein Mann ist abgestellt, um auf Baumaschinen und Material aufzupassen. Sein portugiesischer Chef hat ihm einen kleinen Bagger zur Verfügung gestellt, um hier Tag und Nacht darin zu hausen, bis die Feiertage vorüber sind. Einfach unglaublich! Für uns eigentlich ein angenehmer Platz und für den Watchman eine angenehme Abwechslung, da gerade kein Baubetrieb herrscht. Die einzigen, die sich betriebsam zeigen, sind die vielen Frösche. Sie tummeln sich in den zahlreichen Pfützen und freuen sich anscheinend ihres Lebens. Aber als die Nacht herein bricht, ist Schluss mit lustig. Diese etwa 5 cm kleinen Frösche sind die reinsten Nervensägen. Sie hören sich an wie Kreissägen in einer Lautstärke, dass es einem fast in den Ohren schmerzt. Dennis versucht sie zu verjagen, indem er herumliegende Äste in die Pfützen wirft, aber sie hüpfen einfach einen Tümpel weiter und ihr Konzert geht von Neuem los. Ich brauch wohl keinem erzählen, wie beschissen die Nacht verlaufen ist.

Am nächsten Tag erreichen wir den Nationalpark. Wir fahren wieder einmal das Croc Valley Campsite an, auf dem wir 2005 schon einmal gestanden haben. Hier kann man direkt am Ufer des Luangwa Flusses stehen und sich dem Gegrunze der Hippos hingeben. Auf der gegenüberliegen Seite grenzt der South Luangwa Nationalpark an. Die schöne Aussicht wird eigentlich nur durch die stark gestiegenen Preise und den mittlerweile gesunkenen Standard, was Toiletten und Duschen angeht, getrübt. Kostete damals die Übernachtung pro Person 3 US$, ist man heute bei 13,60 US$ angekommen, investiert wurde allerdings so gut wie nichts. Diese ärgerliche Erfahrung kann man in den meisten Fällen, mit ganz wenigen Ausnahmen, auf ganz Sambia übertragen. Aufgrund dieser Tatsache entscheiden wir uns dafür, nur drei Tage hier zu stehen, Silvester zu feiern und eine geführte Tour durch den Nationalpark zu machen. Wie die letzten Jahre auch, verbringen wir den Jahreswechsel schlafend.

Am Neujahrstag brechen Marion und Dennis in den Park auf. Ich bleibe am Platz, um unseren Goliath vor den aggressiven Pavianen und anderen kleineren Affenarten zu verteidigen. Ein weiterer Grund hier nicht länger zu bleiben, denn Hilfe vom Campingplatzbetreiber ist nicht zu erwarten. Die Angestellten liegen lieber irgendwo herum und schlafen. Unsere Mahlzeiten können wir nur mit Steinen und Holzknüppeln bewaffnet einnehmen. Zwei Sekunden nicht aufgepasst und deine Mahlzeiten verschwinden buchstäblich in den Bäumen. Selbst Seitenfenster und Dachfenster muss man im Auge behalten, stehen sie nur einen kleinen Spalt auf, versuchen sie ins Fahrzeug einzusteigen. Sie sind hier eine echte Plage geworden. Unsere Überlegung den Campingplatz zu wechseln, kommt leider auch nicht in Frage, da der Nachbarplatz zwar 2 US$ pro Person billiger ist, aber genauso viele Affen hat, jedoch völlig unter Wasser steht und man auch nicht am Fluss stehen kann. Und das Flat Dogs Campsite wurde in der Zwischenzeit zur Lodge umgebaut und bietet keine Campingmöglichkeit mehr an.

Marions Wunsch, einmal einen Leoparden in freier Natur zu erleben, ist auch in Erfüllung gegangen. Mit sechs Fahrzeugen haben sie es geschafft, eine dieser schönen Raubkatzen einzuzingeln. Scheinbar völlig gelassen, nimmt der Leopard das Blitzlichtgewitter hin, ansonsten bleibt die fotografische Ausbeute eher mäßig. Viele Tiere haben sich im Park zerstreut, da wegen der Regenzeit ein Überangebot an Wasser herrscht.

Als wir South Luangwa am 02.01.15 in Richtung Lusaka wieder verlassen, können wir unsere erste gute Tat im neuen Jahr tun. Wir können einen feststeckenden Mercedes-LKW aus dem Schlamm befreien. Man kann förmlich die glücklichen Gesichter der Frauen erkennen, die auf dem Fahrzeug gesessen haben. Jede Jahreszeit hat auch ihr Gutes, denn gerade ist die Erntezeit der Mangos. In ganz Sambia stehen die Verkaufsstände mit einem Überangebot an diesen frischen Früchten. So kann man je nach Verhandlungsgeschick, etwa 25 Kg für knapp über zwei Euro erstehen. Dennis, der noch nie Mango gegessen hat, kann gar nicht genug davon bekommen. Marion macht sich sogar mehrmals die Arbeit Mango-Marmelade einzukochen. Dennis ist völlig entzückt, denn er kann als Marmeladenleckermäulchen endlich dieses Zeug kiloweise verputzen. Im Allgemeinen ist Sambia aber kein Land, in dem es günstig ist zu reisen. Durch die hohen Treibstoffpreise sowie die zum Teil hohen Lebensmittelpreise, ist dieses schöne Land nicht zum Schnäppchenpreis zu haben. Ein großer Pluspunkt ist aber, dass man fast überall wild übernachten kann. Die Sambier scheinen ein friedvolles Volk zu sein. Niemals sind wir bislang belästigt worden, selbst in der Nähe von Dörfern nicht, was in manch anderen afrikanischen Ländern fast völlig unmöglich ist. Unser Reiseabschnittspartner hat, bis auf wenige Male, immer im Zelt übernachtet und es war bislang nie ein Problem.

Ja, und wie das eben so ist, wenn man noch im Arbeitsleben steht, geht jeder Urlaub irgendwann zu Ende, selbst wenn er im Fall unseres Freundes zwei Monate gedauert hat.

Am 13.01.2015 bringen wir Dennis in Lusaka zum Flughafen. Eine schöne Zeit geht zu Ende und für uns beginnt wieder der „normale“ Langzeitreisealltag. Wir wollen aber erst einmal zurück nach Botswana, da wir auf dem Weg nach Sambia einige schöne Übernachtungsmöglichkeiten gesehen haben, inmitten von Löwen, Elefanten und anderem Wildgetier.

So stehen wir am 19.01.2015 am selben Grenzübergang, den wir schon bei der Einreise genutzt haben. Eigentlich hätten wir wegen des undurchsichtigen Durcheinanders, der aufdringlichen Schlepper und Geldwechsler, und der vielen undurchsichtigen Gestalten, die sich hier tummeln, einen anderen Übergang gewählt. Heute ist allerdings Samstag, nur wenige LKW wollen die Grenze überqueren und die Situation ist deshalb etwas entspannter. Die Ausreise geht schnell über die Bühne. Das Einzige was noch zu erledigen ist, ist die Bezahlung des Fährtickets über den Sambesi. Im Gegensatz zur Einreise nach Sambia, müssen die 40 US$ anstatt auf der Fähre noch auf sambischer Seite bezahlt werden. Man sieht sich also wieder in Botswana.

 

Die 2.