Ecuador - so geht's weiter.

 

Reisezeit: 01.01.2008 bis 14./18.01.2008

 

In der ersten Januarwoche werde ich nochmals vorstellig bei Transoceanica, um mich nach unserem Verschiffungstermin zu erkundigen. Der 12.01.08 wird mir gesagt. Und jetzt überschlagen sich die Ereignisse. Zuerst fange ich mir mal wieder eine äußerst schmerzhafte Mittelohrentzündung ein, vier Tage vor der Verschiffung bekomme ich wieder einen Hexenschuss, dass ich mich kaum noch bewegen kann und bei unserem Eros müssen wir wieder einmal Maden in der Schnauze feststellen.

Freddy und Rita, die wieder eingetroffen sind, fahren mich ins Krankenhaus von Manta, wo ich erst einmal ein paar Spritzen verpasst kriege. Eros müssen mehrmals in Narkose die Maden entfernt werden und wir haben uns schon mit dem Gedanken abgefunden, dass er eventuell eingeschläfert werden muss, wenn der Tierarzt es nicht schafft auch den letzten Parasiten zu töten. Ober- und Unterkiefer sehen aus wie ein Schweizer Käse. Marion muss ich leider mit dem Problem allein lassen, Freddy und ich haben bereits unseren Flug nach Costa Rica gebucht, denn unser Verschiffungstermin ist am 12.01.08. Wir werden drei Tage später unsere Fahrzeuge im Hafen von Caldera in Empfang nehmen und unsere Frauen mit den drei Hunden werden am 18.01.08 nachkommen, sodass wir sie direkt am Flughafen von San José abholen können.

Die Verschiffung geht bei Transoceanica recht einfach vonstatten, man sollte sich nur nicht auf das verlassen, was einem mitgeteilt wird. Immer wieder nachfragen ist das Wichtigste, alles andere geht in die Hose. So werden uns z.B. falsche Frachtraten mitgeteilt, Papiere sind nicht richtig ausgestellt, unsere ganzen Eingangsdaten sind plötzlich verschwunden usw.

Luciano Valencia ist unser Ansprechpartner. Er ist der Mann, der alles regelt oder auch nicht. Wir wollen unsere Fahrzeuge selber aufs Schiff fahren, dafür muss Luciano eine Genehmigung besorgen, die er uns zwei Tage vor Verschiffung zum Camping faxt.

Freitag, 11.01.08, 10.00 Uhr. Wir holen uns die Draft-Copy aus Lucianos Büro (Kopie des Bill of Lading), ohne die man sein Fahrzeug nicht abgeben kann. Im Hafen schlägt man sich dann geschlagene 2½ Std. mit einem Idioten von Zöllner rum, der scheinbar seinen eigenen Namen nicht schreiben kann, bis unsere Ausreisepapiere für das Fahrzeug endlich erledigt sind. Danach geht's in das Hafengelände. Nach 200 Meter der erste Stopp, Drogenkontrolle. Oh, Casa Mobil, was kostet so ein Fahrzeug? Hier 'ne Klappe aufmachen, da 'ne Zuckerdose, danke, gute Reise. 100 Meter weiter ein Stopp für ??? Irgendwelche Papiere werden verlangt, macht alles ein Helfer vom Zoll. Danach kommt das Fahrzeug bis zur Verschiffung am nächsten Tag unter Verschluss.

Samstag 12.01.08. Freddy und ich treffen um 10.00 Uhr am Hafen ein. Mit unserer Genehmigung können wir unsere Fahrzeuge auf die „Favorite Ace“ fahren. Sie werden nach unseren Anweisungen verzurrt, anders hätten wir mit abgerissenen Hydraulik- und Luftschläuchen zu kämpfen gehabt. Eine weitere Stunde verbringen wir damit unsere Fahrzeugschlüssel loszuwerden. Aber die schlitzäugige Besatzung weiß nicht einmal welchen Hafen sie als nächstes anfahren, geschweige denn was sie mit unseren Schlüsseln machen sollen. Hoffentlich sind wir pünktlich in Costa Rica, sonst haben wir ein Problem oder die anderen, weil sie die Fahrzeuge nicht vom Schiff bekommen. Wir sind noch nicht ganz vom Dampfer, da legt er auch schon ab. Wer weitere Informationen und Tipps haben möchte wie man z.B. die Frachtrate erheblich senken kann, sollte sich unter unserer E-Mail melden.

Montag 14.01.08 sitzen wir im Flieger von Manta über Quito nach San José, Costa Rica. 13.30 Uhr, wir können in Quito einchecken. Ticket vorzeigen und wo bitte ist die Gelbfieberbescheinigung? Ohne diese geht's nicht nach Costa Rica, neues Gesetz. Ich habe meine dabei. Doch Freddy hat seine nicht. Man kann sich beim Ministerio de Salud in der Innenstadt eine vorläufige Bescheinigung für 10 US$ ausstellen lassen. Das Ausstellungsdatum muss aber mindestens 10 Tage vor Abflug datiert sein. 1 Stunde später ist Freddy wieder da - mit falschem Datum! Er muss nochmals los, die Zeit wird knapp, eine Stunde bis zum Abflug. Ich sitze schon lange im Flieger, aber kein Freddy in Sicht. Die Gangway soll gerade vom Flieger entfernt werden, da kommt Freddy mit wehendem Kittel und schweißgebadet in das Flugzeug gestürmt.

Während Freddy und ich uns mit feucht-heißem Klima in Costa Rica rumschlagen müssen, kämpft Marion ums Überleben unseres Hundes Eros, bis ein Anruf bestätigt, er wird weiter mit uns reisen.

So werden Marion, Rita, Simba, Whisky und Eros am 18.01.08 um 6.00 Uhr morgens am Camping mit einem Minibus abgeholt, der sie in drei Stunden nach Guayaquil bringt. Von dort aus geht es im Direktflug nach San José.

Eines möchte ich zum Schluss noch erwähnen, die Verschiffung von Manta mit Transoceanica hat, mal abgesehen von kleineren Schwierigkeiten, gut funktioniert und ich würde es jederzeit wieder so machen.

Wir sehen uns hoffentlich alle wieder in Costa Rica.

 

Hier noch die Kosten:

Ohne die zwei zuletzt aufgeführten zwei Punkte ergibt sich eine Frachtrate von ca. 75 US$/m3. Wer überlegt, z.B. von Manta aus RoRo nach Mexico/Mazatlán oder Lázaro Cárdenas zu verschiffen, muss mit einer Frachtrate von ca. 90 US$/m3 rechnen und dauert ca. 9 Tage. Ein PKW per RoRo nach Panama ca.1000 US$, er darf allerdings nicht höher als 2,20 m sein.

 

Ocean freight: 2720,28 US$

Port of loading han: 129,21 US$

Bunker surchage: 552,22 US$

Customs Clearance: 240,80 US$

Bill of Lading: 33,60 US$

Total: 3676,11 US$

 

Na, das haben wir so gerade noch mal geschafft, alle lebendig und halbwegs gesund aus Ecuador zu verschwinden. Schaut weiter rein, was uns in Costa Rica erwartet. Marion gesund, Walter ohr- u. rückengeschädigt, Whisky fit wie ein Turnschuh und Eros gerade dem Tod von der Schüppe gesprungen.

 

Danke auch hier an Freddy für seinen immer griffbereiten Fotoapparat!