Namibia.

 

Reisezeit: 17.09.2014 – 19.11.2014

 

Visum: 3 Monate pro Kalenderjahr visumfrei an der Grenze erhältlich.

Carnet de Passages: Ja.

Währung: Namibia Dollar. 1 Euro = 14,20 N$, auch der südafrikanische Rand wird 1:1 akzeptiert.

Diesel: 12,25 – 12,88 N$. An der Shell Tankstelle in Windhoek neben dem Arebbusch Camping gibt es den günstigsten Diesel im Land für 11,87 N$/l, allerdings nur für Lkw und nur gegen Bargeld.

Benzin: 12,21 N$/l.

Bargeld: An vielen ATM-Automaten bis zu 6000 N$.

Kreditkarten: Große Akzeptanz in den Städten und an den meisten Tankstellen mit Visa- und Master-Card.

Fahrzeugversicherung: Nur Personenschäden sind über die Kraftstoffsteuer versichert. Ansonsten muss man eine Kfz-Versicherung abschließen. 

 

Am 17.09.2014 stehen wir an der Grenze zu Namibia bei Vioolsdrift. Die Einreiseformalitäten sind schnell hinter uns gebracht. Wir müssen eine Straßenmaut von 220 N$ entrichten, ohne die man nicht aus dem Zollbereich entlassen wird. Dennoch lässt man uns nicht fahren. Unsere 6 Zusatzscheinwerfer scheinen Gegenstand des Interesses der Polizei zu sein. Frage: Warum haben sie so viel Licht am Fahrzeug. Antwort: Damit ich die Elefanten in der Nacht besser auf der Straße erkennen kann. Der Beamte fühlt sich offensichtlich auf den Schlips getreten und reagiert daraufhin ziemlich bissig mit den Worten, an die Seite fahren und vier der Scheinwerfer komplett abschrauben. Wir können uns im Endeffekt darauf einigen, dass ich die „unzulässigen“ vier von der Stromzufuhr nehme. Angeblich dürfen in Namibia nur zwei Zusatzscheinwerfer bei eingeschaltetem Fernlicht leuchten. Na, das werden wir in Windhoek durch einen Schalter wieder richten.

Natürlich ginge es viel schneller, wenn wir die asphaltierte Hauptverbindung B1 nach Windhoek nehmen würden, aber Namibia hat so wunderschöne geschobene Pisten abseits der Hauptrouten, dass wir uns logischerweise für diese entscheiden und außerdem ist man hier so gut wie allein unterwegs. An manchen Tagen kommt uns nicht ein einziges Fahrzeug entgegen. Für uns ist hier die Nachtplatzsuche endlich wieder einfach, kein langes Suchen, einfach die Bremse treten, an den Farmerzaun rangefahren und fertig ist’s. Nach Einbruch der Dunkelheit ist man völlig allein unter einem traumhaften Sternenhimmel, eine Grabesstille ist garantiert.

In der Hauptstadt angekommen, verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick über die verschiedenen Campingplätze. Bei unserem ersten Besuch vor 9 Jahren gab es hier nur den Monteiro Camping (14 km außerhalb) und den Arebbusch Camping, wo man außerdem noch sehr arrogant behandelt wurde und es zudem teuer war. In der Beziehung hat man sich dort nicht geändert, obwohl sie Konkurrenz von weiteren Plätzen bekommen haben, die auch noch zentraler liegen und billiger sind. Wir entscheiden uns für das Urban Camp, weil hier Langzeitreisende von vornherein einen Rabatt bekommen, WiFi im Preis enthalten ist und es unter deutschsprachiger Leitung steht.

Manchmal geschehen die unglaublichsten Zufälle. Seit etwa 10 Jahren haben wir einen Internetbekannten aus Südafrika und der heißt Ingo. Ingo besitzt auch einen MAN Kat, haben ihn aber bislang nie persönlich kennengelernt. Wir sitzen gerade bei einer Tasse Kaffee auf dem Camping, plötzlich steht Ingo auf der Matte. Er ist nach Windhoek gekommen, weil seine Mutter hier wohnt und zurzeit im Krankenhaus liegt. Und wie der Zufall es will, verbringt er zwei Tage eben auf diesem Camping, auf dem wir auch stehen, ohne dass wir voneinander wussten. Wie klein doch die Welt ist!

Uns völlig unbekannt ist zum Beispiel Christoph, er ist Namibianer und scheinbar begeisterter Leser unserer Homepage. Wir bekommen von ihm eine Mail: „Wenn ihr in Windhoek eintrefft, meldet euch bitte bei mir. Meine Frau Claudia und ich möchten euch gerne zu einem Grillabend einladen, um euch persönlich kennenzulernen“. Hintergrund der Geschichte ist, dass die beiden zurzeit dabei sind, einen Magirus als Reisemobil umzubauen, um in etwa zwei Jahren auch die Welt zu bereisen. Nachdem wir eine Streckenbeschreibung erhalten haben, machen wir uns am Wochenende auf den Weg, 20 Kilometer außerhalb von Windhoek. Was uns hier erwartet, haut uns fast aus den Latschen. Da wohnen die beiden doch tatsächlich auf einem Berg mit ca. 40 anderen Eigenheimbesitzern in traumhafter Lage und mit Blick auf Windhoek. Das riesige Gelände ist umzäunt, damit die hauseigenen Giraffen, Paviane, Antilopen, Zebras, Gnus und sogar Leoparden, sich nicht aus dem Staub machen. Wir verbringen ein wirklich gelungenes Wochenende in angenehmer Gesellschaft.

Auch eine Einladung zu einem kleinen 4x4-Treffen nehmen wir war. In einem großen, privaten Game Park geht es über eine steile 4x4-Piste in die Berge bis hin zum ausgemachten Treffpunkt. Besitzer von acht Fahrzeugen und deren Familien sind hier zusammengekommen, um ein gemeinsames Wochenende am Lagerfeuer zu verbringen. Beim Frühstück werden wir von neugierigen Pavianen beäugt. Die scheuen Zebras bleiben eher auf Abstand und einige Giraffen schauen sich unser gemütliches Treiben in einiger Entfernung über die Baumwipfel an. Mehr kann man eigentlich von einem Wochenende nicht verlangen.

Die Wochen in Windhoek vergehen wie im Fluge, meine „To-do-Liste“ wird jeden Tag kürzer, es ist mehr oder weniger alles abgearbeitet. Nun brauchen wir nur noch auf unseren Freund warten, der in etwa einer Woche aus Deutschland eintrifft, um einen Teil unserer Reise mit uns zu bestreiten.

Ein weiterer ungewöhnlicher Zufall ist es wert hier erwähnt zu werden. An einem Nachmittag trifft ein MAN Actionmobil auf unserem Camping ein, drinnen sitz Alex, mein erster und ehemaliger Motorradreisepartner, mit dem ich Reisen nach Marokko, Tunesien, Libyen, Algerien und Iran unternommen habe. Im Laufe der Jahre hat man sich aus den Augen verloren und plötzlich steht er hier auf der Matte – was für eine schöne Überraschung.

 

Wir sehen uns wieder, wenn Dennis da ist. Bis dahin. Die 2