Perú - Viel Kultur.

 

Reisezeit: 15.08.2007 bis 21.09.2007

 

Visum: Aufenthalt bis zu 3 Monaten ohne Visum möglich.

Hunde: Haben keinen interessiert.

Versicherung: Wir sind noch bei der San Cristobal versichert, die wir noch in Argentinien abgeschlossen haben.

Carnet de Passages: Man bekommt ein landeseigenes SUPERINTENDENCIA NACIONALE DE ADMINISTRACION TRIBUTARIA ausgestellt und gilt max. 3 Monate.

Währung: Ist der peruanische Sol (Sl). 1 Euro = ca. 4 Soles.

Bargeld: Kann man direkt an der Grenze in verschiedenen Wechselstuben tauschen, akzeptiert werden €, US$, oder Bolis.

Kreditkarten: In größeren Städten und Touristenzentren kein Problem. Treibstoff außerhalb dieser Zentren nur gegen Bares.

Diesel: Ca. 11 Soles pro Gallone (3,79 l). 1 Liter = ca. 0,72 Euro Cent.

Benzin: Ca. 13.70 Soles pro Gallone (max. 90 Oktan. Viele Tankstellen haben weniger Oktan anzubieten).

 

Am 15.08.2007 stehen wir am Grenzschlagbaum von Perú in der binationalen Stadt Desaguadero. Die Einreise ist in etwa 1 Std. erledigt. Lustig ist, dass der Mensch von der Aduana nix mit unseren Internationalen Zulassungsscheinen anfangen kann. Er dreht sie mal links, mal rechts rum, lacht und gibt mir zu verstehen, ich solle doch besser das landeseigene Carnet selber ausfüllen. Danach öffnet sich der Schlagbaum gegen eine Gebühr von 5 Soles, wofür auch immer und schwups stehen wir in Perú. Aber zuerst mal raus aus dieser Stadt, denn sie erscheint uns nicht besonders reizvoll. Viele nervende Kinder, die uns fast an den Spiegeln hängen, um uns alle möglichen Sachen anzudrehen. Dann taucht er wieder auf - der Titicacasee. Der Tag neigt sich seinem Ende und wir beschließen am Rande des Sees die Nacht zu verbringen und gleichzeitig einen unvergesslichen Sonnenuntergang zu genießen.

Am nächsten Tag, kurz hinter unserem Nachtlager, oh man, schon wieder 'ne Mautstelle, aber was ist das, die winken uns durch!? Wir waren allerdings schon vorgewarnt. Alles was von Süd nach Nord unterwegs ist, braucht nicht zahlen, andersrum muss man die Mücken zücken. Allerdings werden wir weiter im Norden doch noch zur Kasse gebeten. Die Preise sind zumindest immer gleich (6,50 Soles pro Achse). Die Distanzen zwischen den Zahlstellen belaufen sich zwischen ca. 80 und 120 Km.

Doch bevor wir die Stadt Cusco in der Nähe der berühmten Inkastadt Machu Picchu erreichen, machen wir noch einen Stopp bei den schwimmenden Schilfinseln im Titicacasee, den Uros. Die dreistündige Tour kostet etwa 15 Soles. Eigentlich sehr schön anzusehen, aber der totale Touristennepp.

In Cusco steuern wir den Camping Quinta Lala an. Für 28 Soles für 2 Personen und Fahrzeug pro Tag steht man hier auf einem netten Rasenplatz, allerdings mit schlechten sanitären Verhältnissen (1 Toilette, 1 Waschbecken und 1 Dusche für den ganzen Platz in desolatem Zustand). Es gibt noch einen anderen Camping am Clubhotel, aber für uns mit 15 US$ p.P./Tag jenseits von gut und böse.

Wie verabredet treffen wir unsere schweizerischen Freunde Edy, Brigitte und Amigo mit ihrem MAN TGA wieder, die wir zuletzt in La Paz getroffen haben. Erst hier erfahren wir bestürzt von dem schweren Erdbeben, das sich ca. 150 Km südlich von Lima ereignet hat, mit hunderten von Toten und tausenden eingestürzten Gebäuden. Gerade diese Gegend steht auf unserer Reiseroute.

Von Cusco aus kann man Touren zum Machu Picchu organisieren. (Hin u. zurück, Bahnfahrt 230 Soles, Bus 38 Soles, Eintritt 120 Soles), macht umgerechnet etwa 120 € p.P., für uns zu viel und wir beschließen die ca. 60 Km bis nach Ollantaytambo zu fahren, denn ab hier spart man sich die teure Zugfahrt von 76 US$. Also gehen wir zum Ticketverkauf in Cusco. In den nächsten 4 Tagen ist an einen Platz in der Bahn nicht zu denken, alles ausverkauft. Dann fällt Machu Picchu eben flach!

Dafür fahren wir die 33 Km bis nach Pisaq, einer anderen Ruinenstätte der Inkas, die es hier zu Hauf gibt. Anschließend bummeln wir noch über den berühmten und traditionellen Markt von Pisaq.

Doch bevor wir Cusco verlassen, gönnen wir uns mit unseren schweizerischen Freunden noch einen Leckerbissen der ganz besonderen Art, das Cuy al Horno. Cuyes - Meerschweinchen, die Grilldelikatesse hat einen Proteingehalt von ca. 21% und dabei nur einen Fettanteil von 8%. Allein in Perú werden pro Jahr ca. 65 Millionen Meerschweinchen verzehrt und sie sind dort schon seit langem ein fester Bestandteil der Esskultur, dass selbst ein berühmtes Gemälde des letzten Abendmahls in der Hauptkathedrale von Cusco Christus und die zwölf Apostel beim Verzehr von Meerschweinchen zeigt. In Perú werden sie seit 4000 - 6000 Jahren als Haustiere gehalten, wobei die Inkas sie bereits als Schlacht- und Opfertiere verwendeten. In den Anden kommen die Cuyes bis in einer Höhe von 4200 Metern vor.

Bei Llamagas lassen wir noch eine unserer Gasflaschen füllen. Europäischer Anschluss kein Problem, allerdings muss eine Wartezeit von ca. 30 Minuten in Kauf genommen werden, Kosten für 11 Kg, 43 Soles. Nachdem wir Cusco zum Teil kulinarisch und kulturell (selbst ich) erfahren haben, beschließen wir mit Edy u. Brigitte gemeinsam uns auf den Weg durch das Erdbebengebiet zu machen. Doch immer neue Hiobsbotschaften erreichen uns durch die Medien aus dem Katastrophengebiet. Plünderungen und Überfälle auf Hilfstransporte sind an der Tagesordnung und so brechen wir unseren Plan besser ab.

Wir werden uns durch die Berge weiter nach Norden schlagen, die Schweizer hingegen ziehen zurück in den Süden. Wir fahren auf der Ruta 3S nach Westen in Richtung Abancay auf Asphalt. Kurz hinter Abancay biegen wir auf die Ruta 3 (Piste) nach Ayacucho ab. Bei herrlichem Sonnenschein schrauben wir uns in die Anden hoch. Es ist ein Rauf und ein Runter, mal sind wir auf 2000 Meter, 1 Std. später stehen wir wieder auf 4000 Meter und das bei traumhafter Aussicht. Es verschlägt uns fast die Sprache, selbst in 4200 Meter Höhe treffen wir noch Hirtenfamilien an, die in dieser für uns lebensfeindlichen Gegend in Strohhütten leben. Doch alle Menschen begegnen uns mit einer freundlichen und herzlichen Art, mit der wir nicht gerechnet haben. Winkend und rufend stehen sie an der Piste oder auf den Feldern und begrüßen uns. Bei unseren Pausen kommen sie ohne Scheu auf uns zu, fragen nach dem Woher und Wohin.

Vor Pacucha entschließen wir uns an der Piste zu übernachten. Kurze Zeit später kommen einige Frauen auf uns zu, die ihre Rinder hier hüten und geben uns zu verstehen, es sei hier zu gefährlich zu übernachten. Wir hätten bestimmt teure Sachen im Auto und es gäbe manch böse Leute hier, die solche Sachen gern haben möchten. Wir möchten doch bitte in den 10 Minuten entfernten Ort fahren und dort übernachten. Gerne nehmen wir den Rat an und machen uns auf den Weg. Im Dorf angekommen, fragen wir einige Frauen, die am Wegesrand sitzen nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Na klar, kein Problem, stellt euch da hinten an den Fußballplatz, da steht ihr sicher. Wir sind in Windeseile die Attraktion in diesem kleinen Dorf, nicht nur wegen unseres Fahrzeugs und der Hunde, nein, Marions kahl rasierter Schädel regt das Interesse der hiesigen Frauen an. Es wird getuschelt und gelacht. Wir erklären ihnen, dass es auf einer solchen Reise am einfachsten ist und auch billiger sei, man braucht ja schließlich keinen Friseur. Zuerst seien die Hunde mit Haare schneiden dran und danach wir, alles in einem Abwasch. Alles haut sich vor lachen auf die Schenkel und auch das letzte Eis ist gebrochen. Nach 2 Stunden kennen wir jeden hier mit Namen. Zum Teil ist es anstrengend, doch noch bevor die Dunkelheit hereinbricht verkriecht sich alles in die eigenen Hütten und wir sind allein. Am nächsten Tag, irgendwann hinter Pacucha wird dann die Piste so schlecht (löchrig, steinig, kurvig), dass wir selbst den Schnitt von Bolivien noch unterbieten. Unser GPS pendelt sich bei 21,8 Km/h ein (Bolivien 25,2 Km/h). Einschließlich der Pausen schaffen wir kaum mehr als 100 Km am Tag, was allerdings Luftlinie höchstens 20 Km sein dürften, danach reicht's uns allen.

Wir erreichen Ayacucho. Die Stadt haut uns nicht gerade vom Hocker. Es ist dreckig und die Luft ist geschwängert von den Abgasen der unzähligen Dreiradtaxis. Es ist bereits 15.00 Uhr, wir beschließen noch durch den Ort zu fahren und uns einen Nachtplatz zu suchen. Da kommt uns die große Grifo Tankstelle gerade recht für eine Nacht. Am nächsten Morgen, jetzt packt mich aber langsam die Wut, hinten links bahnt sich schon wieder ein Plattfuß an. Also mal wieder die Kiste hochgebockt um den Schaden zu beheben. Der Schlauch ist geflickt, eben noch Luft drauf und fertig, ja denkste! Nun streikt der Anlasser vollends. Es rappelt und scheppert im Anlasser, aber der Motor dreht sich nicht. Na wunderprächtig, Karre aufgebockt, Anlasser wahrscheinlich völlig inne Fritten, was nun? (Ja, ich weiß Markus, noch vor Antritt der Reise hast du mir gesagt, nimm besser einen Anlasser mit! Aber es geht doch auch ohne, oder?). Da kommt ein Busfahrer des Weges und gibt mir zu verstehen, im Ort gäbe es Hugo, der Autoelektriker, und er sei sowieso auf dem Weg und zudem sei er noch sein Freund. Also ab in den Bus nach Hugo. Ich kann noch

nicht ganz buenos días sagen, da liegt mein Anlasser schon auf der Werkbank in allen Einzelteilen und das ganze Ausmaß wird sichtbar. Das Lager vom Anlasserritzel hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Mit dem Werkstatt-Hilfswilli dackel ich durch den halben Ort, mindestens 15 Läden klappern wir ab, aber keiner hat ein Ritzel mit 11 Zähnen. In Gedanken bin ich schon bei Freund Linus, DHL, schicken lassen usw. Am 16. Schuppen, einer Bude etwas größer als eine Hundehütte, werden wir fündig. Exakt mein Anlasserritzel mit Lager, Made in Brasil für 70 Soles (17,50 €). Mir fällt ein Stein vom Herzen!!! 2 Stunden später brummt unser treuer Goliath wieder und es klingt fast wie Weihnachtsglocken. Endlich gibt es auch wieder Luft und nix wie weg hier. Auch dieser Tag nähert sich seinem Ende und irgendwo in einem winzigen Ort halten wir an einer Polizeistation und fragen die schwer bewaffneten Ordnungshüter, ob wir im nahegelegenen breiten Flussbett übernachten können. Kein Problem. Später, als es dämmert, fällt uns wieder ein, dass Helmie, der Campingbesitzer von Cusco uns gewarnt hat, wenn die Bullen sagen alles sei sicher, selbige nachts kommen und einen ausrauben. Eine leichte Unruhe plagt uns. Also lege ich meine Machete in den Eingang, Treppe wird eingeklappt, aber schlafen können wir nicht. Natürlich ist nix passiert.

Am Morgen kommen wir wieder an den Bullen vorbei. Wir werden herzlich begrüßt und sie fragen uns, ob wir gut geschlafen haben, na tolle Wurst, solltet ihr uns nicht ausrauben? Wir beschließen uns doch weiterhin auf unseren 7. Sinn zu verlassen, mit dem wir bis jetzt fast immer gut gefahren sind. Ab jetzt schenken wir diesen Horrormärchen nicht mehr allzu große Beachtung, stellen uns in jede freie Ritze, die sich uns zur Übernachtung bietet und wo unser Gefühl sagt, hier ist es o.k. Seitdem schlafen wir auch in Perú besser. Unsere Richtung ist die Stadt Huancayo. Die Piste führt immer am Rio Mantaro entlang. Für die 350 Km von Ayacucho bis Huancayo brauchen wir fast vier Tage. Fast die ganze Strecke ist mehr oder weniger einspurig mit Ausweichbuchten, die auch bitter nötig sind. Sattel- und Hängerzüge sind auf dieser Schmalspurpiste unterwegs. Für diese Strapazen wird man allerdings mit atemberaubender Landschaft belohnt, die mindestens so schön und spektakulär ist wie die Yungas in Bolivien, nur dass das Ganze hier über 300 Km geht. Im Ort Ambo angekommen, biegen wir auf die Ruta 16 in südwestlicher Richtung ab, auf die ca. 270 Km lange Piste nach Huacho an der Pazifikküste. Anfangs geht es sehr schleppend voran, die Piste ist sehr eng und mit Löchern gespickt. Im späteren Verlauf geht's etwas flotter. In der Mitte der Strecke müssen wir einen 4762 Meter hohen Pass bewältigen. Ab hier wird die Piste soooowas von übel, dass es sogar die Pisten von Bolivien in den Schatten stellt (sehr hart, löchrig). Im weiteren Verlauf kommen einige Felsvorsprünge, weniger als Schrittgeschwindigkeit ist gefragt, denn bei den vielen Löchern schaukelt sich der Koffer dermaßen auf, dass man unweigerlich an die Felsen knallen würde. Später kommt noch ein handgepickelter kurzer Tunnel, wie für uns maßgeschneidert. In Saydan treffen wir wieder auf Asphalt. Kaum zu glauben, doch wir sind froh endlich das schwarze Zeug und den Gummis zu haben. Unser Gemüsekorb geht langsam leer und Marion beschließt irgendwo am Straßenrand einzukaufen. Leute, lasst euch den Preis auf der Zunge zergehen: 2 Kg Kartoffeln, 1 Kg Karotten, 1 Kg Zwiebeln und 4 große Gurken machen zusammen 4 Soles - 1nen ganzen Euro.

Ca. 50 Km später treffen wir auf die Küstenstraße N1, die Panamericana und wir sind auf dem Weg nach Trujillo oder besser gesagt Huanchaco. Hier erholen wir uns einige Tage von den Strapazen der letzten Tage auf Huanchaco-Garden Hospedaje und Camping, wobei Camping etwas übertrieben ist. Es ist mehr ein kleiner Garten mit Rasen mit einer sehr schmalen Einfahrt und bezahlen 25 Soles pro Tag. Nach unserer Erholungsphase starten wir wieder durch auf der Panamericana bis Pacasmayo um auf die Ruta 8 nach Cajamarca zu gelangen, denn wir wollen zu den Ruinen von Kuélap.

Bis Cajamarca geht's noch locker flockig auf Asphalt dahin. Wir suchen im Ort vergebens einen Platz zum Übernachten, außer man steht direkt an irgendeiner Straße. Selbst das Hotel Laguna Seca, welches einen großen Parkplatz hat, behandelt uns wie Aussätzige und geben uns zu verstehen dass wir uns fix vom Acker machen sollen. Also fahren wir wieder in die Berge, ist uns auch lieber so, denn da haben wir unsere Ruhe. Die ersten Kilometer raus aus Cajamarca sind ja noch lustig wenn auch Baustelle. Mit schwerem Gerät wird hier die Piste verbreitert. Nach der Baustelle finden wir einen Nachtplatz auf einem Fußballplatz eines kleinen Dorfes. Aber Leute, was uns ab hier an Piste unter die Räder kommt, dagegen sind die Yungas in Bolivien eine Carrera-Rennbahn für Kinder. Zum Teil sehr eng, Bäume und Sträucher stehen so nah an der Piste das wir so gerade durchpassen und es einem das Fahrzeug verkratzt, sehr viele enge Kurven, in denen wir mehrmals rangieren müssen, tiefe Löcher, über lange Distanzen Reifen mordende scharfkantige Steine, das Ganze alles bei Schrittgeschwindigkeit oder etwas mehr und steil abfallende Hänge, wobei man das Ende nur erahnen kann. Der einzige Trost für diese Schinderei ist die grandiose Landschaft.

Unser Nachtplatz ist wieder mal vor einem Bauernhaus und bei einem kurzen Gespräch fragt mich der Chef, wie breit ist eigentlich dein Auto? Fast 2,50 Meter, warum? Ungefähr 1 1/2 Std von hier kommt eine nur 2,20 Meter breite und wackelige Brücke. Die Nacht verbringen wir mehr mit Grübeln als mit Schlafen, sollten wir womöglich die hunderte von Kilometern wieder zurück müssen? Der nächste Tag, wir fahren weiter und sollte es so kommen, das wir evtl. umdrehen müssen, dann ist es eben Pech. Tatsächlich kommen nach ca. 1 1/2 Std. zwei Brücken in engen Spitzkehren, aber was der Bauer nicht wusste, dass sie vor kurzem neu gemacht wurden. Uns fällt ein Stein vom Herzen! Wir passen bei vollem Lenkeinschlag so gerade über die Brücken, wobei das linke Hinterrad schon mehr in der Luft hängt als auf den Planken. Wir können keinem mit ruhigem Gewissen diese Piste empfehlen, wobei ich der Meinung bin, dass mit der Größe unseres Fahrzeugs die Grenze des Machbaren erreicht ist.

Am Nachmittag erreichen wir den Ort Tingo, von hier sollte es nicht mehr weit bis Kuélap sein. Ist es auch nicht per Luftlinie. Nochmals müssen wir hoch hinauf in die Berge über zahllose Serpentinen (ca. 37 Km) und erreichen nach einer weiteren Stunde Fahrzeit, diesmal auf einer frischen, glatten Piste in 3000 Meter Höhe den Parkplatz vor den Ruinen. Campieren ist hier kein Problem, wir stehen hier völlig allein.

Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns am nächsten Tag auf zu den Ruinen von Kuélap. Nach ca. 20 - 30 Minuten Fußmarsch erreichen wir die fast 20 Meter hohen Mauern der Festung. Gegen eine Gebühr von 11 Soles gewährt man uns den Eintritt. Es ist beeindruckend was die Burschen in grauer Vorzeit hier auf die Hügel gesetzt haben. Im Inneren der Mauern, was sieht man da? Na was wohl - lauter umgefallene Steine. Aber nicht alles ist zusammengefallen. Zum Teil gut erhaltene Häuser stehen da rum, andere wenige sind restauriert. An anderer Stelle sind Archäologen dabei verschüttete Mauern auszubuddeln. Mich persönlich fasziniert, dass das Meiste noch so da steht wie vor hunderten von Jahren. Man schleicht durch Büsche und stolpert über Schlingpflanzen, es ist fast wie im Dschungel. Die uralten Bäume sehen aus wie Geisterbäume, überwuchert mit Moos und bewachsen mit zahllosen Tillandsien die gerade in der Blüte sind. Da ist unsere Marion voll im Element, sie knipst sich fast die Finger wund.

Drei Tage verbringen wir hier auf dem Parkplatz der Ruinen um dann wieder aufzubrechen über Bagua Grande, Pucara, Tambo, Piura, Sullana bis hin zur Grenzstadt Macará an der Grenze zu Ecuador. Doch zuvor haben wir noch äußerst üble, harte und löchrige 45 Km ab Tingo zu bewältigen, ab dort geht es über guten Asphalt bis nach Macará. Am Freitag den 21.09.07 stehen wir bei Macará an der Grenze zu Ecuador. Bei der Migración bin ich nach 5 min. wieder draußen, aber der Weihnachtsmann von der Aduana ist so blöd, dass er, so glaube ich, nicht mal seinen eigenen Namen schreiben kann. Ganze 45 min. braucht dieser Trottel um unsere Carnets entgegenzunehmen und die Daten in ein Buch einzutragen. Doch dann wird uns der Schlagbaum geöffnet und wir fahren über die Brücke zum Grenzposten auf der ecuadorianischen Seite.

 

Also, wir sehen uns frisch und munter auf der anderen Seite wieder. Marion, Walter, Whisky und Eros.