Argentinien - Hola y bien venidos en Argentina amigos.

 

Reisezeit: 25.01.2006 bis 23.02.2006

 

Visum: Aufenthalt bis zu 3 Monate ohne Visum.

Hunde: Von Europa aus, Einfuhrgenehmigung von der Argentinischen Botschaft besorgen, ca. 35 €. Von Südafrika aus siehe Bericht Südafrika.

Carnet de Passages: Nicht erforderlich. Man bekommt ein landeseigenes "Vehículos en Admisión Temporaria" ausgestellt.

Währung: Argentinischer Peso: 1 € = ca. 3,5 Pesos.

Bargeld: Mit Visa/Master/Maestro an vielen Automaten zu besorgen.

Kreditkarten: Werden vielerorts akzeptiert.

Diesel: 1,35 - 1,50 Pesos.

Benzin: ca. 1,80 Pesos.

 

Nach 8,5 Std. landen wir in Buenos Aires. Whisky und Eros sind schon ausgeladen und warten darauf zur Cargohalle gebracht zu werden. Nach unseren Zollformalitäten rufen wir die Hundeagentur an, um unsere Hunde durch den Zoll zu bekommen. Es ist 14.00 Uhr und man sagt uns, so in ca. 4 Std. würde jemand kommen, der alles erledigt, das heißt, die beiden sitzen dann ca. 15 Std. in den Kisten und es ist heiß hier. Ich koche, nicht nur von der Hitze. Ich falte den Typen am anderen Ende der Leitung zusammen und er entschließt sich, doch besser sofort zu kommen. In der Zwischenzeit laufe ich zum Cargo, schaffe es mit Betteln unsere beiden für kurze Zeit aus den Kisten zu kriegen, bis die Formalitäten erledigt sind. Der Typ kommt, wir drücken nochmal 1000 US$ ab, wobei nur 90 US$ für den Zoll sind und fertig. Ein Scheißverein!

Wir lassen uns zum Balneario Autocamping in Lomas de Zamora fahren, um hier auf unseren MAN zu warten. Bis unser Zelt steht, haben jeden von uns an die 20 Mücken gestochen. Das kann ja heiter werden. Die folgenden Tage und Nächte sind so heiß, dass wir uns tagsüber irgendwo im Schatten verkriechen und nachts nicht zum Schlafen kommen. Unsere netten argentinischen Nachbarn, Carlos mit Frau Mirta, erkennen unsere missliche Lage und bieten uns an, unter ihrem überdachten

Balkon zu sitzen und ihren Kühlschrank zu benutzen, bei fast 40 Grad nehmen wir dankend an. Und wieder werden wir mit der ganzen Familie zum traditionellen Asado (Berge von verschiedenen Fleischsorten) eingeladen.

Am 01.02.06 kommen dann endlich unsere Holländer an, die mit Grimaldi (RoRo-Fähre) von Antwerpen aus verschifft haben. Wir feiern vorzeitiges Weihnachten, denn sie haben viele schöne Geschenke von Verwandten und Freunden aus Deutschland im Gepäck. Nochmals vielen Dank von hieraus an alle.

Eine Woche bevor unser Frachter ankommen soll, rufe ich bei Mariano de Petra an, unserem Agenten von Maersk in Buenos Aires und frage ihn, ob unser MAN pünktlich ankommt. Ja, ja, kein Problem, am 07.02. kommt das Schiff und am Mittwoch den 08.02.06 können wir kommen. Die Odyssee beginnt. Am Mittwoch bestellen wir uns ein Taxi und lassen uns freudig und aufgeregt zum Terminal 4 bringen. Aaaah, Safmarine-Office und rein. Hallo, wir möchten unser Auto abholen und zeigen unsere Papiere. Ne, da sind wir nicht für zuständig, sie müssen nach Maersk. O.k., nächstes Office. Hallo wir möchten zu unserem Agenten, um unser Auto abzuholen. Nein, das können sie erst nächste Woche Montag bekommen, weil wir keine geeignete Rampe haben, um den Truck herunterzubekommen. Ja aber, sie haben doch gesagt............ . Das habe ich gesagt? Aber sie können schon mal die 300 US$ Hafengebühr bezahlen. Mein Kesselventil pfeift!!! Mit großer Verärgerung einigen wir uns auf Freitag. Freitag, Taxi bestellt und zum Hafen. Nein, aber heute geht das wirklich nicht, denn der Zöllner kann erst am Montag kommen. Ich bin soweit, dass ich ihm eine reinhauen will, doch Marion bremst mich. Der Typ macht mich wirklich aggressiv. Aber denken sie daran, nochmals ca. 700 US$ mitzubringen, für dies und das. Kochend verlassen wir das Office. Samstag ein Anruf von diesem Scheißkerl, ja, äh, er habe sich mit der Rechnung vertan, aber Safmarine bekommt auch noch 300 US$. Ich versuche den Mistkerl durchs Telefon zu erwürgen, aber es geht nicht. Montag, Taxi bestellt und zum Hafen. Na, heute wird's wohl klappen, oder? Im Office, kein guten Tag mehr, nur noch, wo ist unser Auto. Die Situation ist gespannt. Noch ein dummer Spruch von diesem Ars........ und ich ballere ihm eine.

Wir sehen unser Auto schon von Weitem, aber zuerst heißt es, bezahlen, vorher geht nix. Aber vorher wollen wir erst sehen, ob der MAN unversehrt ist. O.k.. Das darf doch nicht wahr sein!!!! Eines unserer Seitz-Küchenfenster ist zerbrochen und der linke vordere Kotflügel ist total verbogen. Und wer kommt nun für den Schaden auf? Ja da muss dann erst einmal einer aus der Schadensabteilung kommen und das kann dauern, aber sie können den Truck dann heute nicht mitnehmen, vielleicht morgen oder so. Wir nur, Auto her und weg. Nette kleine Hinhaltetaktik damit der Kunde die Schnauze voll hat, oder? Der ganze Spaß kostet uns nun ca. 4500 € im Gegensatz zu unseren Holländern, die ca. 3800 € inkl. Aller Nebenkosten und 4 Wochen Vollpension bezahlt haben. Alles in allem ist unser Reisebudget um 7500 € schmaler geworden. Eine Beschwerde bei Safmarine und Maersk ist sicher, aber wahrscheinlich ohne Aussicht auf Erfolg.

Was aber unser anfänglich gutes Gefühl angeht, bei Safmarine gebucht zu haben, hat sich schnell als Griff ins Klo erwiesen. Wir raten dringend davon ab, sich mit diesem Unternehmen einzulassen. Die nette und freundliche Art, die uns zwar in Capetown entgegen gebracht wurde, scheint uns jetzt mehr und mehr Taktik gewesen zu sein. Was den Preis angeht, wurden wir bewusst in die Irre geführt, denn wir haben mehrmals bei Vertragsabschluss gefragt, ob das wirklich alles ist, was wir zu bezahlen haben. Ein weiterer Grund nicht mit Safmarine zu reisen ist, dass das Schiff mind. 3 Wochen braucht um Buenos Aires zu erreichen, weil es u.a. zwei weitere Häfen anläuft, 1. Port Elisabeth (Südafrika), 2. Santos (Brasilien) und das Fahrzeug zwei Mal auf ein anderes Schiff verladen wird und somit auch ein Sicherheitsrisiko für das Fahrzeug im Hafen darstellt. Wie es mit der Sicherheit in Port Elisabeth bestellt ist, können wir nichtsagen, was aber Santos angeht, wissen wir genau von unseren Holländern, die einen Tag in Santos mit der RoRo-Fähre angelegt haben, dass nicht Autorisierte freien Zugang zum Hafen hatten und erst einmal unter jede Plane geschaut haben, ob nicht etwas Brauchbares zu finden war.

So warten wir nur noch, bis der Hund von Johann und Diane mit dem Flieger ankommt und es kann endlich weitergehen. Wir machen einen Plan für unsere Weiterreise und beschließen zuerst nach Norden über Uruguay bis nach Brasilien zu fahren, um dann, wenn es in Patagonien wieder wärmer wird, Richtung Feuerland zu fahren, um dort Weihnachten und Silvester zu feiern.

Auf dem Weg Richtung Norden machen wir halt im El Palmar Nationalpark. Der nächste Tag, allerdings mal ein Sonntag, läuft unserem Eros plötzlich Blut aus dem Maul. Wir schauen genauer nach und stellen mit Bestürzung fest, dass Ober- und Unterkiefer durchlöchert sind und sich zahlreiche Maden in ihnen tummeln. Also, ich auf die Kawa, ins nächste Dorf zum Tierarzt und versuche ihm mit Händen und Füßen zu erklären was los ist. Der nicht dumm, versteht was ich will, setzt sich in sein Auto und fährt hinter mir her. Sofort erkennt er den Ernst der Lage, gibt ihm eine Narkose und fängt an, ihm auf unserem Frühstückstisch ca. 50-60 Maden aus dem Maul zu fischen. Etwa 1,5 Std. Arbeit + Medikamente + 30 km An- und Abfahrt macht zusammen 9 €. Bei uns 300 €? Eros erholt sich schnell wieder und wir brechen nach 6 Tagen Schwitzen bei Tagestemperaturen bis 40°C im Schatten und nachts mit 30°C in unserer Hütte wieder auf, in Richtung Concordia/Salto, der Grenze zu Uruguay. Doch zuvor füllen wir noch unsere Dieselfässer auf, weil wir nicht wissen welcher Preis uns auf der anderen Seite erwartet. Der Grenzübertritt gestaltet sich recht einfach, da Argentinier und Uruguayer an einem Tresen direkt nebeneinander sitzen. Ich muss den Zöllner mit der Nase auf mein Carnet stoßen, damit er es überhaupt bearbeitet. Aber der Junge weiß gar nicht was er damit machen soll. Ich erkläre ihm was er zu tun hat. Hinterher entschuldigt er sich bei mir und meint, das sei das erste Mal, dass er so ein Ding in der Hand hat. Alles fertig, zwei Meter weiter sind die Uruguayer dran.

 

Bis dahin, wir sehen uns in Uruguay. Marion, Walter, Whisky und Eros.