Herrliche Landschaft - aber give me Money.


Reisezeit: 06.02.2005 bis 15.03.2005

 

Wir verlassen den Sudan bei Galabat über eine kleine Brücke und stehen in Äthiopien. Die Einreiseformalitäten, wie Pass abstempeln, sind in 30 Minuten erledigt. Die Zollabfertigung (Carnet de Passage) befindet sich 38 km weiter in Metema und geht widererwartend schnell, nach weiteren 30 Min. haben wir alles erledigt und wir sind froh endlich wieder auf der Piste zu sein, denn hier steht die Luft und die Temperaturen liegen immer noch bei ca. 45°. ( Noch besser ist, man hält in Metema am Zoll erst gar nicht an, denn in Äthiopien braucht man gar kein Carnet de Passage. Aber wenn es dann doch abgestempelt sein sollte, siehe unten!

Malaria: Traveller die eine ähnliche Reise planen, sollten sich erst in den Reiseländern mit diversen Mitteln eindecken. Beispiel: 8 Tabletten Lariam in Deutschland 55 €, in Äthiopien 1 Tablette ca. 0,50-0,60 Cent, andere Mittel ähnliche Preise. Die Hunde sind kein Problem, wir haben es aber auch nicht besonders publik gemacht, was heißen soll, Marion bleibt solange bis alles erledigt ist im Auto, was angesichts der Hitze recht anstrengend ist. Die Piste in Richtung Gondar ist wesentlich besser als im Sudan und scheint ab und zu geglättet zu werden und wir kommen bis auf wenige Ausnahmen flott voran. Kommt jedoch ein Fahrzeug entgegen, muss man auf Schrittgeschwindigkeit runter, denn es gleicht einem Blindflug durch den aufgewirbelten Staub. Es ist Mittagszeit und wir halten an einem fast ausgetrockneten Flussbett an. Es dauert keine 5min. und wir sind von mind. 30 Kindern umzingelt, die einen vor Neugierde fast erdrücken. Erster Eindruck, wenn es so weitergeht, wird es sehr anstrengend. Wir arbeiten uns binnen weniger Kilometer von ca. 500 Meter auf 2300 Meter hoch, über beeindruckende Serpentinen in einer schönen, zerklüfteten Bergwelt. Es ist 15.00 Uhr und wir suchen einen Nachtplatz, aber es ist keine freie Stelle zu finden, da alles bis auf den letzten Quadratmeter bewirtschaftet wird. Also halten wir in einem kleinen Dorf direkt an der Straße an und fragen ob wir hier übernachten können. Kein Problem, wird uns berichtet und werden wieder von einer Traube Menschen fast erdrückt. Marion flüchtet mit den Hunden ins Auto und ich mit dem Boss durch das Dorf und schieße ein paar Fotos und stelle fest, das ganze Dorf ist "stramm wie eine Natter", die Jungs und Mädels sind alle besoffen, denn sie brauen ihr eigenes Bier. Gelagert wird es in Plastikkanistern und ich werde förmlich gezwungen es zu probieren, was mir nicht leicht fällt, angesichts der trüben Brühe und was da alles drin rumschwimmt. Nach ein paar Schlucken winke ich dankend ab. Nun, es wird bereits dunkel, da kommt eine andere kleine Gruppe und will plötzlich eine nicht unerhebliche Summe für unsere Übernachtung kassieren. Als dann noch ein Streit zwischen den Gruppen vom Stapel bricht, machen wir uns aus dem Staub und auf die letzten ca. 70 km nach Gondar, aber es ist bereits stockdunkel. Ich sage euch Leute, das ist ein Abenteuer, Äthiopien bei Nacht. Was da alles auf der Straße rumkreucht und fleucht ist die Hölle! Doch dank wieder einmal unserer 6 Zusatzscheinwerfer meistern wir die Strecke in 2 Std. Unser Steyr-Fritz, ausgerüstet mit "Kerzenlicht", ist da nicht so begeistert. In Gondar werden wir schon von einigen jungen Burschen empfangen, deren Kommunikationssystem besser funktioniert, als das hiesige Telefon und wir werden bereits von den Gespannfahrern erwartet.

Wir tauschen Geld, man bekommt für 1€ = 11Birr und machen gleichzeitig einige Besorgungen. Wir brauchen zwar nicht tanken, aber die Preise liegen bei Diesel um 4,5 Birr, Benzin bei 5,5 Birr.

Nach zwei Tagen der Ruhe fahren wir weiter in den Norden, bis auf ca. 3000 m, zum Simien-Nationalpark. Auf dem Weg dorthin eine Baustelle, einspurig und ein liegengebliebener Bus, dem ein Hinterrad fliegen gegangen ist und nix geht mehr. Wer weiß wie lange das noch dauert????? Also ab durch den Graben und durch die Pampa. Die reichlich eingetroffen Zuschauer und der Busfahrer sind sichtlich erstaunt, was so ein Kat alles kann. Am Park angekommen, erwarten uns gleich zwei Probleme:

Nr. 1: Hunde sind im Park verboten. Also suchen wir uns ein Hotel mit Stellplatz im Ort Debark, damit wir vor den nervigen Kindern sicher sind.

Nr. 2: Und siehe da, der rechte Zusatztank hängt halb daneben. Bruch einer Halterung, die die rechte Tankkonsole hält. Wir holen uns den örtlichen Schweißer, mit vorsintflutlichem Schweißgerät und die ganze Sache wird zusätzlich noch verstärkt und hoffen darauf, dass wir diesen mörderischen Pisten hier nicht noch mehr Tribut zollen müssen. Typischer Eindruck einer äthiopischen Kleinstadt. Noch am selben Abend wage ich mich bei Dunkelheit mit Eros und Whisky aus unserem geschützten, mit Wellblech und Stahlzäunen umgebenen Hotelcamp, in der Hoffnung, dass alle Kinder in ihren Hütten und Häusern verschwunden sind. Es gibt kaum Licht in der Stadt, man kann kaum 20 Meter weit sehen und es ist eine gespenstige Atmosphäre. Es ist noch reges Treiben auf der staubigen Hauptstraße, denn das ganze Leben spielt sich hier auf der selbigen ab, aber nur wenige, der älteren Menschen zeigen Interesse an uns. Man sieht vereinzelte Feuer lodern, an denen sich einige Menschen aufwärmen, denn hier in 3000 Meter Höhe wird es langsam kalt. Ich komme mir vor wie Kurt Russel in dem Film "Die Klapperschlange".

Der nächste Morgen 7.00 Uhr. Ich werde wie fast jeden Morgen von Eros freundlich aber bestimmend geweckt. Ich öffne die Tür unserer kleinen Behausung und mir schlägt eine tiefhängende Dunstglocke entgegen, die mir fast die Kehle zuschnürt und den Atem raubt. In oder vor jeder Hütte brennt oder qualmt es, alle Leute entsorgen auf diese Art ihren Müll, denn Müllentsorgung ist hier ein Fremdwort. Es herrscht schon reges Treiben auf der Straße, alles ist zu Fuß unterwegs nach irgendwohin. Mit Säcken behangen und Kanistern auf den Köpfen. Esel tragen für meinen Begriff, viel zu schwere Lasten und sie sind zum Teil so dürre, dass man ihnen das "Vaterunser" durch die Rippen blasen kann. Man sieht häufig verkrüppelte, blinde, bettelnde Menschen mit fehlenden Gliedmaßen und selbstgestrickten Rollstühlen. Schuhe besitzt kaum jemand und wenn sie nicht Barfuß laufen, haben sie höchstens Badeschlappen an, das scheint der Renner hier zu sein. Ihre Klamotten sind so löcherig, dass wir sie nicht einmal als Putzlappen gebrauchen würden. Einfach ein Elend, das man kaum in Worte fassen kann.

Von Debark aus starten wir in den Nord-Osten Äthiopiens, über Axum zum Debre-Damo-Kloster, wo Mönche auf einem felsigen Hochplateau in völliger Abgeschiedenheit leben. Um sie zu erreichen, muss man 11 km über üble Piste mit sehr starken Steigungen die zum Teil nur in den kleinsten Gängen zu bewältigen sind. Wir arbeiten uns, schwarz aus dem Auspuff rauchend, auf ca. 2500 m hoch, bis an den Fuß des Hochplateaus. Dann noch zu Fuß 200 Meter steil hoch und stehen vor einer 20 Meter hohen, senkrechten Felswand. Doch wo ist der Eingang? Die Burschen klettern an einem Seil hoch. Durch lautes Rufen machen wir auf uns aufmerksam. Es wird uns ein breites Lederband runtergeworfen, schnallen es uns doppelt um den Bauch und in Teamwork hangelt man sich an der Wand hoch. Zwei Mönche ziehen, den Rest muss man allein arbeiten, aber immer noch schweißtreibend. Oben angekommen, kann man sofort die "Mücken zücken", denn der Eintritt kostet 50 Birr und für die Seil ziehenden Mönche nochmals 10 Birr p.P. Wir werden durch die Heiligtümer geführt und man zeigt uns 1600 Jahre alte Schriften und Bücher. Von hier oben aus hat man einen atemberaubenden Rundumblick auf die Bergwelt. Wir fahren weiter und treffen erst bei einbrechender Dunkelheit in Adigrat ein. Von hieraus sind es nur noch 30 km bis nach Eritrea. Wir versuchen hier ein Hotel mit Stellplatz zu finden, aber alles nur Abzocker hier. Man will hier bis zu 100 Birr p.N. haben. Steyr-Fritz macht sich auf die Suche und findet bei N 14° 16,200` E 039° 28,050` eine Art Service-Station für LKW, die auch Zimmer vermieten. Für 10 Birr pro Auto und 10 Birr p.P. für die Übernachtung mit Zimmer stehen wir gut und geschützt. Man sollte nicht zu lange hier außerhalb geschützter Mauern stehen, denn es wimmelt hier von "Langfingern". Nächster Tag, hinter Mekele suchen wir uns völlig übermüdet einen Schlafplatz in der Pampa, weil aus der angeblich komplett asphaltierten Straße plötzlich schlechte Piste wird und wir uns über mehrere Pässe mit 3000 m quälen müssen. Innerhalb von 10 Minuten werden wir von ca. 50 Menschen umlagert und wieder fast erdrückt. Im Laufe der Zeit gerät die Lage außer Kontrolle und es fliegen Steine. Wir können nur mit Mühe die Menge vertreiben. Später kommt ein mit einer Kalaschnikoff Bewaffneter dazu und bietet sich an uns zu bewachen. Er schläft die Nacht bei ca. 5°C in unserer Hundedecke unterm LKW. Nun sind die Felsenkirchen von Lalibela angesagt. Wir entscheiden uns für eine Abkürzung über Piste, welche sich als die mit Abstand schlechteste Piste herausstellte, die wir bis jetzt gefahren sind, aber mit grandioser Landschaft. Steigungen mit harten Steinen, die ohne Allrad nicht zu bewältigen sind und die uns mehrere komplette Profilblöcke aus den Reifen reißen, kraxeln und rauchen wir ständig in Höhen von 3-3500 Metern auf irgendwelchen Bergkämmen herum, bis wir dann endlich, total ausgelaugt, nach 130 km im Halbdunkeln Lalibela erreichen. Ich als Kulturbanause hätte mir die Kirchen ersparen können. Wir übernachten im Hotel Asheten, Nachahmung nicht empfehlenswert. Sehr schlechte Stellplätze, zu teuer (40 Birr p.P.) und kaum Wasser.

Die Pisten nehmen kein Ende, man findet keinen Rhythmus und man befindet sich immer zwischen plötzlichen Vollbremsungen und Geschwindigkeiten von 25-max. 50 km/h. Ca. 100 km vorm Lake Tana, ein Dorf mit Hotel, schlecht aber billig. Gespannfahrer Hubert/Marion als erster rein, dann Steyr-Fritz und zuletzt wir, bleiben leicht mit dem Auspuff am Tor hängen, nichts passiert, aber die Besitzerin macht eine Riesenwelle. Wir Schnauze voll, verabschieden uns von den anderen und wollen allein weiter, suchen uns 15 km außerhalb einen Platz in der Pampa in der Hoffnung von den kleinen "Ratten" verschont zu bleiben. Eine Stunde später rauschen die anderen beiden an. Steyr-Fritz hat beim Rangieren das Wellblechdach verbeult. Man wollte von ihm 500 Birr haben. Nachdem die Polizei dazukam, haben sie sich auf 100 Birr geeinigt.

Es ist bereits 17.00 Uhr und es dämmert, da kommt schwerbewaffnete Polizei und rät uns, besser hier zu verschwinden. Jeder Einheimische hat hier einen "Ballermann" und Überfälle seien an der Tagesordnung. Kaum einer würde sich hier nach 20.00 Uhr aufhalten und alle würden in der Stadt übernachten. Nächste Ortschaft mit Hotel 35 km. Es ist wieder einmal dunkel und wir ziehen es vor, eine weitere Nachtfahrt zu wagen. Gespannfahrer Hubert/Marion fahren vor in unserem Lichtkegel, Steyr-Fritz in unser Staubwolke hinterher. Durch die vielen LKW, die max. vorn Licht haben, sind sie zwar durch den Staub zu vermuten, aber erst, wenn man fast drauf gebrummt ist, zu erkennen. Vorsicht Lebensgefahr !!!!!!!

Wir erreichen mal wieder völlig ausgelaugt die Stadt mit Hotel. Am nächsten Tag kommen wir in Bahir Dar am Lake Tana an und quartieren uns im Hotel Ghion ein, mit Superblick direkt auf den See. Preis pro Auto 44 Birr, Übernachtung im Zimmer 60 Birr p.P. Wir sehen unsere ersten Hippos und hunderte von Pelikanen. Einfach geeeeiiiilllll.

Am nächsten Tag lerne ich eine junge Äthiopierin kennen, die mich zum Blauen Nil führt um die Hippos aus nächster Nähe zu sehen. Nach 10 km mit dem Motorrad und einem Fußmarsch von 3 km erreichen wir eine Herde Flusspferde in der Mitte des Nils. Für 20 Birr lasse ich mich auf einem wackeligen Schilfboot bis auf ca. 100 Meter an die Fleischkolosse heranschippern. Nach kurzer Zeit jedoch werden einige von ihnen neugierig und kommen uns zu nahe, woraufhin wir beschließen, besser den Rückzug anzutreten. Mit ein wenig Angstschweiß auf der Stirn bin ich froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Sicher ein unvergessliches Erlebnis.

Am 25.03.05 erreichen wir Addis Abeba. Wir quartieren uns im Hotel Taitu (N 09° 01,810' und O 38° 45,237') ein. Der Stellplatz kostet 28,75 Birr mit nicht gerade einladenden  Duschen und Toiletten. Die nötigen Kohlen für all die netten Sachen, die man sich in Addis kaufen möchte, kann man sich im Hotel Sheraton per Visa/Master Card für schlappe 7% Gebühr besorgen.

Wir besorgen uns innerhalb von zwei Tagen unser Visum für Kenia (N 09° 01,967' und O 38° 46,951') für 20 US$ p.P, gilt aber nur für 4 Wochen. Weiterhin müssen wir uns um die Ausstempelung unserer Fahrzeuge kümmern, (wir wollen Äthiopien über die "grüne Grenze" westlich vom Lake Turkana nach Kenia verlassen und es dort keine Zollabfertigung gibt) da wir dummerweise in Metema bei der Einreise am Zoll angehalten haben, s.o. Beim Customs Office N 09° 00,926' und O 38° 45,252' wird alles erledigt. Unser Getriebeflansch, der bereits in Jordanien abgedichtet wurde, fängt wieder an zu ölen und der MAN zieht beim Bremsen stark nach rechts. Da MAN in Addis Abeba nicht vertreten ist, zieht es mich zu Mercedes, die aber deutsche Preise verlangen und mir zu teuer sind. Da gibt es dann noch IVECO N 09° 00,957' und O 38° 48,189' (ja Linus, da würde dein Herz höher schlagen), ein riesiger Laden mit europäischem Standard und äthiopischen Preisen. 5 Stunden Arbeit mit einem Simmerring fürs Außenplaneten-Getriebe und allen erforderlichen Ölen ca. 45 €. Normalerweise lassen sie keine fremden Marken in ihr Gelände, sie haben kurz einen Notfall daraus gemacht. Vielen Dank an die Jungs dort !!!

Am 05.03.05 brechen wir von Addis Abeba auf zur Grenze Kenias, Richtung Lake Turkana. Unser Weg geht über relativ gute Piste nach Aba Minsh. Im Bekele Mola Hotel bekommen wir morgens den ersten hautnahen Kontakt mit einer ca. 20-köpfigen Pavianfamilie, die uns samt ihrem Boss bis auf 5 Meter auf die Pelle rücken. Wir ziehen es vor uns ins sichere Auto zu verdrücken. Weiter geht’s nach Turmi. Ca. 1 km vor Turmi gibt es einen schönen Camping bei N 04° 58,167' und O 36° 29,780', Preis VS, wir zahlen 15 Birr p.P, man wollte zuvor 60 haben. Unser letztes großes Ziel in Äthiopien ist Jinka, wo der Stamm der Mursi lebt, ein Volk, dass sich dadurch schmückt, indem sich die Frauen die Unterlippe durchtrennen und sich nach und nach verschieden große Teller in den Lippenspalt klemmen. Je größer der Teller, desto attraktiver.

Die 130 km-Piste nach Jinka ist in einem üblen Zustand und wir brauchen ca. 5 Stunden, bei Regen, wohl eine echte Herausforderung. Vor der Einfahrt in die Stadt verlangt man erst mal 50 Birr.

Wir ersparen uns das und bleiben auf dem Camping 500 m vorher. Von hier kann man dann einen Trip zu den Mursi organisieren. Die Kosten belaufen sich auf ca. 400 Birr p.P. und es läuft in etwa so ab. Man fährt ca. 2 Std. in den Nationalpark bis in das Mursi-Dorf. Die Menschen sitzen rum und haben nichts zu tun. Doch dann: Ahhh, Tourist im Anmarsch, alle springen auf, rennen auf einen zu und stellen sich in Pose oder zergeln an dir rum, du sollst doch ein Foto machen. Pro Foto 2 Birr. Also man sucht sich einige raus, du, du und du und knips. Aber aufpassen, nicht dass eine evtl. ein Kind auf dem Rücken trägt, dass kostet extra. Armreifen und Ketten werden dir in dem Gewühle untergejubelt und wenn du die Mücken nicht zücken willst gibt's Ärger. Deshalb bitte, wer diesen schwachsinnigen Touristennepp unbedingt nachahmen will, sollte sich unbedingt einen Führer mitnehmen, der der Sprache der Mursi mächtig ist und evtl. Streit schlichten kann.

Wir verlassen diesen Ort mit einem sehr bitteren Nachgeschmack. Am Abend, nachdem die Kasse am Ortseingang geschlossen ist, fahre ich nach Jinka rein, um noch einmal vollzutanken, denn das ist der letzte Ort vor der Grenze Kenias um noch Treibstoff zu ergattern, dazu noch recht teuer (4,91 Birr). Wir werden gewarnt, wir sollen nicht über die grüne Grenze fahren, auf den ca. 70 km sollen Mord und Überfälle an der Tagesordnung sein.

Erst vor kurzem sind 4 Regierungsbeamte auf dem Weg nach Omorate umgebracht worden. Komisch ist uns schon zumute, aber nachdem uns die Polizei in Turmi die Schranke hochmacht, ist unser Kat nicht mehr zu bremsen. Wir nehmen uns vor, alles platt zu machen, was sich uns in den Weg stellt. Nach 55 km schneller Piste, bei N 04°44,873' und O 36°10,470' biegen wir ab in Richtung Süden, nach Kenia. Ab hier wird es lustig. Die Piste sandig bis lehmig, nur noch so breit wie unser Auto. Unzählige Flussbettdurchfahrten kreuzen unseren Weg. Mit Allrad lässt sich alles locker meistern. Es regnet nicht, Gott sei Dank!!!

Nach weiteren ca. 50 km, Kenia ist erreicht. Auf unserem Weg haben wir ungefähr 6 bewaffnete Hirten gesehen, die uns freundlich gewunken haben, das war's.

Bis dahin. Walter, Whisky, Eros und Marion.