Laos.

 

Reisezeit: 16.02.2014 – 09.03.2014

 

Visum: Wir erhielten an der Grenze ein Arrival-Visum für 30 Tage.

Carnet de Passages: Nicht erforderlich. Wir erhielten eine "Customs Declaration for Temporary Imported Passenger Vehicle".

Währung: Laotische Kip. 1 Euro = 10500 Kip. 1 US$ = 7800 Kip. Bei Barzahlungen werden gerne auch US$ und der thailändische Bath genommen, da die Währungen stabiler sind.

Diesel: 9370 Kip/l.

Benzin: 10300 Kip/l.

Bargeld: Mit Visa- und Master-Card an der Grenze bei der Zollabfertigung am ATM oder an vielen Automaten in jedem größeren Ort. Allerdings bekommt man nur bis zu 1.000.000 Kip aber dafür bis zu 10 Mal pro Tag. Jedoch werden einem bei jedem Mal 20000 Kip Gebühr berechnet.

Kreditkartenakzeptanz: Souvenirläden und Restaurants in Touristengebieten ja, Tankstellen nein.

 

Am 16.02.2014 stehen wir abermals an der Freundschaftsbrücke Khua Mittaphap bei Vientiane. Die Grenzformalitäten werden auf beiden Seiten schnell und freundlich erledigt. Wir fahren auf den Parkplatz, den wir bei der letzten Reise in Laos angefahren haben und verbringen ein paar Tage hier, um unsere neuen Visa für Thailand zu besorgen und um uns mit Medikamenten einzudecken.

Schon wenige Tage später fahren wir über die 13S an Paksan vorbei Richtung Lak Xao. Ab Höhe Lao, an der Straße 8, fahren wir über eine sehr schöne landschaftliche Strecke. Wir kaufen am Straßenrand einen Sack Gurken und Yambohnen ein. Letztere schmecken leicht süßlich und bieten sehr viel Flüssigkeit. Ein willkommener Snack für Zwischendurch. Unweit davon sehen wir wie man frisch geschlagenes Holz auflädt. Hier halten wir an, um ein paar Fotos zu machen. Von hier aus einen schönen Gruß an „Hotel Kruse“.

Unsere Route über die 8 führt uns durch eine dicht bewaldete Landschaft, vorbei an vereinzelten Karstfelsen und dem Fluss Nam Theun. Viele Kilometer haben wir heute hinter uns gebracht und wir finden auf einem großen Platz gegenüber vom Gebirge Sayphou Loyang einen schönen Stellplatz. Niemand stört sich an uns und so verbringen wir eine ruhige Nacht.

In Lak Xao biegen wir auf die 1E ab. Von nun an fahren wir über eine Piste, die uns nach Mahaxai führen soll. Die kleinen Dörfer, die wir passieren, liegen eingebettet zwischen Karstfelsen und Reisfeldern. Die Häuser sind überwiegend wegen der starken Regenfälle, die in der Monsunzeit fallen können, auf Stelzen gebaut. Die Pistenbeschaffenheit verändert sich. Mal ist sie gut befahrbar und sehr fest, dann haben wir eine Lehmpiste, die durch Regenfälle aufgeweicht ist.

Vor dem Fluss Nam Theun, der an einer Stelle zu einem See aufgestaut ist, wird die Piste durch den dichten Dschungel erneuert. In Zukunft führt eine Asphaltstraße hier entlang. Die Bäume, die durch den Aufstau des Flusses überflutet sind, stehen nur noch als knochige Baumskelette da.

In Mahaxai nehmen wir die Piste, die nach Xêpông führt. Die Laoten empfangen uns überfreundlich. Die Kinder kommen angerannt und winken uns entgegen. Die Dörfer wirken freundlich und gemütlich. Hier haben wir sehr viele Holzbrücken vor uns, wobei wir mit unserem schweren MAN nicht alle Brücken befahren können. Für solche Fälle gibt es Ausweichmöglichkeiten, die man geschaffen hat. Abenteuerlich ist es allerdings, wenn man die ein oder andere doch überquert.

An einer dieser Brücken machen wir wieder einen Umweg. Dabei verfolgen uns Kinder mit ihren Blicken. Als wir anhalten, kommen sie zu uns und schauen uns einfach nur zu. Wir sprechen mit ihnen auf Deutsch und sie beginnen sofort zu lachen. Ihre Unaufdringlichkeit und Unbeschwertheit gefällt mir und wir holen einige Tütchen von den Santander Weingummis heraus und schenken sie ihnen. Sofort reißen sie die Tüten auf und lassen sich die Süßigkeiten schmecken.

Für uns geht die Fahrt weiter, allerdings müssen wir vor einer Holzbrücke, die nicht mehr vertrauenerweckend aussieht, kapitulieren. Es gibt auch keine Ausweichmöglichkeit. Das Risiko mit der Brücke hier einzustürzen wollen wir nicht eingehen. Wir fahren bis an ein Pistendreieck zurück und versuchen einen anderen Weg. Hinter einem kleinen Dorf geht diese gut ausgebaute Piste in eine sehr schmale Piste über. Wir versuchen unser Glück und müssen ebenfalls an der Stelle kapitulieren. Es wird so eng, dass wir froh sein können, dass wir mit Goliath noch wenden können. Schade!

Da die Zeit schon vorangeschritten ist, fahren wir bis an ein Sägewerk zurück. Neben den gewaltigen, abgeholzten Baumstämmen suchen wir uns einen Platz für die Nacht.

Am folgenden Tag fahren wir den gleichen Weg zurück bis nach Mahaxai und von dort aus nach Thakhek. Als wir durch den Ort fahren, schweifen unsere Augen von links nach rechts und umgekehrt. Wir sind auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. An dem Kloster That Sikottabong soll es einen geben. Der kleine Zwischenstopp ist ganz nebenbei noch gut für ein paar Fotos, die man machen kann. Als Stellplatz für die Nacht gefällt es uns hier allerdings nicht so gut. Auf dem Klostergelände ist es für unsere Fahrzeuggröße etwas klein bemessen und nebenan tummeln sich zu viele, nicht einschätzbare Gestalten herum. Also fahren wir weiter und sehen kurz hinter dem Ort einen schmalen Weg abgehen, der uns bis an den Mekong führen soll. Wir werden fündig. Die einzigen Menschen, die hierher kommen sind Fischer, die im seichten Ufer nach Muscheln, Schnecken und anderen Flussbewohnern suchen. Der Sonnenuntergang begrüßt uns mit einem schönen Schauspiel und weil uns der Platz gefällt, wollen wir einige Tage ausspannen und die Ruhe genießen.

In Khôngxédon biegen wir nach Saravane ab. Wir wollen uns das Bolaven-Plateau ansehen, das so hoch gepriesen wird. Unweit von Saravane befinden sich die Wasserfälle Tad Lo und Tad Hang, die wir uns ansehen wollen. Wir fahren durch den urigen kleinen Ort und finden am Ende der Strecke unter großen Bäumen einen wunderschönen Platz zum Übernachten. Der Fluss ist nicht weit von uns und da die hiesigen Bewohner ihre Wäsche am Fluss waschen, gesellt sich Walter zu ihnen und tut es ihnen gleich. Dabei müssen sie immer wieder lachen. Überhaupt werden wir freundlich empfangen und sogar von den Kindern nicht belästigt. Als ich allerdings einige Luftballons hervorkrame, da geht es richtig los. Den ersten Luftballon, den ich als Anschauprojekt aufblase, platzt direkt. Die Kinder lachen sich kaputt. Die nächsten gebe ich ihnen, damit sie selbst aufblasen können. Ihr Umgang mit den aufgeblasenen Luftballons ist natürlich nicht sorgsam und so hört man in der Nähe und der Ferne einen nach dem anderen platzen. Immer mehr Kinder kommen angerannt; es spricht sich schnell herum. Dem kann ich nur ein Ende setzen, indem ich zeige, dass die Tüte leer ist und ich keine Luftballons mehr habe.

Der Wasserfall Tad Hang liegt direkt unterhalb einer Lodge und nur wenige Gehminuten von uns entfernt. Um den Tad Lo zu sehen, müssen wir einen schmalen Weg am Ufer des Flusses entlang marschieren. Dies ist der Weg, den auch die Laoten benutzen. Kinder und Jugendliche stehen am Abhang des Wasserfalls inmitten der starken Strömung und werfen ihre Angeln in die Fluten. Einige Hartgesottene wagen sogar den Sprung in die Tiefe.

Die Tage in dieser schönen Umgebung vergehen wie im Fluge und schon befinden wir uns wieder auf den Pisten Laos‘. Der Weg nach Pakxong erschreckt uns allerdings gewaltig. Die Urwälder werden mehr und mehr gerodet, um dem Kaffeeanbau, der am Bolaven-Plateau wohl prächtig gedeiht, weiteren Platz zu bieten. Beinahe jeder Bauer besitzt Kaffee-Plantagen und seien sie noch so winzig. Von anderen Reisenden haben wir erfahren, dass die Tad Yuang Wasserfälle noch schöner sein sollen und so steuern wir auch diese an. Gleich am Eingang des Privatgeländes müssen wir eine Eintritts- und Parkgebühr entrichten. Zeitgleich fragen wir, ob wir auf dem Parkplatz eine Nacht übernachten dürfen. Der südafrikanische Besitzer verlangt dafür aber erneut einen Beitrag, den wir entrichten sollen. Da wir schon eine Parkgebühr entrichten und kein zweites Mal bezahlen wollen, bleibt es bei der Besichtigung. Wir müssen einige Stufen herunter gehen, damit wir den Wasserfall richtig sehen möchten. Die Stufen sind nicht gleich groß und erschweren ein kontinuierliches Gehen. Richtig beschwerlich wird jedoch der Aufstieg bei der Hitze und der Luftfeuchtigkeit. Wir machen uns sofort auf den Weg, weil wir nicht wissen, wo wir den nächsten Übernachtungsplatz finden. Zwischendurch stoppen wir an einem kleinen Restaurant, die sehr köstliche Eierspezialitäten anbieten. Zum Glück finden wir auf dem Weg nach Pakxe einen Stellplatz weit hinter einer alten Tankstelle und gleich neben einem Feld mit Ananaspflanzen.

Von Pakxe aus geht es südlich bis an die Grenze zu Kambodscha, wo es eine ganze besondere Art Flussdelphine gibt. Mit Booten kann man zu ihnen fahren. Die Preise haben es aber in sich und ein Verhandeln ist nicht möglich. Das Kuriose dabei ist, dass man keine Garantie hat die Irawadi-Delfine zu Gesicht zu bekommen. Nun fahren wir die Fähre an, die uns zur Insel Don Khong bringen sollen. Sie ist die Hauptinsel von den vielen im Mekong befindlichen Inseln. Man nennt diese auch die 1000 Inseln von Laos.

An der Fähre angekommen, will man uns sofort auf sie lotsen. Ohne vorher einen Preis ausgehandelt zu haben, fahren wir aber nicht drauf. Der Skipper sieht in uns den reichen Touristen und verlangt einen sehr hohen Preis. Wir nehmen das Angebot nicht an und legen den Rückwärtsgang ein. Da stoppt er uns sofort und gibt ein neues Preisangebot ab. Das scheint uns akzeptabel und wir schlagen ein. Später erfahren wir, dass es immer noch zu viel war. Mal sehen, wie die Rücktour klappt. Die Insel Don Khong ist eine verträumte und verschlafene Insel. In einem kleinen Ort finden wir einen großen Rasenplatz, auf dem wir unser Lager für die nächsten Tage aufschlagen. Abends und morgens kommen die Kühe und die Wasserbüffel über den Platz gelaufen. Eine junge Kuh lässt sich bereitwillig von Walter streicheln und kommt tatsächlich jeden Tag bei ihm vorbei, um sich ihre Streicheleineiten abzuholen. So etwas haben wir ja noch nie gesehen. Neben Touristen, die am Mekong entlang flanieren, kommen auch Kinder zu uns und beäugen uns. Überwiegend besteht der kleine Ort wohl aus Unterkünften und Restaurants. Um die Insel zu erkunden, mieten wir uns einen Roller für einen Tag. Wir fahren an Reisfeldern vorbei, die noch völlig trocken liegen und andere, die bereits wieder neu bepflanzt wurden. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem hilft dabei, dass jedes Reisfeld seine nötige Feuchtigkeit erhält. Tabakblätter hängen zum Trocknen über den Zäunen oder unter dem Fußboden der Stelzenhäuser. Kohleöfen räuchern vor sich hin und eine Frau treibt ihre Kühe vor sich her. In einem weiteren kleinen Ort findet gerade ein Markt statt. Neben Gemüse und Obst wird massenhaft Chili und Knoblauch angeboten. Direkt daneben stehen die Ketchup-Flaschen, Speiseöl und Espressokaffee in Tüten. Am Abend geben wir den Roller ab und gehen in einem der vielen Restaurants essen. Hier treffen wir Andrea aus der Schweiz und Ben aus Wales wieder. Die beiden haben sich unterwegs kennen und lieben gelernt. Mit den beiden verbringen wir oft die Abende zusammen, bis sie eines Tages das Motorrad packen und weiterfahren.

Auf der Insel liegt auch der Wandel der Zeit vor der Tür. Es wird bereits eine große Brücke zur Insel gebaut. Was passiert mit den Fähren und ihren Arbeitern? Werden sie arbeitslos? Was machen sie dann?

Als wir Don Khong verlassen, ist die Fähre nicht teurer geworden, aber auch nicht billiger. Von nun an geht es gen Norden. Bei Muang nehmen wir eine weitere Fähre, die uns auf die andere Seite des Mekong bringt. In Champasak gibt es einen weiteren Tempel, den Wat Phou, den wir uns ansehen wollen. Wat Phou stammt aus dem 5. Jahrhundert. Wir müssen viele Treppenstufen erklimmen, um die gesamte Tempelanlage zu überblicken und zu genießen. Viele Bäume stehen in der Blüte und erfrischen die noch diesige Landschaft ein wenig. Es gibt eine Elefantenskulptur, die in den Felsen gemeißelt ist. In einem Steinblock ist ein Krokodil eingearbeitet. Das Beste aber ist der Buddha-Fußabdruck, der in keinster Weise einem echten Fußabdruck ähnelt, aber die Gläubigen kommen hierher und müssen den Fuß mindestens ein Mal berührt haben.

Nachdem unser Rundgang beendet ist, fragen wir nach, ob wir auf dem dazugehörigen Parkplatz übernachten dürfen. Das wird uns verwehrt. Also fahren wir in den kleinen Ort zurück und stellen uns auf eine große Wiese gegenüber einigen Restaurants. In einem davon gehen wir essen und beobachten dabei wie Jugendliche um unser Fahrzeug herumstreunen. Wir begleichen unsere Rechnung und gehen zu unserem Fahrzeug zurück. Die Jugendlichen beobachten uns ständig und irgendwie fühlen wir uns nicht wohl. Obwohl die Zeit schon vorangeschritten ist, beschließen wir weiterzufahren. Unweit von dem Ort finden wir einen Platz direkt am Mekong und direkt an der Straße. Aber es stört niemanden.

Am folgenden Tag fahren wir zum Grenzübergang Chong Mek, um erneut nach Thailand einzureisen.

Wir sehen uns wieder in Thailand. Bis dahin.

 

Die 2.