Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland.

 

Reisezeit: 19.01.2013 – 10.02.2013

 

Diesel: 1,37-1,53 Euro

 

In Tarifa angekommen, sind wir nicht sicher, in welche Richtung es gehen soll. Über Spanien oder zuerst nach Portugal. Kurzerhand entscheiden wir uns für Portugal. Erstens, weil wir dort noch nicht waren und zweitens, wenn man eh schon in der Gegend ist…….. ?! Warum dann nicht zum südwestlichsten Zipfel von Portugal, also ab an die Algarve nach Lagos. Nur das Wetter spielt Weltuntergangsstimmung. Schwarze Wolken am Himmel mit Sturm und Regen den ganzen Tag lang. Selbst die Nacht hindurch, die wir in einem Industriegebiet verbringen, schüttet es wie aus Eimern.

Auch Lagos empfängt uns wettermäßig nicht besonders freundlich, ohne dicke Jacken und zeitweiligem Gebrauch vom Regenschirm läuft nichts. Obwohl es einen Stellplatz außerhalb der Stadt gibt, fahren wir auf den Camping in der Innenstadt, denn heute ist Waschtag. Aber bei dem Wetter ist die Chance gleich Null, dass die Wäsche in den nächsten Wochen trocken wird. Ca. 150 Meter vom Camping entfernt gibt es einen SPAR- Supermarkt. Dort gibt es außer der Möglichkeit einzukaufen auch ein Internet und einen Waschsalon mit drei Waschmaschinen und drei Trocknern. Wie schon so oft zuvor, bin ich etwas zu oberflächlich mit den Waschinstruktionen. Wie ich da so sitze und in das Bullauge glotze, steigt die Temperaturanzeige stetig und mir steigt gleichzeitig der Schweiß auf die Stirn. Ich habe das Programm anstatt auf 30, auf 60 Grad eingestellt und das Programm ist nicht zu stoppen. Oh man, das gibt „Mecker“ von Marion, wenn wir von nun an eine Kollektion Babysachen im Schrank haben. Ich habe jedoch Glück, denn bis auf ein Paar Socken hält sich der Schaden in Grenzen und der „Anschiss“ von Marion auch. Ich wasche besser weiterhin mit der Hand!

Zu Fuß kann man vom Camping fast alles erreichen, die Altstadt unter anderem in 10 Minuten. Viele kleine Gassen mit gepflegten Häusern, Restaurants und Cafés mit moderaten Preisen laden zum Verweilen ein. Ein lohnenswerter Besuch ist die 1,6 Kilometer entfernte Ponta da Piedade, die berühmt ist für ihre schönen Felsformationen.

Unser nächster Stopp ist in Porto Covo an der Atlantikküste. Hier gibt es einen kostenlosen Stellplatz für Wohnmobile direkt an der sturmgebeutelten Steilküste. Allerdings zu viel Sturm für uns, denn bei dem Geschaukele würden wir in der Nacht nicht ein Auge zu machen können. Die Stadtväter meinen es aber gut mit den Wohnmobilisten, denn in der Nähe des Zentrums hat man einen weiteren Platz mit Ver- und Entsorgung eingerichtet.

Porto Covo besticht mit seinem ganz besonderen Küstendorfcharme. Alles ist sehr gepflegt und schnuckelig restauriert, und man könnte meinen, man sei an die Nordseeküste versetzt, nur mit viel weniger Touristen. Das Wetter ist allerdings noch schlechter als an der Nordsee. Bis auf wenige, kurze, sonnige Abschnitte, stürmt und gießt es vom Himmel herab.

Als letzten Versuch, mit der Hoffnung auf besseres Wetter, haben wir noch Porto auf dem Programm. Wir haben Koordinaten von einem kostenlosen Stellplatz in der Nähe des Zentrums. Als wir am Spätnachmittag dort ankommen, sind wir jedoch der Meinung, etwas zu abgelegen zu stehen. Außerdem huschen zu viele zwielichtige Gestalten hier herum, um Goliath den ganzen Tag allein stehen zu lassen. Besser ist, wir fahren einen Camping an.

Ende vom Lied ist, wir quälen uns 2 ½ Stunden im Feierabendverkehr durch Porto. Hier eine Baustelle (davon haben wir mindestens zehn), da maximal. 3,5 Tonnen (mindestens genauso viel), aber auch nach vielem Fragen ist kein Camping in Sicht, bis wir die Schnauze voll haben und uns irgendeinen Weg aus der Stadt suchen. Im Stockdunkeln und völlig genervt, halten wir an einer vielbefahrenen Bergstraße an, um zu übernachten, mit garantierter Aussicht auf eine laute und schlechte Nacht.

Der nächste Tag, wir sind gerädert, weil wir kaum geschlafen haben. Regen, Sturm, das volle gewohnte Programm, sind wir uns einig, nix wie raus aus Portugal. Und es ist kaum zu glauben, wir sind gerade über die Grenze nach Spanien, reißt die Wolkendecke auf und die Sonne kommt zum Vorschein und ab auf die noch kostenlose Autobahn. Wunderbar, kaum was los hier, da können wir doch auf einer der so ruhigen Raststätten übernachten! Erst um 18.00 Uhr gesellt sich ein polnischer Lkw, drei Plätze weiter, zu uns. Ich hatte mir fest vorgenommen, in diesem Bericht zu schreiben: He Leute, fahrt zum Übernachten hier auf die Raststätten, da ist Totenstille. Aber ab 1.00 Uhr in der Nacht, füllt sich der Parkplatz mit Kühltransportern. Links brummt‘s, rechts brummt’s und andere stimmen mit ein. Also lassen wir das mit dieser Empfehlung. Wir sind zügig unterwegs und erreichen Frankreich.

Aber auch Frankreich hat nur Regen im Sack. Also, was sollen wir dann noch hier rumbummeln, wir machen uns auf dem schnellsten Weg nach Deutschland, denn dort können wir am einfachsten unsere Visa für Russland, Kasachstan, Mongolei und China auf den Weg bringen. Vorher jedoch ist natürlich jedem klar, es führt für mich kein Weg an Luxemburg vorbei. Bei einem Preis von 1,24 €/l Diesel ist es schlicht ein Muss! Es lohnt sich, denn alle Reserven sind fast aufgebraucht.

04.02.2013. Zwei Tage nach unserer Ankunft auf dem Gelände von „Hotel Kruse“, unserem freundlichen Langholzunternehmen, 0 Grad und Schneegestöber. Ob das die richtige Endscheidung war, so früh zurück zu kommen?!

 

Bis wir wieder durchstarten in Richtung Asien, grüßen euch die 2.