Kenia - a second time!

 

Reisezeit: 16.05.2005 bis 24.06.2005

 

Am 16.05.05 reisen wir zum zweiten Mal nach Kenia ein. Unser Visum ist noch gültig, wir müssen allerdings zum ersten Mal eine "Road-Tax" bezahlen und die ist kilometerabhängig. Wir geben nur eine kurze Strecke an, in unserem Fall bis Kisumu, und die kostet 10 US$. Auf unserem Weg von Kisumu nach Nairobi, am Lake Elmenteita, machen wir Rast auf dem Flamingo Camp für 200 KSh p.P, stehen direkt am See und haben einen herrlichen Blick auf tausende von Flamingos, die durch das flache Wasser waten und nach Nahrung suchen.

Der nächste Tag lässt uns über die äußerst schlechte Hauptverbindung (Nakuru-Nairobi) holpern. Also wer hier auf Dauer keinen Plattfuß oder Federbrüche bekommt, ist ein Glückskind. In Nairobi angekommen, fahren wir auf das Upperhill-Campsite, in der Menengai Road (S 1° 18,000' und E 36° 48,719'). Für 300 KSh p.P. und 100 KSh pro LKW und versuchen wir von hieraus unsere Schäden beheben zu können. Der Besitzer, Francis, betreibt das Campsite für Backpacker und alle möglichen Traveller. In seinem Restaurant kann man gut und zu vernünftigen Preisen essen und anschließend an der Bar ein paar Bierchen schütten. Es herrscht hier reger Durchgangsverkehr, da auch Einheimische auf einen Drink kommen und man mit vielen Leuten in Kontakt kommt, (allerdings sehr laut bis spät in die Nacht hinein). So erfahren wir z.B., dass es hier eine Federfabrik gibt (Auto Ancillaries S 01° 18,562' und E 36° 50,624'), die ich am nächsten Tag anfahre und versuche Informationen zu bekommen. Man sagt mir, ich solle die Federn mitbringen und sie würden dann entscheiden, ob sie nachgebogen werden können oder erneuert werden müssen.

Auf unserm Camping betreibt man auch eine kleine Reparaturwerkstatt und man versichert uns, auch der Ein- und Ausbau von LKW-Federn sei für sie kein Problem. So handeln wir einen Preis von 7000 KSh (ca. 70 €) aus und man kann beginnen. Da unser Kat aber nur auf wackeligen Steinen aufgebockt wird, entschließe ich mich, erst nur ein Federpaket ausbauen zu lassen. In der Fabrik angekommen, versichert man mir, die Federn seien noch in recht gutem Zustand und man würde versuchen sie nachzubiegen. Die Kosten, eine Feder zu biegen, würden sich auf ca. 100 KSh (1 €) belaufen. Ich entschließe mich allerdings ein zusätzliches Blatt zur Verstärkung einbauen zu lassen, wobei uns der Spaß pro Federpaket 3800 KSh (ca. 38 €) kostet. Ein komplett neues Paket hätte uns ca. 150 € gekostet. Nach drei Tagen recht gut geleisteter Arbeit ist alles erledigt und die Schrauber offenbaren uns, dass es das erste Mal sei, an einem LKW geschraubt zu haben. Ist doch nett zu hören oder?

In den vergangenen Tagen versuche ich krampfhaft eine Lenkschubstange für unseren MAN zu bekommen, aber vergeblich! Also entschließen wir uns, eine von Deutschland kommen zu lassen. Ab hier tritt mal wieder unser guter Freund und treue Seele, Linus, ins Bild. Er telefoniert und fährt herum bis er dann endlich eine solche Schubstange bei unserem Freund Theo Feldewerth, zum Spezial-Weltreise-Kurs ergattert. Nun noch ab zu DHL, diesen Halsabschneidern, aber so einfach ist das ganze scheinbar nicht. Der Zoll meint, man könne mit dem Ding ja eine Bombe basteln und man brauche eine Sondergenehmigung zur Ausfuhr und das könne dauern. Nach vielem Ringen mit dem heimischen Zoll wird nun unser Bombenbastelgerät umgetauft in ein harmloses Gartengerät, und siehe da, es klappt. Nach etwas mehr als einem halben Jahr ist nun auch unsere Gasflasche zum zweiten Mal leer und wir füllen sie bei: Nairobi Afrigas, New World House, Lusaka Road, (S 01° 17,786' und E 36° 50,387') zum Preis von 2100 KSh wieder auf. Es ist nicht gerade billig, habe aber das Gefühl, dass die Flasche um mehr als die Hälfte schwerer ist als die andere, die wir gerade erst angeschlossen haben. Normalerweise kostet ein Liter 120 KSh. Einheimische berichten uns beim Bierchen, es gebe hier eine Firma, die ausgelutschte Kugelgelenke wieder fit kriegen. So fahren wir am nächsten Tag zu „Ball Joint Engineering“ in die Dunga-Road. Man würde die Kugelköpfe von hinten öffnen und eine Art flüssigen Teflon-Kunststoff einbringen, der dann aushärtet und das Gelenk anschließend wie neu sei. Wir lassen uns den Spaß 30 € pro Kugelkopf kosten und bauen alles am gleichen Tag wieder ein. Und siehe da, unser Kat liegt wieder ruhig auf der Straße, wie in alten Zeiten. Wir hoffen für lange Zeit. Da unsere Spurstange immer noch nicht angekommen ist und auch angeblich keiner weiß, wo sie abgeblieben ist, entscheiden wir uns nach 18 Tagen Nairobi vorerst hier die „Biege“ zu machen und uns aufzumachen in Richtung Mombasa, um an der Tiwi-Beach in der Twiga-Lodge, ca. 15-20 km südlich von Mombasa am  schönen Sandstrand unter Palmen zu relaxen. Doch zuvor biegen wir von der Hauptverbindung Nairobi-Mombasa, bei Emali, nach Süden ab, direkt am Amboseli-Nationalpark vorbei, bis an die tansanische Grenze, um von hieraus den Kilimanjaro zu sehen. Zeitweise sehen wir ihn fast in ganzer Schönheit, tolles Gefühl, so weit gekommen zu sein und einen solchen Ausblick zu haben. Bei dieser Aussicht wollen wir mal wieder in der Pampa übernachten, aber wie zu erwarten, steht schon wieder eine „Dumpfbacke“ plötzlich vor uns und behauptet, mein Land und jetzt Bares. Wir antworten nur, fuck yourself und starten durch. Gefrustet von diesem ganzen Scheiß, umfahren wir kurze Zeit später eine Militärkontrolle und handeln uns den Zorn der Soldaten ein. Mit Kalaschnikoff bewaffnet, stehen sie auf der Piste und drohen zu schießen. Drum halten wir doch besser an. Nach kurzer Klärung der Angelegenheit, entspannt sich die ganze Sache. Man berichtet uns, es seien vor einigen Jahren mehrere Touristen vorm Tsavo-Park erschossen worden und man wolle auf Nummer Sicher gehen. Das heißt, eine bewaffnete Eskorte für die nächsten ca. 80 km bis zum Gate des Tsavo. Aber nicht mehr heute, denn es fängt bereits an zu dämmern. Wir dürfen im Gelände der Militärs übernachten mit schönem Ausblick auf den Kilimanjaro.

Am nächsten Tag werden wir bis ans Gate geleitet. Wir wollten hier zwar keinen Nationalpark mehr mitnehmen, aber es gibt keinen anderen Weg. Also nochmal 27 US$ p.P. und 2000 KSh fürs Auto, Hunde versteckt und rein. Für uns, rausgeworfenes Geld. Auf 80 km sehen wir zwei Giraffen, einen Büffel und ein paar Vögel. Ab auf die Hauptverbindung nach Mombasa und nix wie nach Tiwi-Beach. Für 10 Tage stehen wir völlig allein auf dem Campsite für 200 KSh p.P. und Tag, 20 Meter weg vom Wasser. Jeden Tag kommen fliegende Händler und bieten uns frischen Fisch, Obst und Gemüse an. Da mittlerweile mal wieder der 14.06. ist und wir unseren 14. Hochzeitstag feiern, gönnen wir uns einen 3-Kilo-schweren „Red Snapper“ auf unserem Grill, der uns für zwei Tage die Bäuche füllt.

Wir bekommen vom Upper Hill Campsite Bescheid, unser Ersatzteil sei bei der Post angekommen und fahren daraufhin zurück nach Nairobi. Am nächsten Tag werde ich beim Postamt vorstellig und man offenbart mir, dass ich ca. 60% Einfuhrsteuer berappen muss, um mein Teil zu bekommen und außerdem könne da was nicht stimmen, man habe ins Paket reingeschaut und habe nur Lakritztüten gefunden. Ich kläre die Sache auf. Die Eltern unseres Freundes „Linus“ haben uns die Hohlräume unseres Paketes mit allen möglichen Sorten Lakritz, einigen Gläsern Marmelade, gesponsert und bestückt. Vielen Dank. Nachdem ich fast eine Herzattacke bekomme, wegen der 60 %, werde ich beim obersten Postchef vorstellig und erkläre ihm, dass unser Ersatzteil zwar nach Kenia geliefert worden sei, aber wir keine geeignete Werkstatt gefunden hätten, um das Teil einbauen lassen zu können. Wir würden es wieder aus Kenia ausführen, um es in Tansania einbauen zu lassen. Das sieht der nette Postchef schließlich ein und erlässt mir die Steuer.

Nun haben wir nur noch ein Problem und das ist unser nun zum dritten Mal ölendes Getriebe. Es ist mittlerweile so viel, dass wir auf 750 km etwa 3 Liter verlieren. Nachdem wir es bei fast allen namenhaften LKW-Herstellern zu reparieren versucht haben, versuchen wir es schließlich bei Renault außerhalb Nairobi. Sie stellen nebenbei fest, dass das Flanschkugellager hakelt und es besser wäre es auszutauschen. Stundenlohn, normalerweise 15 €, Arbeitszeit ca. 7 Std., zusammen 105 €. Unsere Rechnung beläuft sich auf ca. 79 € incl. 35 € für das Lager. Komische Rechnung oder? Noch am gleichen Tag brechen wir auf zur tansanischen Grenze und übernachten, noch in Kenia, in der Maasai Ostrich Farm (Straußenfarm) für 300 KSh p.P. und lassen uns über das Gelände führen, auf dem 4800 Strauße leben. Am Abend gönnen wir uns in deren Restaurant, als krönenden Abschluss von Kenia, ein äußerst leckeres Straußenfilet in Knoblauchsauce.

24.06.2005. Mit heutigem Tage läuft auch unser 3-monatiges Kenia-Visum aus und wir stehen pünktlich am Grenzübergang Namanga, an der Grenze zu Tansania. Die Ausreise geht schnell, aber wir müssen dann doch unsere Roadtaxe von 20 US$ bei einem unfreundlichen Beamten nachzahlen.

 

Bis dahin und kwaheri in Tansania. Marion, Walter, Whisky und Eros.