Costa Rica.

 

Reisezeit: 18.01.2008 bis 27.01.2008

 

Visum: 3 Monate an der Grenze erhältlich.

Hunde: Wer mit seinem Tier über Land einreist wird keine Probleme haben. Man sollte sich auf jeden Fall ein Gesundheitszertifikat vom Veterinär im Land vorher besorgen. Wer mit dem Flieger einreist, muss auf jeden Fall ein Gesundheitszertifikat für sein Tier besitzen. In unserem Fall aus Ecuador. Ohne dass der Tierarzt unsere Hunde gesehen hat, wurden sie ausgestellt. Wichtig: Wer von Ecuador mit der Fluggesellschaft Taca oder Lacsa einreist, sollte auf keinen Fall freitags fliegen, denn der Flieger landet erst, wenn überhaupt pünktlich, gegen 16.30 Uhr. Bis man den Zoll erreicht hat, haben die Säcke definitiv Feierabend. Oben genannte Gesellschaften fliegen täglich San José an, immer zur gleichen Zeit, auch wer in der Woche ankommt, muss mindestens bis zum nächsten Tag warten um sein Tier wieder zu sehen. Die Fluggesellschaft hielt es in unserem Fall jedenfalls nicht für nötig uns aufzuklären.

Versicherung: Obligatorisch. Der Zoll lässt einen nicht aus dem Hafen ohne einen Versicherungsabschluss. Siehe weiter unten im Bericht.

Carnet de Passages: Man bekommt ein landeseigenes CERTIVICADO DE IMPORTATION TEMPORAL DE VEHICULOS ausgestellt.

Währung: Ist der Colon. 1€ = ca. 700 Colones. 1US$ = ca. 500 Colones.

Bargeld: Fast überall an ATM.

Kreditkarten: Große Akzeptanz.

Diesel: Ca. 530 Colones/Liter.

Benzin: Ca. 550 Colones/Liter.

 

Am 14.01.2008 landen Freddy und ich nach ca. 2 Std. Flug auf dem Internationalen Flughafen von San José in Costa Rica. Es ist bereits 17.00 Uhr, als wir bei schwül-heißem Klima am Taxistand stehen um ein Taxi in die Innenstadt zu erhaschen. 17 US$ verlangen diese Verbrecher für eine Fahrt in die ca. 15 Km entfernte Hauptstadt. Als wir am Busterminal ankommen, ist es dunkel. Jetzt noch ca. 2,5 Std. mit dem Bus nach Puntarenas (ca. 3500 Colones). Wir übernachten im Hotel.

Am nächsten Morgen nehmen wir die Hürde für die letzten 16 Kilometer mit dem lokalen Bus direkt bis den Hafen von Puerto Caldera, wo unsere Fahrzeuge ankommen sollen. Nach kurzem Nachfragen werden wir auf die zwei aufeinander gestapelten Bürocontainer der Grupo Humberto Alvarez geschickt. Dort könne man uns weiterhelfen. Man sagt uns, die Favorite Ace sollte eigentlich um 17.00 Uhr hier sein, aber nun sei erst ein Containerschiff zu entladen und es könne 23.00 Uhr werden, später heißt es dann 3.00 Uhr. Halb schlafend sitzen wir auf einer Bank und verjagen die Mücken. Dann wird uns gesagt, heute wird das nichts mehr. Also packen wir unsere Schlafsäcke aus und legen uns für ein paar Stunden zum schlafen ins Gras. Doch als wir wach werden, ist das Containerschiff zwar weg, aber an dessen Stelle hat ein riesiges Kreuzfahrtschiff angelegt und die Touristen sind auf Landgang, was heißt, vor 18.00 Uhr kann kein anderes Schiff anlegen. Tatsächlich legt der Touridampfer pünktlich um 18.00 Uhr ab und die Favorite Ace steht schon bereit anzulegen. Unsere Spannung steigt. Wir bekommen eine Genehmigung um in Begleitung eines Agenten aus dem Containerbüro in den Hafen zu gelangen. Sicherheitsbeamte verfolgen uns auf Schritt und Tritt. Es ist bereits 21.00 Uhr und wir können an Bord um unsere Fahrzeuge zu starten, aber auch nur das. Zwei bereitstehende Fahrer versuchen absolut stümperhaft Goliath und Moula-Moula vom Schiff zu fahren. Der kalte Schweiß bricht uns aus, trotz der noch herrschenden 30°. Wir dürfen sie dann abschließen, aber sie bleiben unter Verschluss, bis der Zoll seine Genehmigung gibt. Doch dafür ist es heute zu spät, denn es sind ja schließlich Beamte, die pünktlich um 17.30 Uhr den Kulli fallen lassen. Das heißt für uns, eine weitere Nacht auf dem mückenverseuchten Rasen vor dem Zollgebäude.

Am nächsten Morgen werden wir vorstellig beim Zoll. Wir fallen bereits in Ungnade, weil wir die Frechheit besitzen, ohne Agenten unsere Zollabwicklung in die Hand zu nehmen und man lässt uns dieses auch spüren. Uns wird recht ruppig mitgeteilt, ohne Fahrzeugversicherung verlässt hier kein Touristenfahrzeug den Hafen. Von einem Hafenarbeiter bekomme ich die Adresse des INSTITUTO NATIONAL DE SEGUROS in Puntarenas. Wir schließen für ca. 8.000 Colones pro Fahrzeug eine dreimonatige Versicherung ab. Es ist schon wieder Mittag geworden und der Zoll macht gerade Pause, in einer Stunde sollen wir wieder vorstellig werden. Freddys Angelegenheit wird abgewickelt und er bekommt am späten Nachmittag sein Fahrzeug und ich???? Mir wird erklärt, da unsere Fahrzeuge auf verschiedene Namen laufen, bräuchte man Marions Originalführerschein und -pass mit Einreisestempel von Costa Rica, aber wie soll ich das bewerkstelligen, da Marion ja noch in Ecuador ist. Und wenn ich das heute nicht vorzeigen kann, könne ich erst am Montag wieder kommen, da sie morgen am Freitag, nicht geöffnet hätten. Doch wie soll ich Marion morgen am Flughafen abholen? In meiner Verzweiflung wende ich mich nochmals an die Leute im Container. Ich treffe dort Donny Jiménez Castillo, er arbeitet im unteren Container. Er ist ein Agent und nimmt sich meiner Sache an.

Freitagmorgen 8.00 gehen wir gemeinsam zum Zoll, der natürlich geöffnet hat. Man sagt Donny, man hätte mir gestern schon erklärt, ich könne beide Fahrzeuge auf mich umschreiben lassen, aber dann dürfe auch nur ich die Fahrzeuge fahren. Nicht einen Ton haben diese arroganten Affen gestern darüber verlauten lassen. Um 11.00 Uhr habe ich unsere Fahrzeuge aus dem Zoll. Die Kosten: ca. 20 US$ an Hafengebühr und 100 US$ für den Agenten. Eines muss ich hier erwähnen, Costa Ricas Zollbehörde, zumindest im Hafen von Caldera, ist mit Abstand das faulste, langsamste, arroganteste und unfreundlichste Pack an Beamten, was mir auf der ganzen Reise begegnet ist. So und nun ab nach San José, denn unsere Frauen und Hunde landen um 16.30 Uhr. 17.15 Uhr, mit Verspätung landet der Flieger.

Nun ab zum Terminales Santamaria um unsere Hunde abzuholen. Ne, heute gibt's keine Hunde mehr, denn der Zoll habe schon zu und außerdem bekämen wir unsere Hunde erst am Montag und solange müssten sie in den Kisten bleiben. Wir schlagen Alarm, denn die Hunde sind schon seit Mittag in den Boxen. Fast drei weitere Tage in diesen Kisten würde für unsere Tiere den Tod bedeuten. Nach langem Hin und Her erklärt man sich in der Cargohalle bereit, dass wir sie in deren Gelände aus den Boxen lassen dürfen und nach weiteren Verhandlungen können wir, Freddy und ich, mit unseren Schlafsäcken auf der überdachten Verladerampe mit unseren Hunden frei übernachten.

Am folgenden Samstagmorgen schalten wir wieder einmal einen Agenten ein. Am Nachmittag des selbigen Tages können wir Whisky, Eros und Simba endlich mitnehmen, nach einer Zahlung von 585 US$ an den lächelnden Agenten. Dieses ist nur die Kurzfassung dessen, was wirklich abgelaufen ist. Allein über diese Odyssee könnte ich ein eigenes Buch schreiben. Am nächsten Tag trennen wir uns von Freddy, Rita und Simba um ein wenig Karibikflair zu tanken und um uns vom Stress der letzten Tage zu erholen.

Wir fahren über die Ruta 32 bis kurz hinter Puerto Viejo, aber so richtig kann uns die Karibik hier nicht überzeugen. Brauner, schmuddeliger Sandstrand und häufig anfallender Müll haut uns nicht gerade vom Hocker, deshalb bleiben wir auch nur eine Nacht. Was uns allerdings vom Hocker haut, sind die Preise, die den deutschen Preisen allemal das Wasser reichen können.

So kommen wir an einem Nationalpark vorbei, indem man mit einem Sessellift über den Dschungel fahren kann, doch für 55 US$ p.P. vergeht uns das Dschungelabenteuer. Wir suchen schleunigst das Weite.

In der Nähe des Vulkan Poás versuchen wir es nochmal, doch auch hier 57 US$ p.P., die haben doch wohl den Knall nicht gehört. Und hier noch eine kleine Geschichte speziell für meine Schwiegermutter Käthe, die uns vor einiger Zeit einmal eine Mail schrieb. Es gäbe doch bestimmt viele arme Menschen in diesen Ländern, ob wir denn auch manchmal was für diese Menschen tun würden. Ich kann nur sagen, ja Käthe.


Hier unsere Geschichte.

Die vorletzte Nacht in Costa Rica sehen wir einen schönen großen, freien Platz an der Straße. Eine Hütte mit einem kleinen Teich steht darauf. Es wohnt hier Hugo mit seiner Frau und zwei Kindern. Hugos Traum ist einmal ein Restaurant zu eröffnen, aber im Moment reicht es nur zu einer Holzhütte ohne Fenster und ohne Elektrizität. Spontan fordert er mich auf mit ihm einen kleinen Spaziergang am nahegelegenen Fluss zu unternehmen. Wir stöbern durch dichten Urwald und gelangen zum guten Schluss an zwei völlig unberührte Wasserfälle, die in kleine Teiche münden. Auch hier tummeln sich wieder die schönsten Aquarienfische, vor allem Barsche. Hugo fragt mich, ob ich schon mal Tilapia gegessen habe, denn seine Nachbarin züchte diesen schmackhaften Fisch. Also gehen wir zur Nachbarin und kaufen 2 Kilo Tilapia, das sind rund 8 Fische und ich lade seine Familie zum Abendessen ein. Nachdem Hugos Frau die Fische zubereitet hat, sitzen wir am Abend bei Kerzenschein am Tisch und genießen diesen leckeren Fisch. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns und bedanken uns für seine Gastfreundschaft und wünschen ihm, dass sein Traum in Erfüllung geht.

Die Krönung ist zum guten Schluss, dass mal wieder ein Trucker mit so einer amerikanischen Mack-Mülltonne  und seinem einnehmenden Wesen, in einer Kurve die ganze Straße braucht und uns beide linke Außenspiegel abrasiert. So beschließen wir schleunigst das Weite zu suchen. Also nix wie ab nach Nicaragua.

 

Bis die Tage. Marion, Walter, Whisky und Eros.