Uganda - kurzer Besuch.

 

Reisezeit: 27.04.2005 bis 16.05.2005

 

27.04.2005, 9.00 Uhr. Der Schlagbaum von Kenia, am Grenzort Suam, geht auf und wir fahren über den Fluss Suam nach Uganda. Nach freundlicher Begrüßung und anschließender Bearbeitung des Carnet de Passage, beantragen wir unser Visum und müssen auch gleich den Geldbeutel öffnen für:

Visitors-License MAN: 20 US$

Visum (4 Wo.): 30 US$ p.P.

Visitors-License Motorrad: 20 US$

Diesel: 1760 USh.

Benzin: ca. 2000 USh

Im Grenzort selber gibt es keine Bank und keine Tankstelle. Wir tauschen unsere Kenia-Shilling beim Zöllner: 1 KSh = 22,5 USh. Das scheint hier ein ganz offizieller Kurs und ganz legal zu sein. 1 € = 2000-2200 USh 1 US$ = ca. 1750 USh. Kein Mensch fragt nach einer Versicherung, so fahren wir wieder ohne los. Hunde kein Problem.

Auch die angeblich vorgeschriebene Gelbfieberimpfung, die wir natürlich haben, kontrolliert keiner. Wir fragen noch kurz nach dem Pistenzustand um den Mount Elgon, es wird uns berichtet, alles trocken, kein Problem, so brummen wir los. Die ca. 75 km lange Piste ist tatsächlich trocken, aber bei Regen, selbst mit Allrad nicht zu bewältigen. Alles roter Lehmboden und z.T. sehr steinig mit halsbrecherischen Steigungen und Abfahrten, die sich zu lebensgefährlichen Rutschbahnen verwandeln. Also bitte, vor Antritt der Fahrt, Zustandsbericht der Zöllner einholen. Wir sind überrascht, welche Freundlichkeit uns entgegen gebracht wird. Auf der Strecke stehen hunderte von Menschen winkend, Kinder kreischend und Arbeiter kommen von ihren Feldern an den Pistenrand gerannt, um uns zu begrüßen. Das haut uns fast aus den Pantinen.

Nach insgesamt 91 km und 5 Std. Fahrzeit erreichen wir den Ort Sipi und steuern das "Moses Campsite" an. Für 4000 USh p.P. nisten wir uns auf dem Rasenplatz für die nächsten paar Tage ein. Und siehe da, unser erster schleichender Plattfuß. Sehr nette und freundliche Leute schleppen, weiß Gott woher, Wasser in Kanistern heran, damit sie es dann auf einem Feuer heißmachen und wir duschen können. Nach ca. 27000 km und etwas mehr als 8 Monaten Reisezeit erkennen wir heute, am 28.04.2005, eigentlich erst so richtig die Vorzüge unseres Reisemobils. Seit der vergangenen Nacht regnet es unaufhörlich und es wird schon wieder Nacht. Wir haben zwar schon einige Male Regen erlebt, aber noch nie so lange und ununterbrochen. Wenn es uns kalt wird, so bei 20 Grad, werfen wir unsere Webasto-Heizung an und freuen uns, wie gut es uns doch geht und wir sind heilfroh, dass wir die gestrige Piste nicht bei diesem Wetter bestreiten mussten. Dann der nächste Tag, das Wetter ist gut und ich starte mit meinem Guide auf zu den Sipi-Wasserfällen. Hier stürzt ein Nebenarm des Siroko rund 90 Meter in die Tiefe.

Weiter geht’s Richtung Jinja. Ist das gut oder ist das schlecht? Irgendwo vor einem Ortseingang, Polizeikontrolle. Zeigen sie mir ihre Fahrzeugversicherung!!!!!!!! Scheiße, wir haben ja keine. Das ist schlecht. Der Officer ist sehr böse. Er rät uns dringend eine solche zu besorgen, ansonsten würden wir an der Ortsausfahrt verhaftet. Er klang sehr überzeugend! In der Stadt finden wir einen Krämerladen der Versicherungen verkauft. Da wir sparsame Leute sind wollen wir nur eine Versicherung für Uganda und für 4 Wochen. Da will der doch glatt 56 US$ für haben. Man kann natürlich auch die Comesa (Yellow Card) kaufen für z.B. 1 Jahr, hätte uns aber 350 € gekostet, und gilt für die meisten afrikanischen Länder. Wir akzeptieren diesen Wucher wohl oder übel. Später im Auto sehen wir, dass der Bursche sich vertippt hat. Ablaufdatum unserer Versicherung ist nun 29.05.2006. Wir haben also Versicherungsschutz für 1 Jahr und das alles für 56 US$. Das ist gut!!!!!

Jinja ist in Sicht und wir steuern ein holländisches Pärchen an, das sich hier niedergelassen hat und uns einlädt die nächsten Tage bei ihnen zu bleiben. Wir stehen auf deren riesigem Grundstück auf einem Hochplateau und haben seit langer Zeit mal wieder einen herrlichen Blick auf den Weißen Nil, der sich hier über riesige Stromschnellen seinen Weg bahnt. Wir werden allerdings gewarnt, wir sollen uns nicht zu weit ins nahegelegene Gras wagen, denn hier fühlen sich viele Arten von Kobras zu Hause. Danke für den Tipp, wir haben zum Glück keine gesehen.

Wim, der Besitzer, ein alter DAF-Schrauber, ist begeistert von unserem KAT und macht gleich eine kleine Inspektion rund ums Auto und bemerkt so nebenbei, Spurstangenköpfe völlig ausgenudelt, Blattfeder li. vo. ziemlich hinüber usw., usw..

Nach vier Tagen zieht es uns dann doch weiter nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Wir fahren das Natete Backpackers Hostel (S 00° 18.474' und E 032° 33.074') für 5000 USh p.P. an und hoffen hier unsere kleinen Schäden, wie die oben erwähnten, dann noch eine abgerissene Motorbremse, ein halb abgerappelter re. vorderer Kotflügel, ein langsam herunterfallender Schlafzimmerhängeschrank und andere Kleinigkeiten, reparieren zu können. Wir steuern eine LKW-Werkstatt an und machen einen Preis aus für die li. vordere Blattfeder. Die Jungs fangen an die alte auszubauen, ein anderer fährt in die Stadt um die neuen Federn zu holen, kommt aber ohne irgendetwas wieder. Der Dealer will plötzlich den doppelten Preis. Wir danken ab, lassen alles wieder zusammenbauen und verschwinden.

 

Schwarzer Freitag in Kampala.

 

Unser Hund Whisky will an diesem Tag nicht fressen und trinken. Na ja, ab und zu hat er schon mal solche Anwandlungen und wir denken uns nichts dabei. Samstag, er liegt nur noch herum, kann nicht mehr laufen, bricht immer wieder zusammen, bekommt auch noch Fieber. Sonntag wird es uns zu bunt, bestellen ein Taxi und lassen uns zu einem Tierarzt fahren. Sicher ist der auch nicht, um was es sich handeln könnte, tippt aber auf (Tickbite Fever) Zeckenbissfieber. Um sicher zu sein müsste Blut abgenommen werden, aber sonntags sind die Labors geschlossen. Also auf Verdacht Medikamente, per Injektion und mehrere Infusionen, aber alles scheint nichts zu helfen. Er liegt leblos auf dem Behandlungstisch und wir haben eigentlich keine Hoffnung mehr, dass er durchkommt. Der Arzt sieht nicht so schwarz und sagt, lasst uns noch bis morgen warten. Er behält ihn in seiner Praxis und bleibt bei ihm. Am Montagmorgen fahre ich ihn mit dem Motorrad besuchen und siehe da, als er die Maschine hört, spitzt er schon wieder die Ohren, aber er ist noch nicht in der Lage zu stehen. Nachmittags ist er schon wieder so weit, dass wir ihn abholen können. Wir entschließen uns allerdings nicht auf seine vollkommene Genesung zu warten und brechen am nächsten Tag schon auf, denn es wimmelt hier nur von Zecken, wie wir es noch nie zuvor auf unserer Reise erlebt haben. Stattdessen fahren wir zu den ca. 80 km entfernten Bujagali Falls und verweilen dort eine Woche an den Stromschnellen des weißen Nils. Drei Tage später ist unser Whisky wieder der Alte und er versucht alle Hündinnen zu "poppen", die nicht schnell genug laufen können - wie in alten Zeiten.

Von hieraus kann man organisierte Raftingtouren mitmachen. Es gibt drei Anbieter zwischen 75 und 95 US$. Doch nachdem wir sehen, wie viele Leute in den Stromschnellen die Schlauchboote unfreiwillig verlassen und literweise Wasser schlucken, fällt die Überlegung nicht schwer, uns das nicht anzutun.

Da es angeblich in Tansania auch keine MAN-Werkstatt gibt, weichen wir von unserem Plan ab und machen uns auf, zurück nach Kenia. Auch unsere anfangs geplante Tour zu den Berggorillas lassen wir auch sausen, denn die wollen 370 US$ p.P. haben, was uns recht heftig erscheint. Wir treffen mehrere Reisende, die auch ihre Pläne die Gorillas zu besuchen abgebrochen haben, eben dieses hohen Preises wegen. Am 16.05.05 überqueren wir die Grenze nach Kenia bei Busia. Innerhalb einer Stunde haben wir alle Formalitäten erledigt, tauschen unsere Uganda-Schillinge schwarz in Kenia-Schillinge. Der Kurs: 23,5 USh = 1 KSh.

 

Wir sehen uns in Kenia, zum zweiten Mal. Marion, Walter, Whisky und Eros.