Griechenland und Güle Güle aus der Türkei.

 

Reisezeit: 18.09.2002 bis 15.10.2004

 

Den Regler haben wir bei der Fa. Element 4 in Freiburg neu bestellt, dort haben wir die komplette Solaranlage vor einem halben Jahr gekauft. Nach telefonischer Rücksprache haben wir abgemacht, wenn der neue Regler da ist, schicken wir den alten zurück, auf Garantie. Vier Tage später ist der neue Regler da, eingebaut und der geht auch nicht!!! Schöne Bescherung! Jetzt müssen wir mit unseren "enormen" Elektrikkenntnissen selbst nachschauen und siehe da, in unserer neuen Verkabelung hat sich eine fehlerhafte Quetschverbindung eingeschlichen, (ja Kater, nobody is perfect, trotz der 70-Teuro-teuren Zange). Wir haben es dann mit der Baumarktbilligzange behoben und die Anlage rannte wieder. Den alten Regler haben wir dennoch behalten, man weiß ja nie? Daraufhin fahren wir bis 50 km vor der türkischen Grenze auf den bis hierhin einzigen Campingplatz (25,5 € für zwei Tage) um Wäsche zu waschen und noch einige Besorgungen zu machen.

Das Leben in Griechenland ist ebenso teuer wie bei uns, außer der Diesel liegt zwischen 68-76 Cent und die Akzeptanz von Kreditkarten ist nicht sehr groß. Da wo es billig ist geht`s nur cash, da wo es teuer ist nimmt man sie z.B. bei Shell oder BP.

Am 18.09.2004 brechen wir auf in die Türkei. Die Grenzüberquerung geht mit 1,5 Std. recht schnell und problemlos von statten. 9 € p.P. kostet die Bearbeitung der Einreise und man ist in der Türkei und auch das erste Mal im Leben Millionär, denn für 1 € bekommt man 1.820.000 Türkische Lire. Der Diesel liegt bei ca. 80 Cent. Wenn man sich eine Tankstelle aussucht, sollte man unbedingt vorher fragen was der Liter kostet, denn die Preise an den Tafeln stimmen nie und es sind häufig erhebliche Preisunterschiede zwischen dem Aushang und dem tatsächlichen Preis!!!!

Von der Grenze aus geht es durch die ca. 15.000.000 Stadt Istanbul und überqueren den Bosporus wo Europa mit Asien durch eine 1,6 km lange Brücke verbunden ist, deren Überfahrt 3000000 Lire kostet, nach Pamukkale um die Kalksinterterrassen zu bestaunen, welche nur Barfuß zu begehen sind, was sich auch lohnt. Camping ist für 10000000 p.N. (5 €) zu haben.

Weiter geht es an der Südküste über Antalya und Alanya und übernachten kurz hinter Alanya auf einem Campingplatz. Da uns die Küstenstraße kaum vorwärts bringt, wechseln wir am nächsten Tag auf die Autobahn bei Adana, für die letzten 200km gen Osten zahlen wir gerade mal 1,70€. Das sind Preise was?

 

Die Gastfreundschaft der Menschen ist riesig.

Auf dem 200 km Autobahnteilstück fahren wir zwischendurch ab, um zu übernachten, suchen uns hinter einem neuen Industriegebiet einen Platz auf einem Hochplateau, wo gerade zwei Familien picknicken. Zur Begrüßung gehe ich auf die Leute zu und prompt werden wir zum Essen eingeladen. Wir steuern Grillkohle und Auberginen, für die Männer Bier und ein paar Haribos für die Kinder dazu, dafür gab es Hähnchen mit verschiedenen Salaten, Ekmek (Weißbrot) und es war ein gelungener Abend. Häufig werden wir mit Obst und Gemüse beschenkt und zum Teil auch mit Fisch.

Der Schreck 1! Ein weiterer Übernachtungsplatz. Abends kommt ein kleiner neugieriger Hirtenjunge und macht uns darauf aufmerksam, dass es hier Schlangen gebe. Ja, ja und tun es mit einer Handbewegung ab. Nun gut, der Junge ist weg, wir sitzen im Dunkeln und reden noch ein wenig, plötzlich spitzt Eros die Ohren, ich leuchte mit der Taschenlampe hinter meinen Stuhl und es züngelt mich eine ca. 1m lange Schlange an. (Ja, ja, Rainer, es war zwar noch keine schwarze Mamba, aber ich hab mir fast in den Frack geschissen). Nun, ganz vorsichtig aufgestanden, die Hunde ins Auto, Marion zwei Treppenstufen hoch und ich mit der Lampe das flüchtende Reptil in sicherer Entfernung verfolgt, welches sich wahrscheinlich genauso erschrocken hat wie wir. In Gaziantep biegen wir Richtung Nordosten zum Vansee ab. Je tiefer wir ins Landesinnere eindringen werden die Straßen schlechter und man bemerkt eine starke Militärpräsens, die schwer bewaffnet ist, z.T. mit Panzern und man merkt regelrecht die Spannung in der Luft, die immer noch zwischen Türken und Kurden herrscht. Wir schrauben uns von Meereshöhe bis auf ca. 1700m hoch bis wir den Van-See erreichen und müssen seit langer Zeit mal wieder die dicken Klamotten rauskramen.

Schreck 2. Wir befahren am Van-See eine Baustelle, in der der wir einen "Schleicher" überholen wollen, trete das Gas durch, aber das Pedal kommt nicht wieder zurück. Geistesgegenwärtig Zündschlüssel

rum, Motor aus und rechts ran. Die Rückholfeder hatte sich verabschiedet. Gut, dass wir genügend Expandergummis dabei hatten und das Problem war bis zur nächsten Werkstatt gelöst. Bei Mercedes hat man uns dann für ca. 3 € eine neue eingebaut.

Ca. 60 km vor der Syrischen Grenze machen wir noch einmal Rast am Meer in der Nähe eines kleinen Dorfes. Ein Militärposten hält uns an und verlangt unsere Pässe. Kurze Zeit später stellt sich raus, dass die Jungs auf völlig verlorenem Posten stehen und vor lauter Langeweile nicht wissen was sie machen sollen. Da halten wir doch mal die einzigen Touristen an die gerade durch die Gegend kurven. Sie erzählen uns (einer kann Englisch), dass sie den ganzen Tag außer schwimmen, fischen und schlafen nichts zu tun haben und das schon seit Monaten und wir möchten ihnen doch ein bisschen Gesellschaft leisten.10 Soldaten haben uns dann nach allen Regeln der Kunst verwöhnt mit Essen, Trinken und Zigaretten ohne auch nur eine Gegenleistung, das heißt, wir haben ca. 10 Liter Diesel gespendet, für den Dieselgenerator, als nach einem heftigen Gewitter der Strom ausfiel. Der Abschied ist uns nicht leicht gefallen.

Bis dahin. Walter, Marion, Whisky und Eros.