Botswana.

 

Reisezeit: 05.09.2005 bis 28.09.2005

 

Visum: Deutsche benötigen kein Visum. Man kann sich bis drei Monate im Land aufhalten.

Road-Tax: Es wurde uns von einer solchen erzählt, aber keiner verlangte nach ihr. Auch nicht bei der Ausreise!

Fahrzeugversicherung: An der Grenze abzuschließen oder Comesa (Yellow Card).

Hunde: Auch hier benötigt der Hund ein Animal-Movement-Permit, welches wir uns in Kasane, beim örtlichen Veterinär besorgen (kost nix). Allerdings auch wieder ein Haken, es gilt wieder nur für 7 Tage, die Reiseroute sollte innerhalb dieser Zeit festliegen und kann bei jedem Veterinär oder bei jedem Animal-Health-Office umsonst verlängert werden. Es ist dringend anzuraten sich diese Genehmigung zu besorgen, denn an fast allen Veterinärkontrollen im Lande wird danach gefragt. Es geht aber auch anders, wie wir aber erst am Ende unserer Botswanareise feststellen mussten. Man bekommt, zumindest in Kasane und in Ghanzi beim Government Veterinary ein Permit über 60 Tage, ein rosa Din A4 Blatt und lautet exakt: VETERINARY CERTIFIKATE OF IDENTITY, RABIES VACCINATION AND MOVEMENT PERMIT FOR DOGS AND CATS und gilt für folgende Länder: Botswana, Süd Afrika, Lesotho, Namibia, Malawi, Zimbabwe und Swaziland. Man muss aber wohl darauf beharren, sonst rückt es scheinbar keiner raus.

Währung: Botswana Pula und man bekommt für 1 € = 6,29 Pula, für einen US$ = ca. 5 Pula-

Bargeld: Mit Visa gibt’s z.B.: bei der Barcleys Bank bis 2000 Pula (Kasane, Maun usw.).

Kreditkarten: Akzeptanz an fast allen großen Tankstellen mit Visa-Mastercard und in vielen Geschäften möglich.

Diesel: 3,70 - 3,81 Pula = 0,60 €.

Benzin: 3,75 - 3,85 Pula.

 

So stehen wir am 05.09.05 am Grenzübergang Kazungula in Botswana, bei schlappen 42°C. Weiter geht's auf der gut asphaltierten, ermüdenden und 600 km langen Strecke über Nata nach Maun. Anfangs sieht man noch einige Elefanten, aber nach wenigen km sind auch diese verschwunden und man quält sich durch öde und ausgedörrte Landschaft. Wir schlafen zwei Mal im Busch bis wir Maun erreichen. Campingplätze sind hier reichlich vorhanden, da Maun direkt am Okavango-Delta liegt und Ausgangsort für viele Aktivitäten ist. Marion gönnt sich mit 2 Österreichern und 2 Deutschen einen 1,5-stündigen Flug mit einer Cessna über das Delta (410 Pula p.P. bei 5 Personen). Da ich vor 6 Jahren schon einmal mit dem Motorrad hier war, kenne ich die Gegend bereits. Drei Tage später fahren wir Richtung NW zum 25 km entfernten Sitatunga-Camp (25 Pula p.P.), welches direkt an eine Krokodilfarm grenzt und schauen uns dort riesige Panzerechsen aus nächster Nähe an, für 10 Pula p.P. Wer allerdings hier Ruhe erwartet ist völlig fehl am Platz, jeden Abend ab 16.00 Uhr, fallen hier die Overland-Trucks zu Hauf ein und schlagen krach. Diese Reisegruppen begleiten uns seit Kenia und man empfindet sie wie eiternde Geschwüre. Wir halten uns nur eine Nacht auf und sind froh diese Radaubrüder hinter uns lassen zu können.

Wir fahren 82 km zurück Richtung Nata und biegen dann auf die Asphaltstraße nach Süden in Richtung Orapa ab. Bis Rakops sehr gut asphaltiert, dann allerdings wird die Strecke sehr schlecht und man kommt nur noch in Schlangenlinien voran, da sie üble Löcher aufweist und der Asphalt nicht mal breit genug ist für einen PKW. Nach ca. 260 km erreichen wir den Ort Letlhakane in dem wir unser nächstes Permit für die Hunde besorgen müssen. Wir wollen nach Kubu-Island. Direkt in Letlhakane geht eine breite Piste nach Norden, ca. 10 km, die auf die Straße nach Francistown und Orapa führt. Geradeaus geht eine breite, ca. 25 km lange Sandpiste nach Mmatshumo (beschildert). Im Dorf Mmatshumo macht die Piste eine Rechtskurve, rechts führt sie nach Mosu, links geht es nach Kubu Island. Ein kurzes Stück danach gabelt sich die beschilderte Piste ein zweites Mal, man folgt dem Schild "Kubu". 5 km nördlich von Mmatshumo geht es in eine weite Ebene. Ein Veterinärzaun wird später erreicht, an dem man die Piste nach rechts weiterfährt. Man erreicht eine beschilderte Gabelung (beschildert mit "Kubu", S20°56.014' E25°40.021'), die geradeaus nach Tswagong und Nata führt, rechts nach Kubu Island (S20°53.311' E25°49.433'). Kubu Island ist eine Felsinsel voller knorriger Baobabs an der Westseite der Sowa-Pan. Steinwälle, die aus dem 17. Jahrhundert stammen sollen und damaliges Leben hier vermuten lassen, ziehen sich über diese Insel. Von der Regierung wurde Kubu Island als Nationalmonument erklärt. Campen ist nur auf dem vorgesehenen Platz erlaubt, es ist kein Wasser und kein Strom vorhanden, dafür aber deftige Preise. Preise für Kubu Island (09/05): Eintritt: 22 Pula pro Person, Fahrzeug: 27,50 Pula, Camping: 27,50 Pula pro Person. Wir schießen schnell ein paar Fotos und verabschieden uns von diesem Touristennepp. Wir übernachten unweit von Kubu Island und das kostet nichts. Auf dieser Strecke treffen wir morgens einen einheimischen Radfahrer, an dem wir allerdings ohne anzuhalten vorbeifahren. Abends, 30 km weiter an unserem Rastplatz, hat uns dieser Bursche eingeholt. Er fällt fast vom Fahrrad und bittet um Wasser. Wir geben ihm natürlich Wasser und er säuft 3 Liter erst einmal auf ex. Auf meine Frage, wie weit er es denn noch hätte, antwortet er ganz lapidar, schlappe 20 km noch. Ich frage ihn, warum er kein Wasser dabei habe und bekomme als Antwort: Ich vertraue auf Gott. Der hat doch wohl einen Sprung in der Schüssel, oder?

Am nächsten Tag fahren wir die Piste bis an den Abzweig zurück und dann Richtung Tswagong. Man erreicht nach einigen Kilometern das zweite Veterinärgatter, von dort aus geht die Piste geradeaus. Man kommt an mehreren Dörfern vorbei, wo sich die Piste mehrmals gabelt und die Orientierung etwas schwer fällt. Wir haben als große Hilfe die Karte der Makgadikgadi-Pans im GPS genommen und uns immer grobe Richtung Nordost gehalten (entlang der Westseite der Sowa Pan). Die letzten 40 km sind für LKWs teilweise sehr schmal und führen durch Dornengestrüpp.

Nach 184 km durch die Pans erreichen wir die Teerstraße bei Pos. S 20°10.680' E 26°01.336'. Rechts geht es wieder nach Nata, links nach Maun. Über Nata geht es bis nach Francistown. Hier treffen wir Marc und Gerd wieder, zwei deutsche KTM-Fahrer, die wir bereits in Nairobi getroffen haben. Völlig ausgelaugt und verdreckt erreichen sie den Camping. Sie waren auch auf Kubu Island, doch sie haben allen Warnungen zum Trotz eine Route direkt über die tückischen Salzpfannen gewagt und sind nach Kurzem so im Schlamm versunken, dass sie 6 Stunden gebraucht haben, um ihre Motorräder wieder aus dem Schlammassel zu befreien. Beim abendlichen Grillen und der Vernichtung von 5 Litern leckerem südafrikanischen Wein haben wir uns einiges zu erzählen. So verabschieden wir uns nach zwei Tagen von den beiden und fahren weiter über die Hauptstadt Gaborone, um dann ein Stück weiter südlich auf dem Trans-Kalahari-Highway nach Ghanzi zu gelangen.

Wer ein Schlangenfreund sein sollte, ist genau richtig auf dieser Strecke. Morgens früh liegen hier haufenweise tote aber auch lebendige, bis zu 1,5 Meter lange Schlangen auf dem Asphalt, um sich mit den ersten Sonnenstrahlen aufzutanken. Den meisten wird es allerdings zum Verhängnis. Einige dieser armen Botswana  Kreaturen sind in der Mitte plattgefahren, liegen noch lebend und sich windend auf der Straße. Wir halten an und ich erlöse sie mit unserer Sandschaufel. Für irgendetwas muss unsere Schaufel doch nützlich sein, wenn sie doch sonst noch nicht zum Einsatz kam. Aber alles im gebührendem Abstand, denn sie haben sehr viel Ähnlichkeit mit den hier lebenden Kobras. Einige treffen wir dann doch noch lebend an. Wir fahren nah ran, um einige Fotos zu schießen und sofort werden unsere Reifen blitzschnell attackiert, um sich dann ins nahe Gebüsch aus dem Staub zu machen.

Wer dann, so wie wir, die ca. 200 km bis zur Grenze Namibias will, sollte unbedingt in Ghanzi volltanken, denn die letzte und einzige Tankstelle im Ort Mamuno vor der Grenze hat in unserem Fall keinen Diesel. Zum anderen ist der Treibstoff in Botswana mind. 15 Cent billiger. Für uns dumm gelaufen, wir hätten noch gut 350 Liter fassen können. In Ghanzi holen wir uns noch unser Permit für die Hunde bis zur Grenze, wobei uns der zuständige Amtsveterinär offenbart, dass wir auch ein Permit für 60 Tage hätten bekommen können. Wir lassen uns nun eines für diese Zeit ausstellen, denn es gilt auch für Namibia. Die Ausreise aus Botswana am 28.09.05 geht erschreckend schnell und nach einer 1/4 Std. sind wir durch, da wir wegen der südafrikanischen Zollunion kein Carnet abstempeln müssen.

Alles in allem ist Botswana ein sehr angenehmes Reiseland, wo man fast überall ein ruhiges Örtchen zum Übernachten im Freien findet. Zum anderen lässt man dich hier völlig in Ruhe und es geht einem keiner auf die Nerven.

 

Man sieht sich in Namibia. Marion, Walter, Whisky und Eros.