Was machen, wenn die Fässer leer sind? Na klar, über Luxemburg fahren, denn was sollen wir dem deutschen Staat auch noch die hohen Dieselsteuern in den Hals werfen. Da der Kat mit 780 Liter ausgestattet ist, würde uns das in Deutschland einen halben Monatslohn kosten. Da es für uns sowieso auf dem Weg liegt, denn die Schwiegereltern wohnen in Köln, ist bis Luxemburg nicht mehr weit. Wir haben ausgerechnet, daß wir auf den letzten Tropfen bis dorthin kommen müßten. Und wir haben gut gerechnet. 750 Liter fassten die Fässer zu einem Literpreis von 73 Cent. Von da aus ging es zu unseren Freunden Jochen und Andrea in der Nähe von Stuttgart, bei denen wir uns eine Zwangspause errechnet hatten, weil zwei Tage bevor wir losfahren wollten kam unser Visum von Syrien zurück und war nicht genehmigt, da mir bei der Beantragung ein Fehler unterlaufen war. Also habe ich kurzerhand die Unterlagen ein zweites Mal verschickt, mit Rückumschlag zu Jochen und Andrea, denn normalerweise dauert die Beantragung 2-3 Wochen. Es ging allerdings alles etwas schneller, so daß wir am Dienstag den 17.08.04 schon wieder durchstarten können.

Und auf nach Österreich, warum? Weil da der Diesel um einiges billiger ist als bei uns. Denn hier kostet der Liter nur 78 Cent. Mal eben wieder ca. 220 Liter in die Fässer gekippt. Das Pickerl haben wir uns gespart und sind das kurze Stück über die Landstraßen getuckert.

Auf nach Italien, denn hier wollen wir den Jungs natürlich nicht die teuren Mautgebühren in den Hals werfen und fahren just alles Landstraße, was zu weilen etwas nervig sein kann. Campingplätze kommen sowieso nicht in Frage, also irgendwo in die Pampa gestellt. Den einen Tag mal im Industriegebiet, den anderen Tag mal auf einem Schulhof und so geht es weiter an der Ostküste runter über Rimini bis Teramo, da wurden uns die Küstenstädte zu ätzend, weil nur noch Stopp and Go angesagt war. Also ab durch die Mitte und auf die Westseite.
Es ist langsam Zeit sich um den Nachtplatz zu kümmern. Plötzlich brüllt Marion, ich habe einen Bach gesehen, ich in die Bremse und links in den Feldweg abgebogen. Und ich sage euch Leute hier tut sich der Garten Eden auf. Ein verträumtes Bächlein mit Schilf bewachsen, ideal um die Nacht zu verbringen. Sollte es jemand mal in diese Gegend verschlagen, merke er sich die GPS-Daten O 42° 46' 9,6" W 13° 48' 14,0.
Ich bin normalerweise kein Freund von Freikörperkultur und weil alles sehr abgelegen scheint, raus aus den Klamotten und rein ins kühle Naß, ich sage euch bei 40°, eine Wohltat. Nun ich liege da so mit dem Schniedelwutz im Kiesbett und freue mich des Lebens, auf einmal ein komisches Gefühl an den " wichtigen" Teilen eines Mannes, machen sich doch Haufenweise Blutegel an meinem Ding zu schaffen, jetzt aber nix wie raus aus dem Wasser. Gott sei dank, es hatte sich keiner festgesaugt. Die nächsten Tage fahren wir über kleine Sträßchen die schon fast zu schmal sind für den Kat, vor jeder Kuve hupen um Schlimmeres zu verhindern mit zum Teil bis zu 15% Steigungen und auch Abfahrten, auf denen wir runter mußten bis in den ersten Gang, Schnecken wären schneller gewesen.
Dann endlich im Fährhafen von Reggio angekommen, Ticket gekauft, es gibt nur Auto oder Caravan, für unseren Caravan sind wir dann für recht günstige 25 Teuro (One Way) in einer 3/4 Std. auf der anderen Seite angekommen. Übernachtung in einem Steinbruch und am nächsten Tag rauf zur Nordseite des Ätna. Wenige hundert Meter vorm letzten Parkplatz auf dem wir dann übernachten, sieht man riesige erkaltete Lavaströme, die zum großen Teil die Straße verwüsteten und nun wieder neu erbaut wurden und das alles vom letzten Ausbruch vor zwei Jahren. Eigentlich kann man bis zum Gipfel fahren, aber der Weg hinauf ist in Privatbesitz und die lassen keinen anderen rauf. Für schlappe 37 Teuro und in 2 Stunden wird man dann mit Unimog-Bussen raufgekarrt. Nicht mit uns! Marion hat dann den Aufstieg gewagt und war in 4,5 Std. oben und in 2 Std. wieder unten. Ich hab's mir erspart.

Was ist das schon wieder!!!!!!!! Aus dem Kühler tropft Wasser. Abends kommt ein Forstbeamter, der deutsch kann und ich erzähle ihm unser Problem. Am nächsten Tag stehen wir 10 km weiter in einer Kühlerfabrik und das Ding wird wieder gelötet. Es hat uns zwar fast einen Tag gekostet mit Aus- und Einbau, aber dafür hat man es uns umsonst gemacht, sie möchten nur eine Karte aus Alaska haben. Vielen Dank an die Jungs dort.
Teure Melone.
Am Straßenrand werden unter anderem auch Melonen angeboten. Die kleinste in unserem Fall 10 Kilo für 5 Teuro. Am nächsten Feldweg abgebogen, um das Ding zu verzehren und eben noch unter der Eisenbahnbrücke hindurch bis an den Strand und kraaaaachchch und wir hängen unter der Brücke. Das Ende vom Lied, ein Solarpanel und zwei Dachfenster mal eben wegrasiert. Hinterher stellte sich heraus, dass der Laderegler auch hinüber war. Fenster und Panel haben wir bei einem Wohnmobilhändler neu gekauft. Zusammen mal eben ca.900 Teuro. Was der Regler kostet ist noch nicht klar und wo wir ihn herbekommen. Weiter geht`s nach Brindisi, wo wir nach Griechenland übersetzten. Für 148 Euro für Auto und zwei Personen fährt man nach Igoumenitsa wenn man unser Auto etwas kürzer macht, als es ist. Wir haben statt 8 m 6,80 m angegeben und keiner hat es gemerkt, denn ab 7 m wid es wesentlich teurer. Nur beim Abstempeln des Tickets sollte man das Fahrzeug nicht in Sichtweite stellen, so daß es keiner sieht und direkt überprüfen kann. Bei der Auffahrt auf`s Schiff kräht kein Hahn mehr danach. Wir nehmen die Nachtfähre, die von 19.30 bis morgens um 3.00 unterwegs ist. Man parkt over deck und kann im Fahrzeug schlafen. Feine Sache!!! Nun sind wir bereits im Süden der Peloponnes und versuchen einen neuen Laderegler zu bekommen.
Bis dahin. Marion, Walter, Whisky und Eros.