Jordanien - traumhaftes Wüstenland.

 

Reisezeit: 23.10.2004 bis 14.11.2004

 

Am 23.10.2004 reisen wir nach Jordanien ein. Nach 2,5 Std. und Bezahlung verschiedener Gebühren wie:

100 € Dieselsteuer??? (zwei Tage zuvor sind zwei holländische Reisemobile in unserer Größe über die gleiche Grenze und sie haben nichts bezahlt. Ich glaube, da hat sich ein Grenzer mit unserer Kohle einen schönen Tag gemacht.)

25 € Versicherung Motorrad

62 € Versicherung MAN

30 € Zollgebühren

12,50 € Visa p.P.

 

Das Visum ist, wie schon oben aufgeführt, in 15 Minuten an der Grenze zu bekommen. Das Bargeld kann man sich bei der Einreise per Visa-Card beschaffen oder in Dollar/Euro cash bezahlen. Man bekommt für 1 € = 1,25 JD (Jordanische Dinar). Aufenthaltsdauer ab Grenzübertritt 2 Wochen, innerhalb dieser Zeit muss man sich bei irgendeiner Polizeistelle melden und kann dann auf 3 Monate verlängert werden (ist in der Regel umsonst und dauert 15 Min.).

Kurz hinter der Grenze machen wir eine Pause. Ein PKW mit zwei jungen Leuten hält an und ruft, welcome in my country Jordan und sie schenken uns einige Fladenbrote. Unser Weg führt Richtung Süden nach Qasr El Meshneqeh, denn dort sollen auch ein paar umgefallene Steine aus grauer Vorzeit rumliegen. Ein Campingplatz und ein Hotel sollen dort sein. Wir kommen an und nix ist, eine Wendemöglichkeit für Busse und das war es und die Ruinen lohnen sich auch nicht. Also den Weg zurück, der übrigens in einer Sackgasse endet bis ins nächste Dorf zu einer Kreuzung mit den Koordinaten N 31° 33` 45,1" und O35°38`19,4". Hier biege man rechts ab und nach anfänglich neuem Asphalt geht der Weg dann in eine Piste über in ein Tal, welches bei N 31° 33`50,4" und O 35° 35` 57,9" auf einem kleinem Plateau endet. Hier schläft man hervorragend, ungestört mit Blick in ein riesiges Tal, auf das Tote Meer und auf Israel.

Weiter geht der Weg Richtung Norden auf der Küstenstraße des Toten Meeres entlang. Campieren ist nicht ratsam, denn häufige Militärkontrollen sind die Folge aufgrund der nahen Israelischen Grenze und der 100 Millionen Fliegen, die einen belästigen. Kurz vor Suwayma gibt es das Dead-Sea-Spa-Hotel, die einen kostenlos auf deren Parkplatz übernachten lassen. Am nächsten Morgen fällt uns auf, dass unser Getriebe mehr ölt als anfangs angenommen und ändern unsere Pläne und steuern erst mal Amman an, wo es eine MAN-Werkstatt gibt. Im Stadtteil Marqa Al-Shamalia 11118 Amman Tel: 0096264893102 oder N 31° 59`41,8" und O 36° 00`37,5". Wir haben ein Taxi vorausfahren lassen, denn wir hätten den Weg nie gefunden. Der Taxifahrer kannte den Weg wohl auch nicht und hat dann kurz die Nummer angerufen, die wir von MAN- München bekommen hatten.

An der Werkstatt angekommen, bekommen wir ohne Anzuhalten eine Grube zugeteilt und die Sache wurde innerhalb einer 3/4 Std. behoben. Wir können im MAN-Gelände die Nacht verbringen und starten am nächsten Morgen ohne auch nur einen Cent bezahlt zu haben. Dienst am Kunden wurde uns mitgeteilt. Vielen Dank noch mal dorthin, an die nette und freundliche Mannschaft, vom kleinen Schrauber bis hin zur Chefetage.

Unser MAN bringt uns bis zur wohl bekanntesten Stadt in Jordanien, nach Petra. Hier sind wohl die beeindruckendsten antiken Bauwerke, die wir je gesehen haben. Selbst mich, der mit Kultur nicht viel an der Mütze hat, hat`s förmlich aus den Latschen gehoben. Bis zu 45 Meter hohe Bauwerke die aus einem Stück aus den Felsen gearbeitet wurden. Ein Besuch dauert gut und gerne 6-8 Std., welcher 14 € kostet. (Nebensaison), Hauptsaison ca. 25 €, Studenten ca. 8 €. Man kann auch mehrere Tage buchen und es wird um einiges billiger. Neben dem Crown Hotel bietet sich ein großer Busparkplatz zum Übernachten an, der zwar nichts kostet, es aber tagsüber recht unruhig zugeht. Wir haben uns für das Ammarin-Bedouin-Camp (GPS: N 30°22`53,0" E 35°26`58,4") entschieden. Es liegt 10 km westlich von Petra. Man lasse den Busparkplatz links liegen und fahre ca. 300 m, biege an der Querstraße links ab. Man durchfährt nach ca. 5 km einen kleinen Ort. Nach weiteren 5 km kommt man wieder an eine Querstraße und biege wieder links ab. 2-300 m auf der re. Seite, kleines handgeschriebenes Schild "Ammarin Bedouin Camping", hier rechts rein. Man durchfährt ca. 400 m eine breite Schlucht und kommt schließlich an ein Gatter. Wenn geschlossen, Hupen. Langsamen Schrittes wird sich jemand um dich kümmern. Wir bezahlen 5 JD p.P. Alles in allem ein sehr schöner Camping mit kalten und warmen Duschen, recht sauber und relativ neue sanitäre Anlagen, umgeben von ca. 200 m hohen Felsen. Wir sind hier ganz allein, es ist eine Totenstille und wir relaxen hier 9 Tage. Während dieser Tage habe ich viel Zeit ums Auto zu laufen und zu schauen, ob noch alles in Ordnung ist. Und siehe da, wer suchet, der findet, eine handflächengroße Rostblase unter unserem Haupttank. Also, Aggi raus, Flex angeschlossen und weg ist der Rost, aber dafür ein Loch im Tank. Da ist Holland in Not. Marion, schnell die Kernseife her!!!!!! Im Wasser weich gemacht zum Kneten und Loch abgedichtet. Gleichzeitig kommt unser Campingchef, ich hab noch bessere Lösung. Er holt Styropor, was an jeder Ecke rumfliegt und löst es in Benzin auf, bis es eine zähflüssige Pampe ergibt. Draufgeschmiert und unser Loch ist doppelt abgedichtet. Danach brechen wir auf nach Wadi Rum. Eintritt p.P. 1 JD, Caravan 2,5 JD. Es werden nur Fahrzeuge mit Allrad reingelassen. Campen ist nur auf den ausgewiesenen Plätzen erlaubt und ist an eine Handvoll Privatleute vergeben. Einer davon ist Ali, dessen Adresse wir vom vorherigen Camping bekommen haben. Am Eingang werden wir abgeholt, im Wadi Rum abgesetzt und sind danach auf uns allein gestellt, in einer grandiosen Landschaft. Am nächsten Tag pflügen wir mit Hilfe unseres Allradantriebes durch dieses riesige Sand- und Felsengebiet.

Weiter geht unsere Reise über die 40 km lange Piste durch Wadi Rum nach Aqaba, wo wir die Fähre nach Nuweiba (Ägypten) buchen wollen. Die Überfahrt, 3/4 Std. (Schnellfähre), kostet für den Kat 300 Dollar und p.P. 36 Dollar cash, Normalfähre 280 Dollar und p.P. 26 Dollar, ist aber 4,5 Std. unterwegs. Wir übernachten einige Tage am Roten Meer mit Holländern, die mit ähnlichen Fahrzeugen unterwegs sind wie wir. Es sind staatlich angelegte Plätze mit Duschen (kalt) un Toiletten in gutem Zustand und Trinkwasserversorgung, und alles umsüss. Zu erreichen von Norden aus: Vor Aqaba an Ampel mit Schild (LKW- Durchfahrt verboten) links, ca. 3 km bis zur nächsten Ampel, wieder links (man fährt links des roten Meeres) nach ca. 10 km kommen 3 große Schornsteine in Sicht, ca. 2 km davor re. rein. N 29° 25`0,31" O 34°58`55,4". In Aqaba besorgen wir uns unsere Visa 12 JD p.P. beim Ägyptischen Konsulat, dauert ca. 1 Std. und gilt auf Drängen unsererseits 2 Monate (auch auf der Fähre zu bekommen aber nur für 4 Wochen).

 

Bis dahin, wir sehen uns in Ägypten.