Botswana im Schweinsgalopp.

 

Reisezeit: 13.12.2014 – 20.12.2014

 

Visum: Visumsfreie Einreise für deutsche Staatsbürger, 3 Monate Aufenthalt.

Carnet de Passages: Ja.

Währung: Pula. 1 Euro = 11,82 Pula.

Diesel: 9,28 Pula/l.

Bargeld: An vielen ATM an Banken oder Einkaufszentren.

Kreditkarten: Große Akzeptanz mit Visa/Master in Geschäften; nicht an allen Tankstellen, bei Shell aber kein Problem.

Fahrzeugversicherung: Konnten wir in der Kürze der Zeit nicht feststellen; keiner hat danach gefragt. Wir haben jedenfalls keine extra abgeschlossen.

 

Am 13.12.2014 stehen wir an der Grenze von Botswana bei Mamuno. Die Einreiseformalitäten sind schnell hinter uns gebracht, nur noch die Road Tax von 270 Pula bezahlen und schon sind wir wieder unterwegs.

Heute kommen wir allerdings nicht mehr sonderlich weit. Wir suchen uns unweit der Hauptstraße einen Nachtplatz in den Büschen, wobei wir bei unserer Größe von jedermann auszumachen sind, aber niemanden interessiert es. Die Nacht bricht herein, einige LKW fahren noch an uns vorbei, dann kehrt Ruhe ein. Am nächsten Morgen schalten wir den Autopiloten ein und es geht die 440 Kilometer mit 80 Sachen Richtung Maun. Ab und zu wird die Eintönigkeit von Kühen, Pferden, Eseln, Schafen oder Ziegen unterbrochen, die versuchen noch in letzter Sekunde die Straßenseite zu wechseln. Nicht selten schlägt dieses Verhalten fehl, man sieht dann ihre aufgeblähten Körper am Straßenrand liegen. Am meisten scheint es die Esel zu treffen, was auch kein Wunder ist. Sie sind die Abgebrühtesten oder die Dümmsten am Straßenrand, sie werden höchstens noch von Ziegen getoppt; wenn eine rennt, rennt alles hinter her, auch wenn gerade der Tod auf vier oder mehr Rädern angerollt kommt.

In Maun angekommen, wollen wir Dennis in einen Helikopter setzen, der ihn über das Okavango-Delta fliegt, aber der Flug fällt buchstäblich ins Wasser. Es schüttet wie aus Eimern vom Himmel und deswegen startet kein Flieger. Auch in den nächsten Tagen ist keine Besserung in Sicht, dazu kommt noch, dass gerade wenige Touristen unterwegs sind, die sich den 130 US$-teuren Flug leisten wollen, denn so ein Helikopter startet erst, wenn sich mindestens drei Personen gefunden haben.

Auf dem Campingplatz lege ich mich in der Zwischenzeit ungewollt mit einem Caterpillar an. Nein, nein, nicht mit einer dieser großen Baumaschinen, sondern mit einer Raupe aus dem Tierreich (engl. Caterpillar). Sie krabbelt eines späten Nachmittags vom Nacken aus in mein T-Shirt. Als ich sie endlich bemerke, ist es jedoch schon zu spät. Ihre feinen Haare rufen äußerst unangenehme Hautallergien hervor. Innerhalb einer Stunde ist mein Hals, Rücken und Partien der Arme stark gerötet, es brennt wie Feuer und juckt höllisch. Am nächsten Tag bin ich übersät mit Pusteln. Erst Cortisonsalbe und ein Antiallergikum bringt mir nach einigen Tagen Linderung.

Wir ziehen weiter zur Diamantenmine Orapa. Um eine Minenbesichtigung zu unternehmen soll man sich 10 Tage vorher telefonisch anmelden. Haben wir versucht, kein Anschluss unter dieser Nummer, also fahren wir auf gut Glück vorbei. Aber auch das ist ein Griff ins Klo, denn Orapa macht Weihnachtsferien und öffnet erst wieder seine Pforten für Touristen im Februar 2015. Von Orapa aus wollen wir eigentlich nach Kubu Island, aber aufgrund der aufgeweichten Piste drehen wir auch hier besser wieder um. Jede Senke steht tief unter Wasser und das Risiko auf einer der Salzpfannen zu versinken ist uns zu groß. So rollen wir weiter auf dem äußerst öden und asphaltierten Trans-Kalahari-Highway.

In Francistown angekommen, gehen wir auf das Campsite des Marang Hotels. Hier waren wir vor etwa 9 Jahren schon einmal und dieser Platz ist uns in recht guter Erinnerung geblieben. Aber hier müssen wir nach zwei Tagen flüchten, weil Heerscharen von Ameisen die Macht über Goliath erzwingen wollen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie unsere kleine Behausung in Beschlag nehmen und das können und wollen wir nicht zulassen. Das haben wir in Asien nur allzu oft mit erleben müssen. Selbst Dennis in seiner kleinen Dackelgarage (Zelt) wird überrannt von diesen lästigen Plagegeistern. Uns bleibt nur die Flucht nach vorn, das heißt, auf Richtung Sambia.

Bis Nata allerdings heißt es sich Streichhölzer zwischen die Augenlieder zu klemmen und jede Menge Kaffee in sich reinzuschütten, um der ermüdenden Eintönigkeit zwischen den hunderten von Kilometern Farmerzäunen entgegenzuwirken. Ab Nata jedoch ändert sich zwar die Landschaft nicht, aber abrupt sind die Zäune verschwunden und fast im gleichen Moment stehen die Elefanten am Wegesrand, wie bei uns in Deutschland die Gartenzwerge im Vorgarten. Jede Menge Erdlöcher, die wahrscheinlich vom Straßenbau übrig geblieben sind, haben sich jetzt in der beginnenden Regenzeit zum Teil mit Wasser gefüllt und dienen den Elefanten und anderen Tieren als Badewannen.

Etwa 30 Kilometer hinter Nata suchen wir uns einen Übernachtungsplatz in der Wildnis. In die Sandpiste, in die wir einfahren, liegt jede Menge Elefantendung, also ein Zeichen, dass hier jede Menge Verkehr von „Benjamin Blümchen“ und seinen Artgenossen herrscht. Etwa einen Kilometer von der Asphaltstraße entfernt, sehen wir einen Trampelpfad und eine Schürfstelle der Dickhäuter, die mit Wasser gefüllt ist. Dennis schlagen wir vor, besser heute Nacht in unserem Fahrzeug zu schlafen. Unweit der Wasserstelle halten wir an, Tisch und Stühle raus und es heißt nun warten. Tatsächlich verirrt sich der ein oder andere Dickhäuter nahe unserem Nachtlager, jedoch in gebührendem Abstand. Ab und zu werden wir in der Nacht noch vom „Törrööö“ der Elefanten wach, aber ansonsten bleibt alles ruhig.

Kurz nach unserem Start am nächsten Morgen, werden wir von Hinweisschildern mit der Aufschrift aufmerksam gemacht: „Sie befinden sich in einem Gebiet mit wilden Tieren, aussteigen auf eigene Gefahr.“ Die ersten zwei, drei dieser Schilder fliegen an uns vorbei und schon läuft uns der erste Löwe über die Straße. Großes Erstaunen in unseren Gesichtern, aber der gestrige Abend, draußen im Campingsessel bis spät in den Abend, war schön! Es bleibt aber bei dieser einzigen Begegnung einer Löwin in Botswana. Hinter Nata findet man jede Menge schöne Übernachtungsplätze in freier Natur, wir werden jedenfalls noch einmal hierhin zurückkommen und einige Tage in diesem Gebiet verbringen.

In der Grenzstadt Kazungula wollen wir noch einmal nachtanken, denn in Sambia ist der Diesel wesentlich teurer. Gerade, als wir in der Stadt eintreffen, zieht ein heftiges Gewitter über die Stadt und der Strom ist ausgefallen, was bedeutet, ohne Strom kein Diesel. So fahren wir unverrichteter Dinge auf den Sambesi zu, der die natürliche Grenze zwischen Botswana und Sambia bildet, und den es nun gilt mit einer Fähre zu überqueren. So verlassen wir Botswana. Von gelangweilt aussehenden und unfreundlichen Beamten bekommen wir lustlos unsere Stempel in die Papiere gehauen und fahren auf die Fähre zu, die uns in fünf Minuten über den Sambesi nach Sambia bringt. Der Preis hierfür, der sich bei einem Fahrzeuggewicht von 5-9 Tonnen in etwa 8 Jahren von 30 auf 40 US$ erhöht hat, hält sich ja noch in Grenzen. Die neuen Einnahmequellen und Preiserhöhungen, die Sambia aus dem Boden gestampft hat, verschlagen einem ab und an die Sprache.

Vielen Dank für die vielen Weihnachtsgrüße und wir wünschen noch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2015 und so sehen wir uns also wieder in Sambia.

 

Marion, Walter und Dennis – unser Reiseabschnittspartner.