Namibia.

 

Reisezeit: 20.11.2014 -13.12.2014

 

Jetzt ist es aber endlich soweit, unser Freund Dennis ist im Anflug und wir holen ihn vom Internationalen Flughafen Windhoek ab. Eine Nacht geben wir ihm noch Zeit sich von der langen Anreise auszuruhen. Und prompt wird er sofort mit den Gefahren Afrikas bekannt gemacht. Als wir abends wieder auf unserem Campsite eintreffen und beim gegrillten Begrüßungsfilet sitzen, kommt der Sicherheitsmann und informiert uns über eine Puffotter, die zwei Standplätze neben uns gesichtet wurde, die sie aber nicht ergreifen konnten. Deshalb würden nun alle Gäste informiert, um besondere Vorsicht walten zu lassen. Na, endlich mal was los hier!

Am nächsten Tag machen wir uns auf zu den Dünen von Sossusvlei. Wir machen einen kleinen Abstecher über den Spreetshoogte Pass und erreichen nach etwa 340 Kilometern den Eingang von Sossusvlei. Jedoch ist ans Übernachten auf den ansässigen Campingplätzen nicht zu denken. Auch hier hat man erkannt, wie man den Reisenden das Geld aus der Tasche ziehen kann. 240 N$ pro Person plus 120 N$ für den Standplatz machen uns die Endscheidung leicht, wenige Kilometer außerhalb einen Übernachtungsplatz zu suchen. Um 6.00 Uhr in der Früh stehen wir nüchtern am Eingang und warten auf Einlass. Denn wenn wir schon so früh aus den Federn kriechen, dann wollen wir wenigsten in gepflegter Atmosphäre unser Frühstück zu uns nehmen und halten bei Düne 45, bereiten den Kaffeetisch und im Hintergrund befindet sich eine der höchsten Dünen der Welt. Der Eintritt in den letzten Teil des Parks, in den ausschließlich Fahrzeuge mit 4x4-Antrieb dürfen, bleibt uns allerdings verwehrt. Wir werden von Rangern gestoppt, denn seit geraumer Zeit werden nur noch PKW eingelassen, ansonsten wird eine Strafe von 300 N$ fällig. Warum soll nicht auch Namibia die Zeichen der Zeit erkannt haben an mehr Geld zu kommen, denn man kann sich ja schließlich eine geführte Tour im 4x4-Toyota erkaufen. Nein danke, dass kommt für uns natürlich nicht in Frage. Pünktlich zum Toresschluss um 19.10 Uhr verlassen wir den Park und stellen uns für die Nacht wieder an unsere alte Stelle unweit des Parkeingangs und neben die Piste.

Der nächste Tag bringt uns bis Swakopmund. Zwei Tage machen wir zu Fuß einen auf Kultur und nebenbei gönnen wir uns Kaffee und Käsesahneschnittchen. Unter anderem ist die Kristallgalerie ein Besuch wert oder der alte Bahnhof, der mittlerweile zum Hotel umgebaut ist. Im örtlichen Schlangenpark werden wir bei der Fütterung einer Schwarzen Mamba Zeuge, wie Ihr tödliches Gift wirkt. Eine Ratte wird in das Terrarium geworfen, zweimal beißt die Schlange zu. Nach 10 Sekunden ist die Ratte bewegungsunfähig und nach drei Minuten tot. Weitere zehn Minuten braucht die Schwarze Mamba, um sie mit Haut und Haaren zu vertilgen und schon ist der grausame Spaß auch schon wieder vorbei.

Ein Besuch an der Spitzkoppe ist ein Muss eines jeden Namibiabesuchers. In traumhafter Felsenkulisse sucht man sich einen der vielen, einsamen Stellplätze aus und genießt die einzigartige Landschaft. Fast handzahme Vögel fordern ihren Anteil beim Frühstück, wobei die kleinen, putzigen Klippschliefer uns eher in gebührendem Abstand neugierig beobachten.

Ein Teil der Salzpiste nach Cape Cross wird gerade erneuert und das ist ein echtes Ärgernis, weil wir gerade hier durch müssen. Die feuchte Salzpampe verteilt sich am ganzen Fahrzeug und wir haben keine Chance sie in den nächsten Tagen zu entfernen. Jedes nur erdenkliche Fleckchen blanken Metalls rostet am nächsten Tag.

 

Video: Seehundkolonie; Video: Brutal oder normal?

 

Auf unserem weiteren Weg liegt Cape Cross, eine der größten Seehundkolonien der Welt. Vor zehn Jahren war der Eintritt für Jedermann gleich zu haben, heute jedoch zieht man dich als Europäer mit unterschiedlichen Preisen über den Tisch. Trotz allem Ärger hier rüber, ist es allemal ein besonderes Erlebnis und einen Besuch wert. Der penetrante Gestank ist allerdings nur was für starke Nasen.

 

Video: 4x4 Track ; Video: 4x4 Track ; Video: Piste von Puros nach Orupembe;

 

In Puros versuchen wir die Wildelefanten zu sehen, die jedoch haben sich aufgrund der anhaltenden Trockenheit in die einsamen, trockenen Flussläufe zurückgezogen, um da evtl. auf Wasser zu stoßen. Von Puros aus quälen wir uns Kilometer um Kilometer im 4x4-Betrieb und Untersetzung durch einen trockenen Flusslauf bis Orupembe, permanent den Fuß auf dem Bodenblech. Später biegen wir auf einen, in unserer Karte eingezeichneten 4x4-Track, der es in sich hat. Eigentlich nur für PKW gedacht, fahren wir häufig mit einer Seite außerhalb der normalen Spurbreite, sehr zum Leidwesen unserer Reifen. Wir werden allerdings durch eine wunderschöne, einsame und karge Berglandschaft belohnt, bis wir uns an den scharfkantigen Steinplatten den linken Vorderreifen auf etwa 20 cm aufschlitzen. Dennis und ich wechseln den Reifen und weiter geht’s. Im weiteren Verlauf wird dann das Gelände offener und wesentlich einfacher zu befahren. Aber trotz unseres geschrotteten Reifens, war es ein besonderes Erlebnis und unsere Ausbeute an Wildtieren kann sich sehen lassen. Von einer kleinen Gruppe von Giraffen, Oryxantilopen, Zebras und Pavianen, um nur einige zu nennen.

 

Video: Piste von Puros nach Orupembe - Oryx auf der Flucht; Video: Piste von Orupembe nach Opuwo

 

Als die Strecke dann schneller wird und wir mit etwa 80 Sachen über die Piste fliegen, brüllt Marion plötzlich: „Halt an“, springt wie vom Teufel besessen aus dem Auto und verschwindet aus unserem Blickfeld. Zehn Minuten später kommt sie wieder, ihre fotografische Ausbeute ist eine brütende Eule in einer Felsnische. Ich kann nicht glauben, was die alles sieht.

 

Video: Stachelschweine

 

Ein kleines Highlight verspricht uns noch das Porcupine Campsite. Nein, es sind nicht die mindestens 50 Millionen nervigen Fliegen, die einen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang attackieren, sondern die Besitzerin des eigentlich schönen und ruhigen Campingplatzes. Sie hat es mit jahrelanger Ausdauer geschafft, einige Stachelschweine anzulocken. Jeden Abend zwischen 19.30 und 20.30 kommen sie im Scheinwerferlicht in die Nähe ihres Hauses. Wir sitzen also wie bei ARD und ZDF in der ersten Reihe und warten auf die Stacheltiere. Und dann kommen sie auch schon und es werden mehr und mehr. An diesem Abend versammeln sich 30 dieser putzigen Gesellen und verdrücken einen großen Haufen Maisbrei, Mais, Karotten und Kohl. Viele von ihnen haben von Katrin einen Namen bekommen, aber eines ist ihr besonders ans Herz gewachsen, sie nennt es „Klopfer“. Klopfer wurde von ihr groß gezogen und später in die Freiheit entlassen. Klopfer klopft jeden Abend zur Fütterungszeit an ihren Gartenzaun, darf danach ins Haus und bekommt eine Extraportion. Die 70 N$/Person sind hierfür kein rausgeworfenes Geld.

 

Video: Tierbesuch am Wasserloch ; Video: Erdhörnchen inspiziert unsere Kamera ; Video: Nashorn am Wasserloch

 

Über Opuwo wollen wir weiter zu den Epupa-Wasserfällen an der angolanischen Grenze. Jedoch zwingt uns unser Verteilergetriebe zu einer Planänderung, da es anfängt Geräusche zu machen. Da wir seit der Überholung in Südafrika erst 7000 Kilometer gefahren sind und es nicht einmal fünf Monate her sind, handelt es sich ja schließlich um einen Garantiefall. Südafrika nennt uns eine Getriebefirma in Windhoek, bei der wir vorstellig werden sollen. Aber vorher müssen wir noch in den Etosha Nationalpark, indem wir zwei Nächte gebucht haben.

 

Video: Zebraherde im Etosha Nationalpark ; Video: Elefantenherde am Wasserloch Halali

 

Den ersten Tag verbringen wir am Wasserloch vom Okaukuejo Camp. Hier herrscht reges Treiben von Springböcken und Zebras, aber nicht ein einziger Elefant oder Löwe lässt sich blicken. Erst am Abend, als Ruhe einkehrt, wagen sich drei Nashörner an die Wasserstelle.

Am etwa 80 Kilometer entfernten Wasserloch vom Halali Camp herrscht tagsüber Totentanz. Erst mit beginnender Dämmerung trottet eine Herde Elefanten zum warmen Nass, dass war‘s auch schon an Tieren. Bis in den späten Abend hinein verharren wir am Wasserloch, aber es bleibt Tote Hose, kein weiteres Tier lässt sich blicken. Alles in allem ist die Ausbeute im Park eher spärlich, also machen wir uns am nächsten Tag mit unserem singenden Verteilergetriebe auf ins über 500 Kilometer entfernte Windhoek.

Bei der uns genannten Firma baut man unser Getriebe mal wieder aus und es stellt sich heraus, dass man eines der 6 neuen Lager falsch herum eingebaut hat, allerdings ohne dass bislang große Folgeschäden eingetreten sind. Das Lager wird ausgetauscht und abends hätten wir schon wieder vom Platz rollen können, aber es fehlt an der schriftlichen Kostenübernahme aus Südafrika. So übernachten wir auf dem Hof der Firma Axles & Gearboxes, bis dann am späten Vormittag endlich das Fax der Kostenübernahme eintrifft.

So übernachten wir auf dem Hof der Firma Axles & Gearboxes, bis dann am späten Vormittag endlich das Fax der Kostenübernahme eintrifft. Zum Glück ist alles schnell über die Bühne gegangen, so machen wir uns wenige Tage später auf den Weg nach Botswana, unsere drei Monate in Namibia gehen zu Ende. Am 13.12.14 stehen wir also an der Grenze zu Botswana.

 

Bis dahin.

 

Die 2 und Dennis, unser Reiseabschnittspartner.