Argentinien.

 

Reisezeit: 01.01.2007 bis 31.01.2007

 

Wir schreiben den 03.01.2007 und es wird nach 8 Wochen "Uschiweia" endlich Zeit Feuerland zu verlassen. Am schlimmsten ist es bei der Familie des Campingplatzes Abschied zu nehmen, für Marion mehr als für mich, denn sie haben sich während meiner Abwesenheit um sie gekümmert, als sei sie ihre eigene Tochter.

Für uns beide fällt der Abschied von Edy und Brigitte schwer, die wir sehr lieb gewonnen haben. Doch bevor wir Feuerland endgültig verlassen, stehen noch einige Punkte auf dem Programm. So statten wir der ältesten Estancia auf Feuerland einen Besuch ab, der Estancia Haberton. Nicht wirklich umwerfend ist sie, aber die Anfahrt dorthin lohnt sich. Vorbei an malerischen Flüssen mit wunderschöner Landschaft geht es zum Beagle-Kanal, an dem die Estancia gelegen ist.

Was die Abzocke mit dem Diesel anbelangt, scheint es wohl eine "Kann-" und nicht eine "Muss- Bestimmung" zu sein, denn wir hören von Edy und Brigitte, dass zum Beispiel in Tolhuin an der YPF-Tankstelle und in Rio Grande bei Shell oder BP wieder Diesel zu Normalpreisen zu bekommen ist. Und tatsächlich, wir kommen ein zweites Mal durch den Ort Tolhuin und der Diesel kostet nun 1,399 Pesos. Als wir zum ersten Mal hier durchkamen hat man sich strikt geweigert uns den günstigen Diesel zu verkaufen.

Weiter geht es zum Lago Yehuin, wo wir zwei Tage an der verlassenen Hosteria rasten. Dort treffen wir auf die Schweizer Franck und Carole, die mit ihrem Toyota HZJ seit sieben Jahren in der Welt unterwegs sind, Sascha im Nissan Patrol hat fünf Monate Zeit und zum guten Schluss gesellen sich noch die Deutschen Volker und Margot aus Hamburg dazu mit ihrem Mercedes 1234, Made by Unikat.

Am nächsten Tag verlassen wir endlich Feuerland und brechen auf zum Gletscher Perito Moreno. Von Reisenden erfahren wir, dass wenn man nach 20.00 Uhr abends in den Park fährt, sich den Eintritt von 30 Pesos p.P. sparen kann. So warten wir einige Kilometer vor dem Gate bis unsere Stunde geschlagen hat. 21.00 Uhr brummen wir durchs Tor, kein Mensch mehr zu sehen.

Übrigens, Hunde mal erlaubt, aber an der Leine. Nach einigen hundert Metern überholen uns Parkranger mit Lichthupe, Hupe und wild gestikulierend. Oh schei......, jetzt haben sie uns am Ar......., äh an den Hammelbeinen. Das gibt bestimmt Mecker, doch die Jungs fahren weiter, wir auch, wenn auch mit einem komischen Gefühl im Bauch. Einige Kilometer weiter stehen sie wieder mit Warnblinklicht und quer auf der Straße. Jetzt sind wir wirklich dran! Nix da! Da ist gerade ein kleiner Daihatsu von der Bahn abgekommen und in Begriff den 5 Meter tiefen Abhang runter zu rutschen. Man bittet uns zu helfen. Na da können wir doch nicht nein sagen. Kurze Zeit später steht das kleine Schlachlochsuchgerät wieder auf der Straße und alle sind glücklich. Keiner sagt etwas als wir weiterfahren. So fahren wir bis zum Ende dieser Straße, ein Parkplatz von dem es nur noch zu Fuß bis zum Gletscher geht. Als der Motor still steht, hören wir schon das Knacken und Bersten des Eises. Es ist bereits 22.30 Uhr und wir beschließen noch zum Gletscher runter zu laufen. Was uns hier aber erwartet ist das beeindruckendste Naturschauspiel, was wir bisher erlebt haben. Wir sind völlig allein hier und dürfen mit ansehen wie hunderte von Tonnen schwere Eisbrocken sich vom Gletscher lösen und mit explosionsartigem Krachen in den See stürzen. Die Nacht über schlafen wir unruhig, immer wieder werden wir wach vom sich ständig vorwärts bewegenden Eis. Ein bis zwei Meter am Tag soll sich dieses Ungetüm in den vorgelagerten See schieben. Am nächsten Tag, bei strahlendem Sonnenschein, schießen wir hunderte von Fotos wie noch nie zuvor auf unserer Reise. Am späten Abend verlassen wir den Park.

Weiter geht's nach El Chaltén, zum Fitz Roy Bergmassiv. Vor El Chaltén campieren wir auf einem öffentlichen und kostenlosen Platz. Ein Toilettenhäuschen ist aufgestellt und Wasser bekommt man bei der gegenüberliegenden Parkinformation. Schon am nächsten Tag sehen wir den Fitz Roy bei strahlend blauem Himmel, angeblich soll er 300 Tage im Jahr in Wolken gehüllt sein. Na, das nennen wir doch Glück. Vom Ort El Chaltén aus kann man viele Wandertouren in den Park machen, der ebenfalls kostenlos ist – noch!

Von hieraus geht es auf der Ruta 40 Richtung Norden, nach Perito Moreno und weiter nach Los Antiguos an der chilenischen Grenze. Hier in dem kleinen Grenzörtchen lohnt es sich um diese Jahreszeit zu verweilen, denn es ist bekannt für seine lecken Kirschen und Erdbeeren. Zum anderen ist hier einer der schönsten Municipal-Campingplätze, die wir in ganz Argentinien gesehen haben, ca. 1,5 Km vor der Stadt. Nachdem wir uns ordentlich mit Kirschen und Erdbeertorte mit Sahne die Bäuche vollgehauen haben, machen wir uns daran die lästigen aber dringend erforderlichen Einreiseformalitäten für unsere Hunde zu besorgen. Bereits im Ort Perito Moreno besorgen wir uns die Unbedenklichkeit durch den ortsansässigen Veterinär für 10 Pesos pro Hund. Danach sagt man mir ich solle zum Agrikultur-Office gehen, um mir dort das zweite wichtige Papier ausstellen zu lassen. Ich dackele morgens um 10.00 Uhr durch die halbe Stadt, damit mir die Tante am Schalter sagt, dass ich um 14.00 Uhr wiederkommen soll. 14.00 Uhr stehe ich wieder auf der Matte, oh sorry, der zuständige Mensch kommt heute erst um fünf. Zähneknirschend drehe ich um.

17.00 Uhr, ich, pünktlich wie die Maurer, stehe vor verschlossener Tür. Also fahren wir nach Los Antiguos, in der Hoffnung dort unsere Hundepapiere zu bekommen. Wir werden fündig. Am Ende der Stadt in Richtung chilenische Grenze, auf der linken Seite, finden wir einen Tierarzt, der bevollmächtigt ist, uns unsere Papiere auszustellen, Kosten pro Hund 10 Pesos. Auch hier gilt wieder, 10 Tage hat man Zeit ins benachbarte Chile einzureisen, sich dort 30 Tage aufzuhalten und innerhalb dieser Frist wieder nach Argentinien einzureisen. Befindet man sich aber einmal im Land, interessiert es niemanden mehr, ob man ein solches Papier hat oder nicht. Am 31.01.07 stehen wir am Grenzübergang Los Antiguos – Chile Chico um nach Chile einzureisen.

 

Wir werden noch ein weiteres Mal nach Argentinien zurückkehren, aber bis dahin heißt es erst mal hasta luego Argentina. Marion, Walter, Whisky und Eros.