Malawi – Tomaten und Fisch.

 

Reisezeit: 21.07.2005 bis 13.08.2005

 

Visum: Für Deutsche besteht keine Visumpflicht.

Road-Tax: Ist abhängig, welchen Grenzübergang man ins Nachbarland wählt, in unserem Fall Mozambique. Wir wählen den kürzesten Weg nach Mwanza und müssen 66 US$ abdrücken.

Motorrad: Keine Road-Tax.

Fahrzeugversicherung: An der Grenze abzuschließen. Wir geben an, die Yellow-Card zu haben, womit sie sich zufrieden geben. Es ist allerdings ratsam, da wir oft angehalten wurden und die Polizei danach fragte.

Hunde: Hat niemand gesehen und somit auch keinen interessiert. Im Land keine Probleme.

Währung: Malawischer Kwacha. 1 € = 146 MKw. Wir tauschen unsere tansanischen Schillinge vor der Grenze (schwarz) in Kwacha um. Der Kurs für 1000 TSh = 110 MKw.

Kreditkarten: Keine Akzeptanz, außer an Geldautomaten und da auch nur Visa.

Diesel: 112 MKw = 75 Cent im ganzen Land ( außer in Lilongwe 110 MKw ). Benzin: 115 MKw = 77 Cent

Reflektoren: Malawi verlangt zusätzliche Reflektoren am Fahrzeug. In Front, an der Stoßstange ca. 5 cm breite, 10-20 cm lange weiße Streifen (bekommt man als Meterware) und das gleiche hinten in Rot. Wir haben uns bereits in Kenia damit eingedeckt.

 

Am 21.07.05 stehen wir bei Longwe an der Grenze zu Malawi. Hier werden zur Feier des Tages mal wenig Gebühren fällig! So fahren wir bei steigenden Temperaturen und weiterhin Linksverkehr in das ca. 45 km gelegene Karonga und fahren auf das erste Campsite, welches sich uns bietet, direkt am Malawi-See, für 200 MKw p.P. und Tag. Unser erster Eindruck auf dem Camp. Am Abend kommt eine Gruppe Franzosen mit 10 Autos, die am nächsten Tag schon weiterziehen und natürlich auch Müll hinterlassen. Ehe die Bediensteten im Camp alles wegräumen können, schleichen sich einige halbnackte Kinder auf den Platz, stehlen die Mülltüten und zerpflücken den Müll nach Brauchbarem, trinken den Rest Cola oder Saft aus den Flaschen. Der Restmüll bleibt in der Gegend liegen und sie verschwinden. Na, das kann ja heiter werden!!! Wir fahren weiter am See entlang und übernachten in Mzuzu und versorgen uns erst mal am nächsten Tag mit Bargeld, bei der National Bank of Malawi. Da der Automat nicht funktioniert holen wir uns drinnen, 50000 MKw (333 €), wir hätten auch mehr bekommen. Unterwegs häufige Polizeikontrollen (z.T. unfreundlich), die oft nach Versicherung und internationalem Führerschein fragen und nach den zusätzlichen Reflektoren am Fahrzeug schauen. Unsere Reise führt uns auf guter Asphaltstraße direkt am Malawi-See entlang Richtung Süden.

Das Angebot an Nahrungsmitteln entlang des Sees ist sehr spärlich. An der Straße werden fast nur Tomaten und Fisch angeboten. Häufig müssen wir Brücken überqueren, doch Vorsicht ist geboten, eine Vielzahl der Brücken ist nur einspurig. Die Gefährlichkeit kann man gut in abrasierten Leitplanken und abgestürzten Fahrzeugen messen. Es gibt kaum Verkehr auf den Straßen. Fast alles wird halsbrecherisch auf Fahrräder geladen oder auf den Köpfen der Frauen. Die Fahrräder können dann nur noch mit ihren zentnerschweren Lasten geschoben werden und meistens haben die Jungs dann noch nicht einmal Schuhe an, und das bei teilweise heftigen Auf- und Abfahrten. Da werden wohl die Sohlen qualmen! Die wenigen LKW, die man sieht, rauschen dann noch in den Kurven geradeaus. Beim Bergen der Fahrzeuge sind die Jungs voller guter Laune und singen ein flottes Liedchen. Da werden Ketten quer über die Straße gelegt, zum nächsten Baum, und gewarnt wird vor der Unfallstelle mit abgebrochenen Zweigen. Erst mit einer Vollbremsung kommen wir an dem umgestürzten Sattelzug zum Stehen. Sie haben alle Spaß in den "Backen", dass keiner verletzt ist und alles reit sich auf zur Fotosession.

Ca. 30 km hinter Chipoka biegen wir ab nach Monkey Bay. Die 70 km, im Reiseführer 2001 noch beschrieben als gute Asphaltstraße, entpuppt sich als gute Piste mit einigen wenigen Teerflecken und so rauschen wir mit teilweise über 70 Sachen Richtung Monkey Bay. Außer auf dieser Strecke ist an Buschcampen kaum zu denken, denn die Menschen haben dich innerhalb kürzester Zeit erspäht und lassen dir keine Ruhe. Aufgrund unserer Hunde scheinen wir immer wie ein Magnet zu wirken.

Auf dem Camping Fat Monkeys treffen wir die Deutschen Freddy, Rita und Simba, einem Rodesian Ridgeback, die mit einem MAN LE 220 C und Malawi Woelke-Umbau auf Weltreise sind. Bei ihnen wagt sich keiner in die Nähe. Sie brauchen ihren MAN nicht mal abschließen. Sie wollen etwa zur gleichen Zeit wie wir nach Buenos Aires rüber und wir werden uns wahrscheinlich in Südafrika wiedertreffen, um die Schiffsreise evtl. gemeinsam zu bestreiten.

Wir steuern den Liwonde-Nationalpark an, aber Hunde verboten! Also Buschcampen direkt vorm Zaun des Parks. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit kommen einige Elefanten direkt an den Zaun zum Fressen und sie sind so nah, dass man sie schmatzen hören kann. Na, wenigstens etwas.

Der nächste Tag bringt uns nach Zomba, auf die Kuchawe-Trout-Farm (Forellenfarm), ein groß angelegter Camping auf dem wir z.Z. die einzigen Gäste sind, mit einer Totenstille. Doch leider kühlt es sich hier nach Untergang der Sonne mal wieder gehörig ab (ca. 1400 m hoch) und das Thermometer sinkt auf 5°C ab. Nach vier Tagen brechen wir auf in die Hauptstadt Lilongwe, doch zuvor füllen wir unsere Dieselvorräte wieder auf. Da im gesamten Land keine Kreditkarten akzeptiert werden, heißt es, Geld holen aus dem Automaten, aber der spuckt täglich nur ca. 130 € aus (20000 MKw). Also rennen wir schon drei Tage vorher täglich zur Bank, um uns mit Bündeln von Banknoten auszustatten. Der Tankwart freut sich, denn selten tankt hier einer mehr als 50 Liter. Auf dem Weg von Blantyre nach Lilongwe werden wir mal wieder gestoppt, Road-Tax-Kontrolle und natürlich nachzahlen, da wir ja eigentlich den kürzesten Weg nach Mozambique bezahlt haben. Also noch mal 26 US$ bis an die Grenze bei Mchinji.

Kurz hinter dem Kontrollposten verabschiedet sich einer unserer Hinterreifen vollends, der bereits in Äthiopien stark gelitten hatte. In Lilongwe angekommen, gehen wir auf den Camping des Golfclubs für 315 MKw p.P.

Da unsere Nahrungsmittel langsam zur Neige gehen, wollen wir uns wieder einen Vorrat anlegen, aber das Angebot ist sehr mager. Obst und Gemüse, alles da, aber Wurst und Käse kaum zu bekommen und wenn, dann sauteuer. Gasflaschen füllen, möglich im Industriegebiet. Wir gehen noch ins Internet, auch hier zwischen 7-8 MKw pro Minute und sehr langsam. Am Abend treffen wir Gerard und Betty auf dem Camp wieder, ein holländisches Pärchen, unterwegs mit einem Toyota Landcruiser, die wir bereits am Lake Naivasha in Kenia kennengelernt haben. Afrika ist doch klein!

Na, einige werden sich nun denken, die fahren doch nach Sambia. Richtig! Da die Brücke im Süden von Tansania nach Mozambique immer noch nicht fertig ist und dort nur eine Fähre verkehrt, die bis 8-Tonnen-Fahrzeuge transportiert, wollten wir über Malawi nach Mozambique, aber dort verlangt man 250 US$ Roadtaxe führ Fahrzeuge über 5 Tonnen. Also Pläne mal wieder geändert und auf nach Sambia. Am Grenzübergang Mchinji gehen die Ausreiseformalitäten zügig vonstatten und innerhalb einer 1/2 Std. ist alles getan.

 

Bis dahin und wir sehen uns in Sambia. Marion, Walter, Whisky und Eros.