Tansania - die Abzocker.

 

Reisezeit: 24.06.2005 bis 21.07.2005

 

Visum: An der Grenze erhältlich, 50 US$ p.P.

Road-Tax (LKW): Kilometerabhängig, wir bezahlen erst mal nur bis Arusha, 15 US$. Sie hätten es gerne gesehen, wenn wir unsere ganze Route angegeben hätten, aber wir warten erst mal ab was passiert. Wir entschließen uns dann in Arusha die Road Tax bis Mtwara zu bezahlen. Für die 1500 Km drücken wir 92 US$ ab.

Motorrad: Keine Road-Tax.

Fahrzeugversicherung: Direkt an der Grenze abzuschließen. Da wir für den MAN die Comesa haben, entfällt das für uns. Motorrad schließen wir keine ab. Es fragt aber auch keiner danach.

Hunde: Man braucht offiziell ein "Animal Health Export Certificate for Dogs" (ca.60 € p.H. in Kenia), das man beim jeweiligen Amtstierarzt im Land vorher beantragen muss. Wir haben aber von Reisenden erfahren, dass es niemanden interessiert und wir probieren es ohne, aber es hat auch keiner unsere Hunde gesehen.

Währung ist der tansanische Shilling (TSh): 1 € = 1332 TSh 1 US$ = 1118 TSh. Wir tauschen unsere restlichen Kenia-Schillinge an der Grenze: 1 KSh = 14 TSh.

Kreditkarten: Keine Akzeptanz, außer in einigen Souvenirläden.

Diesel: ca. 930-1030 TSh. Benzin: ca. 1000-1100 TSh

 

24.06.2005. Wir stehen am Grenzübergang Namanga nach Tansania. In Arusha gehen wir auf das Massai-Camp für 3000 TSh p.P. Man hat hier Internetanschluß für 1500 TSh/h. Bargeld besorgen wir uns bei der Standard Chartered Bank in Arusha die einen Geldautomaten hat, der allerdings nur Visa-Card akzeptiert. Normalerweise kann eine Summe von 400000 TSh p.T. abgehoben werden, wir bekommen nur 200000. Hmmmm, vielleicht gibt's hier eine Gesichtskontrolle, ich bin unrasiert. Nächster Tag, rasiert, wieder nur 200000 TSh. Na gut, dann eben nur 200000. Wir wollen von hier aus eine Tour zum Ngorongoro Krater machen; für zwei Tage incl. einer Übernachtung am Krater wollen die 170 US$ p.P. haben. Daraufhin fahren wir die 150 km selber zum Krater, aber da wollen die Drecksäcke doch allein für ein Auto 120 US$ p.T. plus Eintritt usw. haben. Wir kommen mit unserem "Kleinen" nicht rein, ab 3,5 t verboten. Aber alle anderen Parks kosten so um die 150 US$ p. Fahrzeug über 3,5 t. p.T, PKW ca. 30 US$ p.T. und 30 US$ p.P. Und ab nächstes Jahr wird der Eintritt definitiv für die "Dicken" auf 200 US$ erhöht, Pkw von 30 auf 50 US$, und Eintrittspreise p.P. auf ca. das Doppelte angehoben, die haben doch wohl nicht alle Tassen im Schrank!!!!!!!!! Es sieht ganz so aus, als wolle man den Individualtourismus aus dem Land haben. Also stellen wir uns direkt vor das Gate und ich halte jedes Fahrzeug an, was in den Park will, und frage nach einer Mitfahrgelegenheit in den Krater. Das fünfte Auto, ein Landrover, mit vier Engländern, hält an und ich bin mit 40 US$ mit von der Partie, dazu kommen noch 30 US$ Eintritt für mich selbst. Marion bleibt bei den Hunden.

Im Krater selbst geht es ab wie auf einer deutschen Autobahn. Hunderte von Allradfahrzeugen ballern durch den ca. 16 km Durchmesser messenden Krater. Bis auf Gnus und Zebras, die direkt am Weg stehen, haben sich Löwen, Hyänen, Leoparden, Geparde und Elefanten soweit verdrückt, dass man sie nur schemenhaft erkennen kann und sich kein Foto lohnt. Ich würde mir auch die Füße nicht platt fahren lassen. Gott sei Dank dürfen sich die Fahrzeuge nur auf den vorgeschriebenen Wegen bewegen. Alles in allem, ein bisschen enttäuschend, landschaftlich aber schön. Selbst in der Stadt Karatu, wo die meisten Campinglätze und Lodgen sind, wollen sie alle 'nen schnellen Dollar machen, der Standard ist 5 US$ p.P. und Tag. Wir handeln auf der Safari Junction Lodge, am Ende der Stadt, Richtung Ngorongoro von 5000 TSh p.P. auf 3000 runter. Zähneknirschend haben sie akzeptiert, ansonsten wären wir in die Pampa gegangen.

Wir fahren weiter nach Himo zum Kilimanjaro-Nationalpark, um von hier aus noch einmal den "Kili" zu sehen. Doch auch hier der Standard, 5-8 US$ p.P. und Tag. Wir finden allerdings nach langem Suchen das Hotel Nakara an der Zufahrtstraße zum Kilipark, wo wir für 4000 TSh stehen können, mit sehr gepflegtem Garten und sauberen Sanitäranlagen. Bei den anderen hätten wir nur für den Standplatz bezahlt. Weiter geht's über Dar Es Salaam zum Mikumi-Park. Angeblich darf man hier noch kostenlos durchfahren, denn die Hauptstraße führt direkt durch den Park. Kurz vorm Park fahren wir auf das Melela Nzuri Camp. Im Reiseführer beschrieben, Bezahlung nach Selbsteinschätzung. Nix da, auch hier hat man Blut geleckt, man will jetzt 5000 TSh p.P haben. Wir handeln auf 3500 runter und selbst das ist noch zu viel. Plumpsklo mit Wänden aus Strohbündeln, Duschen ebenso und Wasser mit gelber Farbe und muffigem Geruch. Weniger kostet hier eben mehr. Unterwegs, an der Straße, eine kleine Hütte, außer ein paar Kühen und Ziegen keiner zu sehen und ein Schild "Biogas". Drei Gasflaschen stehen vor der Tür. Wahrscheinlich lässt ein pfiffiger Bauer seine Kühe in die Flaschen furzen und verkauft es als Biogas an "blöde" Touristen!? Von hieraus versuchen wir auf dem schnellsten Weg diesen Abzockern den Rücken zu kehren und fahren in Richtung Mtwara, ca. 80 Km vor der Grenze nach Mozambique.

Auf unserem Weg fahren wir durch das Baobab Valley, ein Tal, in dem tausende von herrlichen Baobab-Bäumen stehen, die teilweise Durchmesser von mehr als 3 Metern haben und wollen am gleichnamigen Campsite übernachten. Bei der Frage nach dem Preis erübrigt sich alles, 5 US$ p.P., wir wären außer 4 Schotten die einzigen Gäste. Ich frage den Manager, ob er noch "ganz dicht sei" und rausche daraufhin ab. Da es noch recht früh am Tag ist, fahren wir noch ein Stück weiter und erreichen, ca. 10 Km vor Iringa das Riverside-Campsite. Eine schöne gepflegte, große Anlage (in englischer Hand), mit grünem Rasen und Schatten spendenden Bäumen, direkt an einem Fluss gelegen. Der Preis, 2500 TSh. Für diesen Platz, ein guter Preis und zu empfehlen. Aber wer nun glaubt, man habe es heiß, weil man ja schließlich in Afrika ist, der hat sich getäuscht. Die Tagestemperaturen liegen hier bei 25 Grad, aber nachts kühlt es sich auf null Grad ab. Wir lassen die ganzen Nächte, die wir hier stehen unsere Heizung laufen, da es sich in unserem Haus auf unter 10 Grad abkühlt und unseren frischgeschorenen Kampfterriern die Zähne klappern. Wer evtl. unsere Reise verfolgt, der wird sich fragen, die fahren doch nach Malawi, oder?

Richtig, wir sind mal wieder von unserer anfänglichen Route, über Mtwara nach Mozambique einzureisen, abgewichen, weil wir gehört haben, dass die Brücke über den Fluss, die die natürliche Grenze zwischen Tansania und Mosambique bildet, immer noch nicht fertig ist und die Fähre evtl. mit unserem Kat überfordert wäre. Dann dort zu stehen und festzustellen, es geht nicht, oder mit dem ganzen Kahn abzusaufen, würde uns dann mehr als 1000 Km Umweg bedeuten um nach Malawi zu kommen. So stehen wir am 21.07.05 an der Grenze zu Malawi bei Longwe.

Die Ausreise aus Tansania geht schnell, ca.1/2 Std. Wir müssen auch keine Road-Tax nachzahlen, da der Zoll den gleichen Preis von Namanga nach Mtwara, wie von Namanga nach Longwe berechnet. Wir sind froh, dieses Land endlich zu verlassen, allerdings mit einem sehr üblen Nachgeschmack. Teilweise hat es uns an Äthiopien erinnert. Man sieht von weitem lachende, winkende Kinder und kommt man näher, verwandeln sich die Gesichter plötzlich mitleidsvoll und die Hände drehen sich vom Winken ins aufhaltende Betteln. Man hat wenige Chancen zum Wildcampen und man sieht außer Affen keine wilden Tiere außerhalb der Nationalparks. Gleichzeitig kommen die horrenden Preise hinzu, die die "blöden Touristen" wie es scheint, ohne weiteres akzeptieren.

 

Bis dahin, wir sehen uns in Malawi. Marion, Walter, Whisky und Eros.