Thailand – Im Norden des Landes.

 

Reisezeit: 19.12.2013 – 16.02.2014

 

Visum: Wir haben Touristenvisa mit Double Entry (2 x 2 Monate) in der Botschaft in Vientiane (Laos) beantragt.

Carnet de Passages: Eigentlich ja, aber es geht auch ohne. Es wird aber für die temporäre Einfuhr des Fahrzeugs eine Gebühr von 235 Baht erhoben. Diese Einfuhr gilt begrenzt für 4 Wochen, die man um weitere 4 Wochen in jedem Zollamt in Häfen oder auch in Bangkok verlängern kann.

Währung: Thailändischer Baht. 1 Euro = 44 Baht.

Diesel: 30,70 Baht/l.

Benzin: 38,0 Baht/l.

Bargeld: Jeder Supermarkt oder Einkaufszentrum hat mindestens einen ATM. Wir bekommen mit Visa bis zu 20000 Baht. Aber auch Master wird akzeptiert. Pro Abhebung wird eine Gebühr von 150 Baht fällig.

Kreditkarten: An Tankstellen der größeren Straßen und Einkaufszentren usw. kein Problem, außerhalb eher weniger Akzeptanz

Fahrzeugversicherung: Ist nicht obligatorisch.

 

Zum zweiten Mal stehen wir an der kambodschanisch-thailändischen Grenze bei Osmach. Da wir ein Visum mit zweimaligem Eintritt haben, geht die Abwicklung schnell. Vor dem Customs-Office haben wir uns schon auf eine längere Wartezeit eingestellt, was das Suchen des richtigen Zollpapieres für Goliath angeht, aber nein, innerhalb von Sekunden liegt unsere temporäre Einfuhrgenehmigung zur Unterschrift bereit und so stehen wir bereits nach zehn Minuten wieder in Thailand.

Unsere Brotreserven neigen sich dem Ende zu, darum beschließen wir den kleinen Umweg von 200 Kilometern in Kauf zu nehmen, um wieder an unser leckeres Mestemacher-Vollkornbrot zu kommen. Wir haben Glück, man scheint hier im Makro-Supermarkt in Ubon Ratchathani gerade wieder die Regale gefüllt zu haben, damit wir sie sofort wieder leerräumen können. Jetzt können wir getrost wieder auf unseren alten Standplatz am See in Huthamnop fahren, um hier Weihnachten und Silvester zu verbringen. Unser Überleben ist gesichert, zumindest was vernünftiges Brot angeht! Was die Temperaturen angeht, so hat es sich empfindlich abgekühlt. Nachts geht es runter bis auf 13°C, wobei es am Tage nur noch maximal 26°C erreicht. Wir haben schon wieder lange Hosen, Socken und Jacken rausgekramt, es ist ja schließlich Weihnachten und da ist es eben kalt.

Wie wir es schon seit einigen Tagen vermutet haben, hat sich Gecko „Achim“, unser Reiseabschnittspartner, wahrscheinlich zu seinen Verwandten abgesetzt. Nach mehr als sieben Wochen und etwa 3000 Kilometern auf unserem Dach wird er wohl die Feiertage und den Jahreswechsel in Kambodscha verbringen.

Nachdem der Jahreswechsel recht unspektakulär an uns vorübergezogen ist, machen wir uns Anfang Januar auf nach Nakhon Ratchasima, wo der Deutsche Peter Schopf einen metallverarbeitenden Betrieb besitzt und uns unsere neuen Federlager machen kann. Da aber das Material zuvor in Bangkok geordert werden muss, besuchen wir den Zoo von Nakhon Ratchasima. Der Eintrittspreis von 100 Baht pro Person und 60 Baht fürs Fahrzeug beinhaltet sogar eine Übernachtung im Zoogelände. Diesen Zoo muss man nicht unbedingt

gesehen haben, es ist aber eine gute Gelegenheit unsere Wartezeit zu überbrücken. Der recht weitläufig angelegte Zoo bringt einem die Tierwelt in häufig viel zu kleinen Gehegen etwas näher. Wenn es auch vielleicht makaber klingt, viele der Tiere können sich meiner Meinung nach noch glücklich schätzen hier ihr Dasein zu fristen, ansonsten wären sie schon längst in den Kochtöpfen der Einheimischen gelandet oder lägen zu Pulver verarbeitet auf chinesischen Märkten, damit irgendwelche geilen, potenzschwachen Chinesen ihre Männlichkeit wiedererlangen. Selbst unser Gastgeber Günter hat uns bestätigt, dass sich von Zeit zu Zeit schon mal eine Schlange in seinem Garten verirrt. Da er in Sachen Schlangen nicht besonders bewandert ist, ruft er dann den örtlichen Schlangenfänger an, der das Reptil kurzerhand auf seinen Mittagstisch bringt.

Zurück zum Zoo, wir sind fast allein zu Fuß unterwegs, denn die Thais sind zu faul zu laufen und mieten sich lieber ein Elektrofahrzeug oder lassen sich in Gruppen im Schweinsgalopp mit offenen Bussen durch den Park jagen. Angehalten wird wenig, ab und an hört man mal ein Aah oder Ooh. Wir stehen gerade am Nashorngehege, als wieder so eine rasende Touribahn an uns vorbeiprescht. Plötzlich ruft die halbe Mannschaft „Farang, Farang“ (Ausländer), alles dreht sich um, winkt oder macht Fotos von uns, das Nashorn interessiert keine Sau. Ich glaube, wären wir hinter dem Zaun, wir wären der „Renner“!?

Am späten Nachmittag beschließen wir im Zoo-Restaurant etwas zu essen. Wir sitzen auf der Terrasse und haben einen herrlichen Blick auf einen See, als plötzlich ein etwa 1½ Meter langer Waran gemächlich an uns vorbeischwimmt. Er ist auf dem Weg zum anderen Ufer. Schnell bezahlen wir, bewaffnen uns mit unseren Kameras und hechten ans gegenüberliegende Ufer. Wir nähern uns scheinbar etwas zu schnell und das scheue Reptil flüchtet wieder ins Wasser und gedenkt nicht mehr herauszukommen. Marion gibt auf. Ich bleibe hinter Büschen versteckt auf Beobachtungsposten. Nach 1½ Stunden, ich bin schon zerstochen von Moskitos und werde attackiert von Heerscharen von aggressiven Ameisen, kommt das Tier nun endlich ans Ufer, um sich auf einem umgefallenen Baum in der Sonne auszuruhen. Und drin ist er im Kasten, na geht doch!

Drei Tage später holen wir unsere Federlager ab und machen uns noch am gleichen Tag auf zum Phu Kradueng Nationalpark. 30 Baht kostet der Eintritt für Goliath, wir sollen laut Aushang 400 Baht pro Person zahlen. Als wir allerdings an der Kasse stehen, sagt uns die Kassiererin, wir bräuchten heute nur 200 Baht pro Person bezahlen. Alles klar, nicht weiter nachfragen. Wir schlüpfen in unsere Wanderschlappen und machen uns auf den 5,5 Kilometer langen Weg. Dabei sind 1200 Höhenmeter zu überwinden, um auf das Hochplateau zu gelangen. Das sollte für unsere nicht besonders trainierten Körper eigentlich kein Problem sein!? Über einen Naturpfad geht es hinauf zum Gipfel. Jedoch geht uns bei 700 Höhenmetern und etwas mehr als der Hälfte der Strecke die Puste aus. Es geht zum Teil so steil bergan, dass man fast auf allen Vieren krabbeln könnte, und der weitere Verlauf ist so steil, dass man nur noch über Leitern vorankommt. Wir teilen uns den Pfad mit hunderten anderen Touristen, die allerdings auf dem Gipfel übernachten und sich erst am nächsten Morgen wieder auf den beschwerlichen Abstieg begeben. Damit sie aber nicht sämtliches Campingequipment mit hochschleppen müssen, engagieren sie sich Träger, die deren ganzes „Gerödel“ auf den Gipfel transportieren. Einzig mit einem langen Bambusrohr bestückt, tragen sie an den Enden hängend bis zu insgesamt 70 Kilo Gepäck den Berg hinauf. Pro Kilo werden 30 Baht berechnet. Unter den Lastenträgern sind sogar nicht wenige Frauen. Sie alle sind für uns die absoluten Helden hier auf dem Trail. Und auf unserem Rückweg sind sie sogar schneller als wir, einfach unglaublich!!!!

Je weiter wir uns dem Parkplatz nähern, desto mehr schlabbern uns die Knie und wir sind heilfroh wieder zu Hause zu sein. Auf dem Parkplatz ist es ohne weiteres möglich mehrere Tage zu übernachten, was wir nach dieser Strapaze auch dringend brauchen.

Ab hier, Richtung Norden, ändert sich endlich mal die Landschaft. In den Niederungen wird weiterhin Reis angepflanzt, aber in höheren Lagen fahren wir durch ausgedehnte Wälder, meist Nationalparks. Die Grenzen, an denen die Parks enden, sind leicht zu erkennen. Abrupt ist fast jeglicher Baumbestand abrasiert und zu Farmland kultiviert. Viele Kilometer fahren wir durch den Nam Nao Nationalpark, durch den eine Hauptverbindungsstraße führt. Hier sollen noch Wildelefanten, Tiger und anderes wildes Getier vorkommen. Immer wieder sehen wir ausgetretene Pfade von Elefanten am Straßenrand und auch von Zeit zu Zeit die unverdauten Hinterlassenschaften der Dickhäuter. Aber zu Gesicht bekommen wir keinen.

Wir sind auf dem Weg nach Chiang Mai. Zum einen wollen wir hier Barbara und Uwe besuchen, die hier überwintern, zum anderen müssen wir unsere temporäre Einfuhrgenehmigung für Goliath beim Zoll am Flughafen verlängern. In der Innenstadt von Chiang Mai einen ruhigen Standplatz zu finden ist nicht ganz einfach, aber die beiden haben es dank ihrer Vermieterin geschafft, uns in dem Tempel Wat Muangsang direkt an der Altstadt einzuquartieren. Die Vermieterin Ladda hat einen Bruder, der als Mönch in diesem Tempel lebt. Trotz Zentrumsnähe herrscht hier nachts angenehme Ruhe, wobei tagsüber die freien Flächen als Parkplätze dienen. Ab 4.30 Uhr in der Früh und 21.00 Uhr am Abend werden die Tore verriegelt, so gibt man uns zu verstehen, jedoch scheint das nicht immer so zu sein. Als wir eines Abends um 20.30 Uhr wieder nach Hause kommen, ist der ganze Tempel mit dicken Schlössern verrammelt. Lautes Rufen und Klappern am Tor zeigt keine Wirkung. Wir können Goliath vom Tor aus sehen, aber wie kommen wir wieder ins Haus? Über den Zaun klettern ist möglich, aber Marion lässt mich nicht. Also laufe ich zurück zu Laddas Haus, klingel sie unter der Dusche weg, sie ruft ihren Bruder an, der uns dann endlich das Tor öffnet.

Nach kurzer Zeit im Tempel sind die Mönche neugierig geworden und einer nach dem anderen, einschließlich dem „Oberbuddha“, macht eine Hausbesichtigung. Ab dem nächsten Tag werden wir regelmäßig mit Reis, Gemüse und Obst beschenkt. Haben wir so einen erbärmlichen Eindruck hinterlassen oder ist es einfach nur eine nette Geste? Vom Tempel aus ist vieles zu Fuß zu erreichen, einschließlich einer guten Zahnarztpraxis, denn bereits in Laos ist mir ein Zahn abgebrochen, der langsam mal repariert werden muss. Barbara hat mir diese Praxis wieder einmal vermittelt, dessen Chef in Deutschland studiert und dort seinen Professor gemacht hat. Sie hat sich hier ihre gesamte Kauleiste sanieren lassen. Bis zu meinem Termin in einer Woche kann man die Zeit in Chiang Mai locker herumkriegen.

Viel gibt es hier zu sehen, unter anderem den Royal Garden Ratchaphruek, der zum 80. Geburtstag des Königs angelegt wurde und jeden Liebhaber von kunstvoll angelegten Gärten und Pflanzen in Verzückung versetzt. Wie ihr mittlerweile meine Marion kennt, ist sie genau dieser Typ. Bereits im Orchideen-Park hinter dem Eingang hat sie kein Erbarmen mehr mit unserer Kamera. Dass das arme Ding nicht anfängt zu glühen ist alles, so wird sie malträtiert. Der schöne, weitläufig angelegte Park ist mit 200 Baht pro Person kein rausgeworfenes Geld.

Der Tag unserer Abreise aus Chiang Mai ist gekommen, und als hätten uns die Mönche nicht schon genug Gastfreundlichkeit gezeigt, kommt „Oberbuddha“ am frühen Morgen mit einem großen Sack Reiseproviant für uns. Im Gegenzug bedanken wir uns mit einer Spende für den Tempel in den bereitstehenden Spendenboxen.

Wir machen uns auf zum Doi Inthanon Nationalpark, wo man den 260 Meter hohen Wasserfall Mae Ya besichtigen kann, gleichzeitig ist auch hier im Park der mit 2565 Meter höchste Berg Thailands, der Doi Inthanon. Wir haben uns vorgenommen ihn zu erfahren, denn man kann bis an den Gipfel fahren. Goliath hat allerdings alle Räder voll zu tun bis wir die Spitze erreichen. Die meiste Zeit kriechen wir im 3. Gang den Berg rauf und kurze Zeit später wieder runter, weil keine gute Fernsicht herrscht.

Im Ob Luang Nationalpark, wo der Mae Chaem Fluss eine 32 Meter tiefe Schlucht ins Gestein gefressen hat, haut uns allerdings nicht aus den Schlappen. Auch der 1,5 Kilometer lange Naturpfad kann uns nicht überzeugen, er ist mehr anstrengend als sehenswert. Das einzig wirklich Gute ist, wir können auf dem Parkplatz der Touristeninformation eine ruhige Nacht verbringen.

Über die Nebenstrecken 1088 und der 1263 geht es dann in endlosen Serpentinen mit unendlich vielen Berg- und Talfahrten bis hin nach Mae Hong Son. Hier lebt das Bergvolk der Karen als Flüchtlinge. Sie stammen aus Myanmar und sind vor den ständigen Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Regierungstruppen geflüchtet. Hier in Thailand haben sie aber keine Rechte, weil sie eben Flüchtlinge sind und dürfen sich angeblich nur innerhalb ihres Dorfes bewegen. Die Frauen der

Karen sind aber touristisch sehr interessant, weil sie ein besonderes Schönheitsideal haben. Mit fünf Jahren beginnt man den Mädchen schwere Messingspiralen um den Hals zu legen. Mit zunehmendem Alter werden die Spiralen höher sowie schwerer und somit der Hals länger. Später können sie ohne diese Spiralen nicht mehr leben, denn schon nach kurzer Zeit schwindet die Halsmuskulatur und der Hals könnte den Kopf nicht mehr tragen. Durch die Eintrittsgelder von 250 Baht Person und kunstvollem Handwerk verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt.

Immerzu geht’s weiter Richtung Norden. Zahlreiche Höhlen gibt es hier auf dem Weg zu besichtigen, wir aber wollen die Tham Lot Höhle besichtigen. Diese Höhle hat gleich mehrere Besonderheiten. Zum einen fließt ein Bach hindurch, den man mit einem Bambusfloß befahren kann. Wir schippern mit einem Fährmann und einer Führerin, die nur mit einer Petroleumlampe bewaffnet sind, durch die ansonsten stockfinstere, riesige Höhle. Begleitet werden wir von hunderten bis 50 cm und mehr großen Fischen, die uns um Futter anbetteln, welches man am Eingang hätte kaufen können. Der Verlauf des Baches führt uns in verschieden große Kathedralen, deren Höhe ich im Dämmerlicht der Lampe auf 50 m schätzen würde. Ab und an gehen wir an Land und klettern über abenteuerliche, glitschige Holztreppen in verschiedene, höher gelegene Ebenen. Riesige Kalksteinsäulen sowie unzählige andere Gebilde sind im Licht der Laterne zu erkennen. Im letzten Drittel der Höhle nähern wir uns einer Kolonie von Fledermäusen, die zu Tausenden an der Felsendecke hängen. Gegen 18.45 Uhr starten sie fast alle auf einmal zu ihrer nächtlichen Futtersuche. Aber nicht nur das ist etwas Besonderes, diese Fledermäuse teilen sich ihre Unterkunft mit Abertausenden von Schwalben, so eine Art Vögel-WG. Nach etwa 1½ Stunden ist unsere Führung vorbei und wir begeben uns von außen herum zum Ausgang der Höhle. Es ist mittlerweile 18.00 Uhr geworden, im Dämmerlicht versammeln sich die ersten Schwalben am Himmel und fliegen in die Höhle ein. Ab 18.15 Uhr verfärbt sich der Himmel fast schwarz von Schwalben, die ihr Nachlager aufsuchen. So plötzlich wie der Spuk begonnen hat ist er dann um 18.45 auch schon wieder vorbei. Und als würde es den Fledermäusen nun zu voll in ihrer Wohnung, machen sie sich auf zu ihrer Nachtschicht. Einzelne Tiere kann man wegen der Dämmerung schon nicht mehr erkennen, man spürt nur noch den Luftzug, wenn sie an einem vorbeifliegen. Plötzlich ist das Spektakel wieder vorbei und es ist stockfinstere Nacht geworden. Auf einem abenteuerlichen Dschungelpfad machen wir uns im Schein meiner Taschenlampe wieder auf nach Hause. Im Schlepptau mehrere andere Touristen, die es versäumt haben eine Taschenlampe mitzunehmen. Für uns war der Besuch dieser Höhle ein Naturereignis der ganz besonderen Art.

Ein weiterer Tag bringt uns auf der Straße 1178 bis 10 Kilometer vor die Grenze von Myanmar. Da wir aber nicht wissen wie sich die weiteren Straßenverhältnisse entwickeln, entschließen wir uns an der Kreuzung, wo es auf die Straße 1340 abgeht, zu übernachten. Hier hat wegen der Grenznähe thailändisches Militär Stellung bezogen. Auf meine Bitte, hier übernachten zu dürfen, wird uns freundlich ein Platz zugewiesen. Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass es eine gute Wahl war hier zu übernachten, denn an unserem nächsten Ziel, den Nationalpark Doi Pha Hom Pok noch am selben Tag zu erreichen, wären wir kläglich gescheitert.

Die 1340, die direkt an der Grenze von Myanmar verläuft, ist alles andere, als einfach zu befahren. Sie ist teilweise sehr schmal, selbst entgegenkommende PKW müssen bis auf Schrittgeschwindigkeit runter. Tiefhängende Äste und Gebüsch vereinnahmen zum Teil die Straße so sehr, dass sie auf manchen Abschnitten nur einspurig zu befahren ist. Zum anderen geht es hier permanent so steil rauf und wieder runter, mit zahllosen, sehr engen Serpentinen, dass wir viele Male bis in den 2. Gang runterschalten müssen, damit die Motorbremse ihre Wirkung zeigt. Die meisten Steigungen sowie Abfahrten liegen bei 20 %, aber gelegentlich zeigt unser Navi bis zu 22 % an. Ich glaube, Goliath hat sich selten so quälen müssen wie hier und quittiert es prompt mit einem Verbrauch von 33 Litern auf 100 Kilometern.

Am Park endlich angekommen, winkt man uns einfach durch, ohne dass wir ein Ticket lösen müssen. Wir krabbeln im wahrsten Sinne des Wortes auf sehr enger, staubiger Erdpiste und Betonstraße in wenigen Kilometern von etwa 400 m auf 1916 m hoch. Diese Piste ist nicht ganz ungefährlich, da uns immer wieder Fahrzeuge bis hin zu Kleinlastern entgegenkommen und sie fahren, als würde Buddha höchstpersönlich auf dem Armaturenbrett sitzen und ihre Fahrer beschützen. Oben auf einem Camping mit Parkplatz angekommen geht es nur noch zu Fuß weiter. Nach 1½ Stunden anstrengendem Fußmarsch auf einem Naturpfad durch dichten Urwald, erreichen wir den Gipfel des zweithöchsten Berges Thailands auf 2285 m, mit einer grandiosen Aussicht unter anderem auf die zerklüftete Bergwelt Myanmars.

Unser Weg führt uns durch die nördlichste Stadt Thailands, Mae Ai, von wo wir uns zum „Golden Dreieck“ aufmachen. Hier grenzen Thailand, Myanmar und Laos aneinander. Bekannt ist es ebenfalls als eines der größten Opiumanbaugebiete der Welt geworden. Die Gegend hier oben ist mit seinem angenehmen Klima, den Bergen und den Wäldern einen Besuch wert. Den Besuch des Dreiländerecks kann man sich allerdings getrost ersparen; touristisch total überlaufen mit einer Souvenirbude nach der anderen. Für uns ein Grund schnell wieder das Weite zu suchen.

Wieder einmal läuft unser Thailand Visum ab und wir müssen am 16.02.2014 raus. Wir sind bereits in Chiang Khan und treffen ein weiteres Mal auf den Mekong, der hier die natürliche Grenze zwischen Thailand und Laos bildet. Wir fahren entlang des Mekong bis wir nach Si Chiang Mai kommen. Hier hat man eine schöne Strandpromenade mit Parkbuchten mit Blick auf den Mekong und Vientiane, der Hauptstadt von Laos, errichtet. Etwa 50 Kilometer trennen uns noch von der laotischen Grenze, deshalb sagen wir schon einmal „Tschüss“ und wir sehen uns wieder in Laos.

 

Ein Dankeschön möchten wir an alle gemeldeten Newsletter-Anmelder richten, die uns die Stange halten und natürlich auch an alle anderen Leser.

 

Die 2.

 

Marion's Fazit: Der Norden Thailands hat mich wirklich überrascht und er gefällt mir ausgesprochen gut. Berge, zahlreiche Nationalparks und wilder Urwald sowie ein angenehmes Klima machen das Reisen zur Freude. In den Tälern befinden sich kleine Dörfer mit sattgrünen Reisfeldern, die gerade frisch bepflanzt und bewässert werden. Morgens legt sich ein Nebelschleier über die Täler, die rot leuchtenden herbstlichen Blätter der Bäume erstrahlen erst mit der aufkommenden Sonne in ihrer vollen Farbe. Einfach traumhaft schön und kein Vergleich zum Isaan. Die Thailänder sind wirklich nett, das muss ich wiederholen. Wer ein Lächeln übrig hat kommt mit vielen Dingen weiter und bekommt immer ein Lächeln zurück.


Hier gibt es noch ein paar Erläuterungen zu den Tempeln, die wir gesehen haben, aber von denen wir nicht alle Fotos eingestellt haben:

 

Wat Srisuphan - Der Silbertempel in Chiang Mai. Durch farbig wechselndes Licht verändert sich das Bild des Tempels. Der eine mag das kitschig finden, der Thailänder steht darauf.

 

Video: Trommler im Wat Sri Suphan

 

Wat Chedi Luang in Chaing Mai: Die Anlage wurde im 14. Jahrhundert gebaut, als der König Saen Mueang Ma die Asche seines Vaters hier aufbewahren wollte. Allerdings wurde der Bau erst Mitte des 15. Jahrhunderts unter König Tilokaratcha beendet.

 

Wat Lokmolee in Chiang Mai: Wann Wat Lokmolee erbaut wurde ist ungewiss, aber es wurde 1367 das erste Mal erwähnt. 1527 wurde der Chedi erbaut und 1545 folgte die große Gebetshalle. Im Inneren finden sich schöne farbige Glasmosaike unter der Decke.

 

Wat Phan Tao in Chiang Mai: Wat Phan Tao wurde Ende des 14. Jahrhunderts erbaut und besteht aus Teakholz. Es ist eines der ältesten Anlagen in der Altstadt Chiang Mais.

 

Wat Rong Khun - Der weiße Tempel südlich von Chiang Rai. Diese Tempelanlage ist sehr ungewöhnlich und noch recht jung. 1997 wurde der buddhistisch-hinduistische Bau begonnen und Chalermchai Kositpipat - der Architekt - arbeitete kostenlos und freiwillig an diesem Projekt.