Russland - Wir können es kaum fassen, die Russen lassen uns rein!

 

Reisezeit: 02.05.2013 - 22.05.2013

 

Visum: Wir haben ein Businessvisum für 3 Monate.

Carnet de Passages: Nicht erforderlich.

Währung: Rubel. 1 Euro = 40 Rubel.

Bargeld: An vielen Banken, ca. 15 Kilometer hinter der Grenze direkt an der Straße rechts. Wir bekommen 5000-7000 Rubel am Automaten mit Visa, aber auch Master und Maestro sind möglich.

Kreditkarten- sowie Maestro-Akzeptanz: An vielen Tankstellen, z.B. Gasprom.

Diesel: 27-32 Rubel pro Liter.

 

Zum zweiten Mal stehen wir innerhalb von zwei Tagen an Russlands Grenze, allerdings diesmal von Hlukhiv nach Kursk. Wir geben unsere Pässe ab, der Beamte sieht unsere Ein-/Ausreise vom Tag zuvor und nimmt den Telefonhörer in die Hand und uns werden schlagartig die Knie weich. Er verlässt daraufhin sein Häuschen und verschwindet, kommt wieder mit einer scheinbar höheren Instanz. Der sagt, es gäbe da ein Problem, zweimal einreisen für uns Personen sei o.k., aber für das Fahrzeug gilt das nicht, wir müssten erneut umdrehen. Und außerdem im Transit in die Mongolei schon gar nicht. Uns entgleiten alle Gesichtszüge! Nachdem wir uns vehement beschweren, kommt langsam etwas in Gang. Es wird telefoniert, wir aber nicht informiert und dann, nach wieder einmal vier Stunden Wartezeit, kommt wieder eine „Olga“ ins Spiel. Sie weist den ersten Beamten an, unsere Pässe zu stempeln, inspiziert unser Fahrzeug, nachdem es schon zweimal zuvor begutachtet worden ist. Sie hat es allerdings auf unser „Badezimmer“ und die Medikamentenkiste abgesehen. Alles o.k.! Wir dürfen zehn Meter weiter fahren bis an ihr Häuschen. Die Spannung steigt, wir wissen immer noch nicht was Sache ist. So, sagt sie, sie wollen zum Baikalsee und dann in die Mongolei, reicht uns unsere Papiere, macht eine Handbewegung, so nach dem Motto, macht euch bloß vom Acker. Scheint in Russland Standard zu sein, mal eben vier Stunden Touristen weichkochen. Jetzt aber nix wie weg hier, bevor die es sich noch mal anders überlegen. Hundert Meter weiter noch den Passierschein abgeben und der letzte Schlagbaum geht hoch. Und wieder hat sich eine ca. 5 Km lange Schlange vor der Grenze gebildet. Keiner von uns sagt ein Wort, zu sehr sind wir noch angespannt. Erst nach mehreren Kilometern schauen wir uns an und lachen, wir haben es geschafft, wir sind in Russland.

Vier Tage später stehen wir kurz vor Saratov. Bis hierhin war alles unspektakulär und nicht besonders erwähnenswert, kaum Wald, dafür riesige landwirtschaftliche Flächen. Bei den Straßen ist von gut bis katastrophal alles drin. Über lange Strecken geht‘s mit 90 dahin, an manchen Abschnitten ist nur noch max. 30 drin. Das Gute ist, wenn man müde ist, biegt man von der Straße ab, sucht sich ein lauschiges Plätzchen fernab der Hauptstraße und gut ist`s. Auch hier ist es wie zuvor in der Ukraine, keinen stört‘s.

Die kleinen Dörfer entlang der Straße sehen aus wie zu Stalins Zeiten. Die Menschen leben in Bretterverschlägen und bearbeiten ihre Felder mit der Hand, der Pflug wird vom Pferd gezogen oder max. von einem Traktor, Marke Vorkriegsmodell. Es sieht so aus, als kämpften sie jeden Tag ums Überleben. Das normale Volk scheint Putin vergessen zu haben. Die großen landwirtschaftlichen Flächen werden von riesigen Maschinen bearbeitet, die aussehen, als würden sie jeden Moment das Zeitliche segnen.

In den großen Städten sind die öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Straßenbahn kurz vorm Auseinanderfallen, und von der Pferdekutsche bis hin zum Hummer 2 sowie BMW X5 findet man alles was das Herz begehrt. Marode Wohnblocks sowie in sich zusammenfallende Industriekomplexe sind an der Tagesordnung. Sie mögen riesige Gas- und Erdölvorkommen haben, jedoch kommt beim normalen Volk anscheinend nichts an.

Russland verlangt, Touristen müssen sich binnen 7 Werktagen registrieren lassen. Wir lassen uns das Registrierungsformular in einem Motel kurz vor Saratov ausfüllen.

Hierfür müssen wir uns für eine Nacht ein Zimmer nehmen. Allerdings ist das nicht die schlechteste Wahl, denn hier können wir ausgiebig das russische Schaschlik probieren. Jedoch bekommen wir hier auch unseren ersten Eindruck, was Korruption in diesem Land bedeutet. Eigentlich müssen die Behörden die Registrierung kostenlos ausstellen, wir müssen aber zusätzlich 2000 Rubel (50Euro) abdrücken, weil es angeblich Ostern wäre und die Dame dafür Überstunden machen müsste. Wer sich die Rubel zum Schluss in die Tasche gesteckt hat, wer weiß? Zwei Tage habe ich schlecht geschlafen wegen dieser Sache und mich geärgert, dass ich bezahlt habe. Da kommen mir die zwei Polizisten gerade recht, die uns am frühen Morgen anhalten, weil ich beim Abbiegen an einer Kreuzung die Kurve geschnitten habe. Einer der beiden nimmt meine Papiere und fordert mich auf ins Polizeifahrzeug einzusteigen. Er versucht mir zu erklären, dass das Schneiden in einer Kreuzung drei Monate den Führerschein kostet. Ich sowieso schon wegen der Tage zuvor auf 180. Klar ist, sie wollen Kohle! Ich mache ihnen allerdings unmissverständlich klar, wenn sie mir nicht augenblicklich meine Papiere wiedergeben würden, wäre ich bereit mit ihnen aufs Revier zu ihrem Chef zu fahren und dann würden wir ja sehen was passiert. Kurzes Getuschel untereinander, ich bekomme die Papiere zurück und wir können fahren. Na, geht doch!

Nach nunmehr einer Woche in Russland, vorbei an 2300 Kilometern öden Ackerflächen, fahren wir auf das Uralgebirge zu. Was für eine Abwechslung. Die Gegend wird hügeliger und die freien Flächen weichen ausgedehnten Kiefern- und Birkenwäldern. Nachdem wir uns tagelang in Höhen von max. 300 Metern bewegt haben, fahren wir heute in schwindelerregende 740 Meter. Wer allerdings glaubt eine riesige Gebirgskette zu sehen, der wird enttäuscht, um die 1400 Meter ist die höchste Erhebung, der Rest ist nicht höher, als die Hügel bei uns im Sauerland, nur die Straßen sind um ein Vielfaches schlechter. Die allgegenwärtigen Spurrillen raspeln so immens an unseren Reifen, dass die Außenkanten schon um die Hälfte abradiert sind. Ich werde sie wohl bald drehen müssen. Und kurz bevor wir uns wieder in die besagten Büsche schlagen, kommen uns bestimmt dreißig nagelneue russische Ural-LKW entgegen, frisch aus dem Werk. Sie scheinen eine aussterbende Art zu sein, denn ca. 90% aller LKW stammen aus Europa, allen voran MAN. Aber auch die Amerikaner haben den Fuß in der russischen Tür.

Hinterm Uralgebirge ändert sich nicht viel, außer die Wälder nehmen zu und es wird kühler. Tagsüber liegen die Temperaturen nur noch bei +16°C, aber nachts sinken sie ab bis -1°C. Weiterhin nehmen Kontrollen der Polizei zu, ganz besonders wird das Überholverbot überwacht. Häufig stehen sie mit Videokamera sowie Laserpistolen am Straßenrand und überwachen den Verkehr.

Für uns gestaltet es sich etwas kompliziert an Trinkwasser ranzukommen. Keine der von uns angefahrenen Tankstellen hatten fließendes Wasser. Deshalb fahren wir das Skisportzentrum in Revda N56° 49‘ 25.5“ E59° 59‘ 43.3“ an. Diese Adresse haben wir von anderen Reisenden bekommen. Für 100 Rubel können wir auf dessen Parkplatz übernachten und bekommen ausreichend Trinkwasser.

Am nächsten Tag fahren wir zur nicht weit entfernten geographischen Grenze, an der sich Europa von Asien trennt. Auf dem kleinen Parkplatz, wo ein Steinmonument die Grenze symbolisiert, gibt es auch noch fließendes Wasser aus einem kleinen Waldbach. Die geeignete Möglichkeit gleich mal wieder Wäsche zu waschen, das heißt, unsere „afrikanische“ Waschmaschine zu füllen. Am Abend, nachdem die Wäsche auf den schlechten russischen Straßen ordentlich durchgeschaukelt worden ist, suchen wir uns erneut ein kleines Bächlein und spülen die Wäsche aus und fertig.

Nach nunmehr 6000 Kilometern, die wir seit unserer Abfahrt bei unseren Freunden an der Nordseeküste zurückgelegt haben, haben wir Sibirien erreicht. Wölfe, Elche und Bären hätten wir vielleicht erwartet, aber das hier nicht. Auf der Suche nach heißen Thermalquellen kriecht uns diese daumendicke, ca.1/2 Meter lange Schlange über den Weg. Wir wissen zwar nicht, um welche Schlangenart es sich hier handelt, aber eindrucksvoll ist sie alle Male.

Wir sind mittlerweile auf dem Weg nach Omsk. Irgendwo unterwegs, als Goliath mal wieder wegen der welligen Straßen springt wie ein wildgewordener Gaul, schreit Marion: „Eine Stauklappe ist auf, halt an!“ Ich latsche in die Bremse, aber leider etwas zu spät. Ein Liter Hydrauliköl, ein Liter Getriebeöl, fünf Liter Motoröl haben sich von uns verabschiedet und meine neuen Knarrenkästen wollten ihnen folgen, was ich aber gerade noch verhindern kann. Alle Ölvorräte finde ich zwar wieder, aber nur der stabile Kanister mit dem Motoröl hat den Fluchtversuch heil überstanden. Ich sollte morgens doch besser einen Klappencheck machen, bevor wir starten.

Noch am selben Tag stehen wir wegen eines LKW-Unfalls im Stau, außerhalb einer kleinen Stadt. Als wir die Unfallstelle erreichen, sehen wir, dass ein Mercedes Actros Sattelzug in den Graben gerutscht ist. Zur Bergung hat man schon zwei Maschinen für die Feldbewirtschaftung herbeigerufen, jedoch ohne Erfolg. Die Polizei bittet uns ihnen zu helfen. Also werden wir noch zusätzlich vor den Karren gespannt, was aber auch nicht von Erfolg gekrönt ist. Die Polizei bedankt sich bei uns und wir fahren weiter. Das wär`s noch gewesen, da kommt so ein deutscher „Baby-Kat“ und zieht die Karre aus dem russischen Dreck.

 

Video 1 - Bergungsversuch eines Lkw

 

Einen Tag später erreichen wir Omsk. Hier wollen wir uns ein wenig umsehen und suchen uns auf dem Parkplatz vom Stadion „Roter Stern“ einen Nachtplatz. Unser Platz entpuppt sich allerdings nicht als die beste Wahl. Anfangs ist alles noch ruhig, aber um 2.00 Uhr werden hier die jungen Russen anscheinend erst wach. Es wird gegrölt, getrunken und im Schein der Taschenlampen an ihren Autos geschraubt. Erst um 4.00 Uhr morgens fallen wir in unseren wohlverdienten Schlaf.

Da wir unser Fahrzeug am nächsten Tag nicht allein lassen wollen, fahren wir ins Zentrum von Omsk. Auch dies ist keine gute Wahl, denn der Verkehr ist schlimm und Parkplätze sind für uns nicht vorhanden. Marion will allerdings die Kathedrale von Omsk auf unsere Kamera bekommen. Das wird ein „Quicki“! An der Bushaltestelle angehalten, Warnblinker an, Marion flitzt einmal um die Kirche und nix wie raus aus diesem Loch.

Wie ich bereits erwähnt habe, ist heute der Tag, an dem ich den ersten Reifen drehen muss, weil die Außenkante weit abgelaufen ist. Dank des Pumpringes, den uns unser Freund und Organisationstalent Olly von der Küste noch in letzter Minute gebraucht besorgen konnte, habe ich den Reifen problemlos montieren können. Danke Olly, das war eine gute Wahl, das Ding noch mitzunehmen!

 

Stell dir vor, du bist im tiefsten Sibirien und hast dein Fahrzeug versenkt!

Als wir Novosibirsk erreichen, schüttet es wie aus Kübeln. Die Stadt ist dreckig mit knietiefen Pfützen, weil die paar Gullis den Wassermassen kein Herr werden. Außerdem besteht die Stadt aus einem einzigen Stau. Wir sind auf dem Weg zum Eisenbahnmuseum. Schlappe 2 Std. brauchen wir bis dahin, um dann endlich einen Eindruck in die russische Eisenbahngeschichte zu bekommen. Danach brauchen wir 2 ½ Std. wieder raus aus der Stadt. 50 Kilometer hinter Novosibirsk suchen wir uns einen Nachtplatz. Diesmal nicht in den Wäldern, denn gestern flogen uns die Kugeln um die Ohren, als zwei Jäger Jagd auf eine Wildsau machten. Das arme verletzte Schwein hat in der Dämmerung vor lauter Panik fast unser Fahrzeug umgerannt.

Am nächsten Morgen kommen die Jäger wieder und nehmen die Fährte erneut auf, die sie gestern wegen der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen haben. Nach 15 Minuten hören wir nicht weit von uns noch dreimal einen Schuss und die arme Sau hat`s endlich hinter sich.

So und nun kommt`s. Wir biegen am Nachmittag auf der Suche nach einem Nachtplatz von der Straße ab und nach ein paar Metern ist Schicht im Schacht. Der Untergrund ist weich und wabbelig, wir stecken fest. Na ja, denken wir, Winde raus, um den nächsten Baum, aber der fällt einfach um. Sandbleche greifen nicht und Goliath sinkt immer tiefer. Es wird dunkel und wir haben eine fürchterlich beschissene Nacht bei 15° Schräglage. Auch graben hilft nicht viel, weil alles voll Wasser läuft, denn es regnet weiterhin.

Tag 2. Am nächsten Tag halte ich ein Fahrzeug an um Hilfe zu holen. Der Fahrer vermittelt mich an einen Dreiachser Kamaz, aber auch der zieht unsere Fuhre nicht aus dem russischen Dreck und schwirrt unverrichteter Dinge wieder ab. Er ist wenigstens so nett und bringt mich zu einer Tiefbaufirma, die Radlader und anderes schweres Gerät besitzen. Der Chef aber liegt angeblich im Bett und darf nicht gestört werden, und kein anderer kann hier was entscheiden. Morgen um acht soll ich wieder vorstellig werden, jedoch bezweifle ich, das uns ein Radlader bergen kann, wir brauchen eher ein Kettenfahrzeug. Also verbringen wir eine weitere Nacht, diesmal allerdings bei mittlerweile 20° Schräglage, und um uns herum nur noch Pampe und Wasser. Hat jemand schon mal bei so einer Schräglage versucht ein normales Leben zu führen? Geht nicht! Töpfe rutschen vom Herd, Kaffeetassen musst du am Tisch festnageln und vom Toilettengang ganz zu schweigen. Unsere Laune hat einen Tiefststand erreicht.

 

Video 2 - Kamaz versucht unseren MAN zu bergen

 

Tag 3. Die letzte Nacht war nicht mehr ganz so schlimm, obwohl wir noch schräger stehen als gestern. Vielleicht sind wir selber ein bisschen schräg, dass es uns deshalb nicht mehr so viel ausmacht. Also, ich stell mich an die Straße und halte den Daumen raus und es nimmt mich Max aus Kirgistan mit. Marion hat mir zuvor, wie einem kleinen Jungen, einen Übersetzungstext in die Hand gedrückt, auf dem steht, wir brauchen dringend Hilfe, wir haben uns festgefahren. Max sagt nur, oh oh “Prablem“. Der freundliche Kamaz-Fahrer hatte mir gestern noch die Adresse aufgeschrieben und so gelange ich mit einem weiteren Fahrzeug bis an die Firma, wo die großen Maschinen stehen. Senija, eine Büroangestellte, kann Englisch (Gott sei Dank) und übersetzt dem Manager unser Problem. Alle zusammen fahren wir zur Unglücksstelle.

 

Video 3 - Radlader versucht MAN zu bergen

 

Eine Stunde später steht ein Radlader vor unserer Tür. Aber auch dessen Bemühungen sind zwecklos, außer dass das schwere Gerät unsere Umgebung vollends zerwühlt hat. Sie verschwinden wieder und wollen morgen um 10.00 Uhr mit noch schwererem Geschütz aufwarten. Was wohl kommen mag? Ein russischer Bergepanzer, denn das ist meiner Meinung nach das Einzige was hilft? So harren wir der Dinge, die da kommen mögen, wir haben aber auch keine andere Wahl!

 

Video 4 - Versuch 1 ; Video 5 - Versuch 2 ; Video 6 - Versuch 3 ; Video 7 - Versuch 4

 

Tag 4. Ich habe komischerweise prima geschlafen (Marion nicht wirklich gut), nachdem wir gestern Abend unsere Schlafplätze so verlagert haben, dass wir mit den Füßen an der Wand anliegen, so braucht man nicht immer wieder zum Kopfkissen raufkrabbeln. Um 10.00 Uhr, pünktlich wie die Maurer, höre ich ein tiefes Brummen aus der Richtung, aus der unser Bergungstrupp kommen müsste. Und da kommt „Es“, eines dieser Riesengeräte, die auf den Feldern benutzt werden. Der V8-betriebene, was auch immer, bahnt sich seinen Weg mitten durch die Pampa, walzt alles platt, was sich ihm in den Weg stellt. Der Fahrer gibt mir zu verstehen, wie man so blöd sein kann, hier hinzufahren und dann auch noch zu übernachten. Ich habe dem leider nichts entgegen zu setzen. Also Seil angehängt und………………. nix tut sich, außer dass dieses Mördergerät die Landschaft durchpflügt. Dann probieren wir Goliath zur Seite zu ziehen……….. auch nix. Zur Abwechslung mal hinten gezogen………. ½ Meter geht`s, usw. Zwischendurch muss immer wieder mal was an der Gangschaltung repariert werden, denn ewig fliegen die Gänge raus. Im Grunde verbringt unser Rettungsteam mehr Zeit mit der Gangschaltung als mit dem Retten. Manchmal sieht es dann so aus, als wollte es klappen, dann fliegt wieder der Gang raus. Aber irgendwann, nachdem es so aussieht als hätten hier Panzer Krieg gespielt, sind wir plötzlich raus aus der russischen Pampe. Kaum zu glauben, dieses „Gerät“ hat es tatsächlich geschafft, wir können unser Glück kaum fassen. Wir verlassen diesen Kriegsschauplatz und machen uns auf zur Bergungsfirma und überlegen uns, was uns diese Aktion wohl kosten könnte. Auf unsere Frage, was wir nun „springen“ lassen müssen, schaut man uns entgeistert an: „Was für Kosten, das ist natürlich umsonst.“ Dafür werden wir noch mit Speis und Trank bewirtet. Als Dankeschön besorgen wir allerdings eine 2 Liter Flasche vom feinsten Wodka und einen Kuchen und tauschen Geschenke aus.

 

Wir sehen uns zum nächsten Russlandbericht. Die 2.


Einige Worte möchte ich noch über unseren neu angeschafften Kissmann Kühlschrank verlieren. In diesen ersten Wochen seines Einsatzes scheint es eine gute Wahl gewesen zu sein, ihn gegen den alten Waeco-Schrotthaufen auszutauschen. Seit einigen Tagen haben wir Tagestemperaturen von +25-32°C und er hält die Temperaturen locker bei +2°C. Was allerdings zu bemängeln ist, ist das viel zu kleine Gefrierfach, wo nicht mehr als ein paar Eiswürfel Platz finden.