Sabaidee in Laos.

 

Reisezeit: 20.09.2013 bis 13.10.2013

 

Visum: Wir erhielten an der Grenze ein Arrival-Visum für 30 Tage.

Carnet de Passages: Nicht erforderlich. Wir erhielten eine "Customs Declaration for Temporary Imported Passenger Vehicle".

Währung: Laotische Kip. 1 Euro = 10500 Kip. 1 US$ = 7800 Kip. Bei Barzahlungen werden gerne auch US$ und der thailändische Bath genommen, da die Währungen stabiler sind.

Diesel: 9370 Kip/l.

Benzin: 10300 Kip/l.

Bargeld: Mit Visa- und Master-Card an der Grenze bei der Zollabfertigung am ATM oder an vielen Automaten in jedem größeren Ort. Allerdings bekommt man nur bis zu 1.000.000 Kip aber dafür bis zu 10 Mal pro Tag. Jedoch werden einem bei jedem Mal 20000 Kip Gebühr berechnet.

Kreditkartenakzeptanz: Souvenirläden und Restaurants in Touristengebieten ja, Tankstellen nein.

 

Am 23.09.2013 stehen wir bei feuchtheißen Temperaturen an der laotischen Grenze bei Boten. Die Einreise geht mit einer Stunde fix vonstatten. Für 32 US$ pro Person bekommen wir ein 30-Tage-Visum. Sie hätten natürlich auch laotische Kip genommen, die wir aber noch nicht haben. Bei der chinesischen Ausreise hätten wir Kip auf dem Schwarzmarkt bekommen können, da wir aber den Kurs nicht kannten, haben wir es gelassen. 100 Meter hinter dem Immigration Office, rechts an der Straße (kleine Bretterbude mit drei blauen Schildern), besorgen wir uns eine Fahrzeugversicherung für 30 Tage, für weitere 32 US$ oder 258000 Kip. Etwa 5 Kilometer weiter kommt die Zollabfertigung, die jedoch komischerweise keine Fahrzeuginspektion beinhaltet. Der Zoll füllt nur zwei Papiere aus, welche noch einmal 50000 Kip kosten, die wir uns am Automaten gegenüber besorgen. Wenig später rollen wir auf recht gutem Asphalt im wahrsten Sinne des Wortes durch den Dschungel. Bäume und üppiges Gestrüpp ragen bis an die Straße und zwischendurch sieht man immer wieder mit Stroh bedeckte Hütten, die auf Stelzen gebaut sind, in denen die Menschen leben. Fast ein Kulturschock im Gegensatz zu China.

Wir lassen es erst einmal langsam angehen und fahren deshalb nur etwa 75 Kilometer weiter bis Luang Namtha. Wir können im Boat Landing Guesthouse unterkommen, ca. 6 Kilometer südlich, außerhalb des Ortes. Für 5 US$/Nacht stehen wir hier direkt am gleichnamigen Fluss Namtha. Der Verkehr in Laos hält sich in Grenzen und es geht hier wesentlich entspannter zu als in China. Es sind auch mehrheitlich Mopeds als Autos auf der Straße anzutreffen. Das Auto ist eher was für die Besserbetuchten. Ein Führerschein für ein Moped kostet 200000 Kip und beinhaltet das Fahren einer 8 sowie das theoretische Wissen einiger weniger Verkehrszeichen. Die meisten fahren allerdings ohne Führerschein, denn die Strafen sind sehr gering oder werden nicht geahndet.

Die Suche nach Übernachtungsplätzen gestaltet sich in Laos zuweilen etwas schwierig, wenn man nicht gerade auf einer „Tanke“ an einer viel befahrenen Straße stehen will. Andererseits scheinen die Laoten Angst vor Fremden zu haben. Mehrfach hätten wir die Möglichkeit gehabt auf betonierten Plätzen zu stehen, jedoch geben uns die Besitzer zu verstehen, sie wollen keinen Ärger haben.

So kommen wir in Oudomsay an und haben wieder dieses Problem. Kabel zu niedrig, Gassen zu eng und neh, bloß keinen Ärger. Dann kommt die rettende Lösung – der örtliche Flugplatz. Nachdem wir eine Stunde auf die Genehmigung des Chefs warten müssen, dürfen wir dann endlich auf den Parkplatz des Flughafens fahren. Um 18.00 Uhr wird die Bude zugeschlossen. Es ist ruhig hier, nur der monsunartige Regen lässt uns manchmal aus unseren Träumen erwachen.

Am nächsten Tag machen wir uns auf nach Luang Prabang. Die etwa 180 Kilometer sollten eigentlich locker zu schaffen sein, jedoch hat es diese Bergstrecke in sich. Zum größten Teil hat sich der Asphalt verflüchtigt und matschiger Untergrund kommt zum Vorschein. Zu allem Übel kommt noch heftiger Regen dazu, sowie in höheren Lagen Nebel. Es ist eine Berg- und Talfahrt mit unzähligen Kurven, zum anderen kommen einem schwer beladene LKW entgegen, die meinen sie bräuchten die ganze Piste. Alles in allem macht es diesen Abschnitt nicht ganz ungefährlich. Und trotzdem ist die Strecke traumhaft. Stundenlang fahren wir durch dichten Dschungel.

Nach vier Stunden haben wir schon ganze 80 Kilometer geschafft. Und wie es der Teufel will, stehen wir irgendwann in einem kleinen Dorf und es geht nix mehr. Auf einer Länge von etwa 20 Metern ist der Boden so aufgeweicht, dass ein Kleinbus steckengeblieben ist. Hinter dem Bus stehen schon weitere LKW, aber keiner traut sich vorbei. Hilfsbereit wie wir sind, ziehen wir den Bus aus der Pampe. Die ganze Busladung bedankt sich bei uns, dass sie endlich weiter können. Dem LKW-Fahrer dahinter steht schon der dicke Schweiß auf der Stirn, denn er weiß was ihm bevorsteht. Wir bieten ihm an, wir könnten ihn ja an unserem Bergegurt hinter uns herziehen, aber entweder er versteht uns nicht oder will uns nicht verstehen. Auf jeden Fall lehnt er ab. Wir schauen uns das Schauspiel allerdings noch an. Es kommt wie es kommen muss…………… Wir fahren weiter, wer nicht will, der hat schon!

Wir hätten es an diesem Tag noch bis Luang Prabang geschafft, aber spät am Nachmittag noch einen Platz zu suchen liegt uns nicht. Wir schlagen uns das erste Mal in die besagten Büsche. Froschgequake und das laute Surren der Zikaden lassen uns dann doch irgendwann in den wohlverdienten Schlaf fallen.

Am Morgen darauf fahren wir auf „blauen Dunst“ das Guesthouse Thongbay in Luang Prabang an und fragen nach einem Stellplatz und „Bingo“. Das freundliche Personal gibt uns zu verstehen, sie selbst hätten keinen geeigneten Platz, aber wenige Meter weiter sei ein Studentenwohnheim und dort hätte letztes Jahr auch ein deutscher LKW gestanden. Wir können so lange stehen bleiben, wie wir wollen und das auch noch umsonst. Bei unserer Ankunft treffen wir auf Put, einen der hier wohnenden Studenten. Er ist so begeistert von unserem Fahrzeug, dass er uns spontan zum Abendessen einlädt, nebenbei könne er mal wieder Englisch sprechen. Um 19.30 Uhr sitzen wir mit weiteren Kommilitonen an einem Tisch und alles manscht mit den Fingern in undefinierbaren Köstlichkeiten. Als sich Töpfe und Schalen leeren, sehen wir in einer Schale filigrane Knochen mit Krallen. Das macht uns stutzig und wir fragen nach. Das eine seien Gräten vom Fisch – ok, das andere Hähnchenknochen – ok, und die Krallen gehören zur Ratte. An unserem seltsamen

Gesichtsausdruck ist scheinbar zu entnehmen, dass wir nicht besonders glücklich sind, aber was wollen wir machen, jetzt ist sie unten!!!!!! Tagestemperaturen von weit über 30°C, bei einer Luftfeuchtigkeit von 90%, machen es einem aber nicht gerade leicht den Hintern hochzukriegen. Bei jedem Schritt läuft der Saft aus den Poren. Am schönsten ist es noch mit einem luftigen TucTuc in die Stadt zu fahren und unter Schatten spendenden Bäumen auf den Mekong zu schauen, für alles andere ist es viel zu heiß. Was neben den vielen Sehenswürdigkeiten noch zu erwähnen ist, dass es auf der Touristenmeile, in der Nähe des Wat Xieng Thong Tempels, eine Bäckerei gibt, die leckeres Brot und vernünftige Baguettes anbietet – zu europäischen Preisen versteht sich. Alles andere fällt in sich zusammen, wenn man es nur anschaut.

Hier schauen wir uns den Tempel Wat Xieng Thong an, der 1560 unter König Setthathirath erbaut wurde und mit dem weit heruntergezogenen Dach die typische Tempelbauweise im nördlichen Laos darstellt. Diese Tempelanlage hat die Plünderungen von 1887 als einzige gut überstanden und ist die schönste und bedeutendste von Luang Prabang. Die Begräbniskapelle beherbergt einen riesigen Bestattungswagen mitsamt Urne, der nicht einmal durch den schmalen Eingang passen würde. Beeindruckend schöne Glasmosaike finden sich am Sim und an den kleineren Tempeln. Es lohnt sich auf jeden Fall den Tempel anzusehen. Die mittlerweile berühmt gewordene morgendliche Prozession der Mönche, die an der Straße in Luang Prabang Nahrungsmittel von den Laoten erhalten, lassen wir wegen der frühen Zeit um 5.30 Uhr ausfallen.

Nach fast einer Woche verlassen wir Luang Prabang Richtung Vang Vieng. Aber auch diese wenigen Kilometer ziehen sich wie Kaugummi. Unendlich viele Kurven in Berg- und Talfahrt und immerzu Dschungel, wohin das Auge reicht. Mitten in Vang Vieng, direkt neben der Hauptstraße, gibt es eine alte Start- und Landebahn der Amerikaner aus dem Vietnamkrieg mit angrenzenden Hotels. Ein freundlicher Hotelbesitzer bietet uns einen Stellplatz umsonst vor seinem Hotel an. Toiletten und Wasser könnten wir mit benutzen. Gegen eine Mietgebühr von 40000Kip/Tag verleiht er uns ein kleines Moped, mit dem wir die Gegend unsicher machen können und gleichzeitig wirft er ein Auge auf Goliath, wenn wir unterwegs sind. Am Morgen bekommen wir bei ihm auch noch frische Baguettes, die wir am Tag zuvor geordert haben. Was will man mehr?

Wenige Kilometer von hier besuchen wir eine der berühmtesten Höhlen – die Tam Chang Höhle. Ein wenig werden wir an meine Heimatstadt Warstein erinnert, wo es auch eine Tropfsteinhöhle gibt. Auch der viel zu hoch gelobten „blauen Lagune“ statten wir mit unserem Zweirad einen Besuch ab. Ein glasklarer Fluss kommt hier aus den Bergen und hat an diesem Abschnitt eine hellblaue Farbe. Man kann hier mit vielen bei uns bekannten Aquariumfischen schwimmen gehen. Leider aber ist der Platz touristisch überlaufen. Am Abend gönnen wir uns ein deftiges Stück Hängebauchschwein vom Grill, mit Reis am Stiel. Ja, richtig gelesen, Reis am Stiel. Das ist klebriger Reis zu handtellergroßen, runden Fladen zusammen gepappt, angegrillt und auf einen Bambusstengel aufgespießt. Vergesst Onkel Ben‘s Reis, dieser ist um Welten besser!

Heute ist der letzte Tag in Vang Vieng und wir fahren mit unserem gemieteten Moped zum ca. 8 Kilometer entfernten Wasserfall Kaeng Nyui. Die wichtigsten Utensilien haben wir im Rucksack – Kamera und meine Badehose. Dort angekommen, müssen vom Parkplatz noch einige hundert Meter zu Fuß zurück gelegt werden, immer schön bergan. Oben angelangt, ist man schon einmal schweißnass. Umso schöner ist es für mich dann sich der Klamotten zu entledigen und sich in den natürlichen Wasserterrassen abzukühlen.

Marion ist eher nicht der Badefreak, sie hechtet unermüdlich die ganze Zeit hinter riesigen Schmetterlingen her, die hier wegen des Wasserfalls zu finden sind, um von ihnen einige Fotos zu schießen. Im Nachhinein hätte ich das mit dem Baden auch besser gelassen. Auf dem Foto kann ich noch lachen. Zwei Tage später allerdings ist mir zum Heulen zu Mute. Ich habe mir eine saftige Ohrenentzündung eingefangen. Mein rechtes Ohr ist feuerrot, schmerzt höllisch, eine seltsame „Suppe“ läuft permanent heraus, als wenn einer vergessen hätte den Hahn abzudrehen und durch die starke Schwellung habe ich ein „Segelohr“. Es sieht so aus, als wolle es sich selbstständig machen. Marion nennt mich ab jetzt liebevoll Dumbo oder Prince Charles. Na toll, wer den Schaden hat…….

Als wir die Hauptstadt Vientiane erreichen, ist der erste Stopp die Apotheke, ein Schlaraffenland für Medikamentenselbstversorger, ohne Rezept versteht sich. Als sich nach drei Tagen noch keine wesentliche Besserung zeigt, werde ich im örtlichen Krankenhaus beim HNO vorstellig. Er meint nur, sieht nicht so schlimm aus, wie es sich anfühlt, ich solle noch mal eine Schüppe an täglicher Dosis Amoxicillin zulegen und solle mich in Zukunft von asiatischen Wasserlöchern fernhalten, wir Westler seien nicht dafür geschaffen und besäßen keine Abwehrkräfte für alles was darin herumschwimmt. Danke für ihren Besuch, alles Gute und an der Kasse können sie dann die Gebühr von 8 Euro bezahlen. Als sich einen Tag später auch noch Fieber einstellt, haut mich das ziemlich aus den Schlappen. 35°C Außentemperatur und dann noch Fieber, da ist das mit der Unternehmungslust nicht mehr weit her. Trotzdem quäle ich mich mit Marion zur Thailändischen Botschaft um unsere Visa zu besorgen, denn für eine komplette Durchfahrt von Laos reicht uns die Zeit nicht mehr. Eine zweiwöchige Verlängerung auf insgesamt sechs Wochen ist zwar möglich, kostet aber genau so viel wie die vier Wochen an der Grenze. Also kommen wir später noch mal wieder. Einige Tage könnten wir uns hier in Laos zwar noch aufhalten, jedoch spielen meine Ohren noch nicht mit. Trotz zehntägiger Antibiotika-Einnahme habe ich immer noch Schmerzen und kann immer noch schlecht hören. Marion meint allerdings, das sei normal für mich. Ich werde also in Thailand mal bei einem Arzt vorstellig werden, um eine zweite Meinung zu bekommen.

In Vientiane steht der Pha That Luang, der große goldene Stupa, auf dem Besichtigungsprogramm. Immerhin stehen wir mit unserem MAN dem direkt gegenüber auf einem Parkplatz. Der große Stupa aus dem 16. Jahrhundert ist das Nationalmonument der Laoten und dementsprechend ist hier viel los. Vier Tempel sollen um den Stupa erbaut worden sein, wovon allerdings nur noch zwei vorhanden sind. Besonders schön ist der Stupa im Abendlicht, wenn er hell erleuchtet wird.

Nachdem wir die Visa in den Händen haben, verabschieden wir uns von Vientiane und fahren südlich über eine Piste direkt am Mekong entlang. Hier sind die Laoten noch freundlicher als sie eh schon sind. Immer wieder wird uns zugewunken, wir werden angelächelt und ein freundliches "Sabaidee" - Hallo - erklingt überall. Eine letzte Stelle, bevor wir die Grenze nach Thailand überqueren, ist der Buddha-Park, der eine Sammlung von buddhistischen und hinduistischen Götterfiguren darstellt. In einem kürbisartigen Bau, in dem man durch einen dargestellten geöffneten Mund Zugang erhält, kann man weitere kleinere Figuren über drei Etagen betrachten. Oben angekommen, genießt man einen Überlick über die gesamte Anlage.

Am 13.10.2013 stehen wir dann am Grenzposten Savannakhet in Laos und warten auf unsere Ausreise. Man sollte sich wie immer einiges Kleingeld der Landeswährung aufbewahren, denn es werden noch einige Gebühren fällig. Zum einen will die Passkontrolle pro Person 10000 Kip haben, zum anderen berechnet man eine Gebühr für die Überquerung der Brücke von Laos nach Thailand über den Mekong. Bei uns wollen sie 67000 Kip haben für einen LKW mit drei Achsen. Ich frage, wieso drei Achsen? Ja, die Räder seien so groß, da müssten sie eine Achse mehr berechnen. Ich kann die Jungs an der Zahlstelle eines Besseren belehren und sie berechnen uns schlussendlich als Bus nur 54000 Kip. Man muss es ihnen aber lassen, einfallsreich sind sie ja, oder?

Mit feuchtheißen Grüßen verabschieden wir uns aus Laos und man sieht sich wieder in Thailand.

Die 2.

 

Marion's Fazit: Laos war einfach toll. Die Freundlichkeit der Laoten ist ansteckend und bei unseren wilden Übernachtungen haben wir keine Anstalten gemacht uns zu verstecken. Oftmals haben wir unweit der Straße genächtigt, was ihr anhand unserer Stellplätze in Laos feststellen werdet. Nur einmal, als wir direkt am Mekong in Grenznähe zu Thailand übernachtet haben, bekamen wir Besuch von Polizei und Militär, die uns aber nach einer kleinen Erklärung unsererseits in Ruhe gelassen haben. Ach ja, das feuchte Klima hier (90% Luftfeuchtigkeit) ist nicht so wirklich mein Ding.